Erste Hilfe für Mitschüler im Notfall

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Traunstein - Eine Schulstunde der besonderen Art für Achtklässler der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule in Traunstein: Wie werden Verbände angelegt? Welche Arten von Wunden gibt es?

Warum ist es gefährlich, mit fremdem Blut in Berührung zu kommen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Ausbildung für den künftigen Schulsanitätsdienst. Petra Rautter vom Traunsteiner Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) übt in den kommenden Monaten mit den Jugendlichen die wichtigsten Grundbegriffe der Ersten Hilfe, damit sie künftig Mitschülern im Notfall helfen können, bevor der Rettungsdienst eintrifft. Diese Ausbildung für den Schulsanitätsdienst bietet das BRK allen Schulen im Landkreis an.

Wie der Ernstfall aussehen kann, lernten die künftigen Schulsanitäter während dieser Ausbildung schnell. Plötzlich wurde die 14-jährige Anna-Lena, die gerade noch das Anlegen von Verbänden geübt hatte, kreidebleich und drohte umzukippen. Schnell griff ihr Petra Rautter, selbst ausgebildete BRK-Rettungssanitäterin, unter die Arme und beruhigte das Mädchen, bevor sie Anna-Lena auf eine Liege bettete und die Beine hoch lagerte.

Als die Ausbilderin zu ihrem Kurs zurückkehrte, disku­tierten die Schüler bereits lebhaft über diesen „Ernstfall“. „Manchmal kommt die Praxis schneller als man denkt“, lächelt die Rotkreuzlerin und freut sich über den Eifer ihrer Schüler. Vor zwei Jahren übernahm Petra Rautter beim Traunsteiner BRK die Ausbildung für den Schulsanitätsdienst. „Es macht mir viel Spaß, Kinder und Jugendliche an die Erste Hilfe heranzuführen“, beschreibt sie ihre Arbeit. „Wichtig ist es, ihnen die Angst zu nehmen und vielleicht haben sie ja irgendwann Lust, neben der Schule in einer Hilfsorganisation zu arbeiten.“

Alarmierung per Lautsprecher

Unter fachkompetenter Anweisung von BRK Ausbilderin Petra Rautter lernen die Schülerinnen und Schüler anderen Erste Hilfe zu leisten.

Die 15-jährige Celina aus Grabenstätt war sofort von der Idee begeistert, an ihrer Schule einen Schulsanitätsdienst mit aufzubauen. „Was man hier lernt, kann man immer brauchen.“ Ihr Klassenkamerad Marcell stimmt ihr zu. „Wenn was passiert, will ich nicht nur einfach nur dumm daneben stehen und zuschauen, wie es jemandem schlecht geht.“

Außerdem genießen es die neun Acht­klässler, zusammen mit ihren Klassenkameraden diese Ausbildung beim BRK zu machen. Irgendwann in den nächsten Monaten sind sie dann soweit, sofort mit ihrer Notfall-Ausrüstung zum Unfallort in der Schule zu eilen, wenn sie per Lautsprecher alarmiert werden.

Petra Rautter würde sich eine ähnlich engagierte Notfall-Truppe für viele andere Schulen im Landkreis wünschen, die bisher noch keinen Schulsanitäts­dienst haben. „Interessierte Schulen können jederzeit das Rote Kreuz um Rat fragen. Wir helfen gerne dabei, neue junge Sanitäter auszubilden.“

An­sprech­partner beim BRK ist Susi Huber unter der Telefonnummer 0861 / 9897328.

Pressemeldung BRK-Kreisverband Traunstein

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