CSU kritisiert OB Kösterke

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Die Klosterkriche in Traunstein

Traunstein - Der Umbau der Klosterkirche war ein heißes Thema beim ersten CSU-Bürgerfrühschoppen. Dabei wurde die "Brechstangenpolitik" von OB Kösterke kritisiert.

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So könnte die Klosterkirche bald aussehen

Am vergangenen Samstag folgten gut 70 interessierte Traunsteinerinnen und Traunsteiner der Einladung der Orts-CSU und diskutierten über die äußerst umstrittenen Pläne zum Umbau der Klosterkirche. Viele Diskussionsteilnehmer stellten mehr oder weniger direkt die Frage, nach dem ausgewogenen Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen bei diesem Projekt: "Worin besteht denn genau der Mehrwert von einem Umzug des Nuts?" wandte sich Dietrich von Dobeneck eingangs an die Runde. Schnell wurde klar, dass sich gerade dieser Mehrwert vielen Bürgerinnen und Bürger noch nicht endgültig erschlossen hat.

"Brechstangenpolitik": OB Kösterke ließ Emotionen hochkochen

Wohlklingende und positive Darstellungen des Umbaukonzepts durch Oberbürgermeister Kösterke trügen dabei allerdings keineswegs zur Versachlichung der Diskussion bei, sondern ließen am Samstag Vormittag zusätzlich Emotionen hochkochen: "Wir führen eine Diskussion um einen Kulturtempel auf dem Rücken unserer Kinder!", so Martin Helmberger, zweiter Vorsitzender des Elternbeirats der Ludwig-Thoma Schule. Dass in einem Wettbewerb ein Konzept als Sieger gekürt wird, das einen Umbau der Klosterkirche auf Flächen des direkt angrenzenden Schulhofes vorsieht, sei "nicht einfach ein leicht entschuldbares Versäumnis in der Planung, sondern eine Frechheit gegenüber den Grundschülern, die in diesem Pausenhof ihre Zeit verbringen", pflichtete Konrad Baur, CSU Geschäftsführer, Martin Helmberger bei.

Die Tatsache, dass sich zudem auch die Mittagsverpflegung der Schüler aufgrund von ohnehin fehlenden Räumlichkeiten als sehr schwierig darstelle, sei laut Helmberger in dieser Diskussion noch gar nicht mit einbezogen. Dennoch ist es offenbar der Wille des Oberbürgermeisters diese Verhältnisse durch einen verkleinerten Pausenhof zusätzlich zu verschlechtern.

Franz Gruber, stellvertretender CSU Ortsvorsitzender, brachte zudem Bedenken zum Ausdruck bezüglich der Bausubstanz der Klosterkirche: "Wenn ein Gebäude, das über mehrere Jahrhunderte nicht beheizt wurde plötzlich völlig umfunktioniert wird, wird dies auch erhebliche bauphysikalische Auswirkungen haben, was zu Schäden in der Bausubstanz führen kann." Dennoch sei es Grundüberzeugung der CSU die Kultur in Traunstein zu erhalten und zu entwickeln, so zweiter Stellvertreter Christian Hümmer.

"Kleine, feine Kultur Traunsteins muss erhalten bleiben"

Die CSU Traunstein stelle sich nicht gegen die Kultur in der Stadt, sondern gegen die Umsetzung eines aus vielen Gründen unsinniges Konzept zum Umbau der Klosterkirche. Es muss in jedem Fall die "kleine, feine Kultur Traunsteins erhalten bleiben, denn nur eine Stadt, die ihre Wurzeln kennt und pflegt ist eine lebendige Stadt", so Stadtrat Josef Häusler.

Insgesamt fehle bei allen kulturpolitischen Entscheidungen ein roter Faden, sowie ein verständliches und sinnvolles Konzept, stellte Dr. Wolfgang Berka klar. "Es kann nicht sein, dass durch diese scheinbare Brechstangenpolitik der Bürger verschaukelt wird und ein Gesamtkonzept durch kulturelles Klein-Klein ersetzt wird", resümierte der CSU Vorsitzende die Diskussion. Es fehle hier für jeden erkennbar an einem übergeordneten Ziel für die große Kreisstadt.

Pressemeldung CSU Stadt Traunstein

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