Traunstein kommt glimpflich davon

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Traunstein - Von den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise wird die Stadt Traunstein weniger hart getroffen als die anderen Städte im Landkreis Traunstein.

Das geht aus den Zahlen zur vorläufigen Entwicklung der Umlagekraft hervor, die das Bayerische Landesamt für Statistik für das Jahr 2011 bekannt gegeben hat. Die Umlagekraft bemisst sich nach den Steuereinnahmen des Jahres 2009 sowie aus 80 Prozent der Schlüsselzuweisungen aus dem Jahr 2010. Die Umlagekraft der Großen Kreisstadt ist laut Angaben der Statistiker im Jahresvergleich um 3 Prozent auf 14,9 Millionen Euro zurückgegangen, während die Stadt Traunreut einen Einbruch um 18,4 Prozent auf 15,5 Millionen Euro hinnehmen musste. Einen stärkeren Rückgang als Traunstein verzeichnen auch die Städte Trostberg (Minus 10,9 Prozent) und Tittmoning (Minus 8,3 Prozent).

„Die neuen Zahlen sind sicher kein Grund, um in Begeisterung auszubrechen. Aber die Entwicklung für Traunstein ist insgesamt positiver als erwartet“, kommentierte Oberbürgermeister Manfred Kösterke das Ergebnis der Großen Kreisstadt. Bei der Umlagekraft je Einwohner liegt Traunstein mit 791 Euro landkreisweit auf dem fünften Platz. Übertroffen wird es von einigen kleineren Gemeinden mit bedeutenden Gewerbebetrieben. Die höchste Umlagekraft pro Kopf erreicht Kirchanschöring mit 1213 Euro, gefolgt von Fridolfing mit 1041 Euro.

Die Umlagekraftentwicklung der Stadt Traunstein führte Kösterke in seiner Analyse der Zahlen auch auf strukturelle Ursachen zurück: Traunstein sei nicht von einem einzigen großen Unternehmen abhängig, sondern verfüge mit den zahlreichen Betrieben aus Handel, Handwerk und Gewerbe über einen gesunden Gewerbemix, wie auch einen stabilen Einkommensteueranteil. Ein wichtiger Faktor sei auch der Dienstleitungs- und Gesundheitsbereich mit dem Klinikum als größtem Arbeitgeber in der Stadt. „Für mich zeigen die Zahlen ganz klar, dass wir gut daran getan haben, trotz rückläufiger Einnahmen die Unternehmen nicht durch höhere Steuern zu belasten“, betonte Kösterke. Die finanzielle Situation von Traunstein werde aber noch mindestens zwei Jahre angespannt bleiben, da die rückläufigen Steuereinnahmen erst nachträglich auf den Haushalt durchschlagen. Kösterke machte deutlich: „In den nächsten zwei Jahren werden wir uns auf die Pflichtaufgaben und den Hochwasserschutz konzentrieren. Ansonsten können wir nur das ausgeben, was wir einnehmen.“

Pressemitteilung der Stadt Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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