Es bleibt beim teuren Neubau

Traunstein - Der Beschluss im Kreisausschuss zum Bau eines 400.000 Euro teuren Funktionsgebäudes auf dem ESV-Gelände wird wohl Bestand haben. *mit Protestbrief*

Das sagte der Fraktionsvorsitzende der Freien- und Unabhängigen Wähler im Kreistag, Lothar Seissiger, laut der Bayernwelle Südost. Obwohl durch den ehemaligen Vorsitzenden des Tennisclubs, Jens Leistikow neue Argumente gegen den Bau des über 400.000 Euro teuren Projekts aufgetaucht sind, scheint der Beschluss wohl fix.

Der Tennisclub hatte dem Landkreis bereits vor zwei Jahren angeboten, seine Einrichtungen den Schülern zur Verfügung zu stellen. Dies hätte statt über 400.000 nur etwa 75.000 Euro gekostet. Aus Verärgerung über den Beschluss war der Vorsitzende des TC Traunstein, Jens Leistikow zurückgetreten.

Hier lesen Sie den offenen Brief von Jens Leistikow:

Liebe Leser,

es sind erst wenige Tage vergangen, seit ich vom Amt des Präsidenten des Tennisclub Traunstein aufgrund der nicht nachvollziehbaren Entscheidung des Kreisausschusses bzgl. eines neuen Funtionsgebäudes auf dem ehemaligen ESV-Gelände zurückgetreten bin. Die mir entgegengebrachte Reaktion von Menschen aus meinem Umfeld war, dass sie meinen Schritt verstehen.

Äußerst interessant habe ich gefunden, was mir der Fraktionsvorsitzende der FW/UW Dr. Lothar Seissiger am Telefon mitgeteilt hat. Er hat mich angerufen, nachdem er die Presseerklärung bzgl. meines Rücktritts gelesen hatte: 1) Er hätte sich gewünscht, dass dem Kreisausschuss schon früher mitgeteilt worden wäre, dass der Tennisclub für ein Gesamtkonzept zur Verfügung steht. 2) In der Kreisausschusssitzung wurde nur erwähnt, dass die Sanierung des Tennisvereinsheims zu teuer ist und dass Behinderten-WCs dort fehlen. 3) Schwarz / Rot war es egal, wieviel das Ganze kostet, es werden dann einfach zusätzliche Schulden gemacht.

Zu den drei Punkten möchte ich anmerken: Ad 1) Der TCT hat schon bei Planungsbeginn vor zwei Jahren gesagt, dass man in der Mitte der neuen Gesamtanlage (links und rechts der Traun) liegt und für die Sportanlage auf dem ehem. ESV-Platz gerne die TCT-Infrastruktur zur Verfügung stellt. Der Hinweis von der Planungsgruppe Strasser und dem mittlerweile neuen Vorsitzenden des SB Chiemgau Traunstein war, dass kein Gebäude notwendig sein wird, da die Schüler das neue Gebäude auf der anderen Traunseite mitbenutzen werden. Das habe ich damals schon für unrealistisch gehalten. Und jetzt vor zwei Wochen habe ich dann zum ersten Mal von einer Planung eines Umkleidegebäudes auf dem ehem. ESV-Geländes für 350.000 Euro erfahren. Das war dem Kreisausschuss angeblich zu teuer und dieser wollte Alternativen ausloten. Daraufhin gab es ein Treffen mit dem OB Kösterke, Landkreisvertreter Wagner, Planungsgruppe Strasser-Vertreter Eisenberger, SB Chiemgau Traunstein Vorsitzender Kraller und dem TCT. Der TCT hat wieder wie vor zwei Jahren bedingungslose Zusammenarbeit angeboten. Ad 2) Begehungen des Vereinsheimes kurz zuvor und danach haben von Seiten der Planungsgruppe Strasser ergeben, dass eine einfache Sanierung der Umkleiden im Vereinsheim 25.000 Euro kosten würde; eine Totalsanierung inkl. Duschen käme auf 75.000 Euro. Ob dort eine Behindertentoilette inkludiert wäre, ist mir nicht bekannt. Ad 3) Dass die "Maximallösung" nun von CSU/SPD gewählt wurde, also noch zusätzlich 90.000 Euro mehr für das neue Funktionsgebäude für eine Lehrerdusche (andere Duschen gibt es nicht) und Heizung, ist nicht nachvollziehbar. Da wäre die Sanierung des Tennisheims ein Klacks gewesen. Die Sanierung des Heimes wird irgendwann auch noch der Steuerzahler berappen müssen oder über Schuldenfinanzierung die nachfolgende Generation.

Der Fraktionsvorsitzende der FW/UW Dr. Seissiger sagte mir, dass die Fraktionsvorsitzenden der anderen Parteien wohl auch nicht die Information hatten, dass der TCT so offen für eine Gesamtlösung ist (der TCT hat auch angeboten den Einzeltennisplatz für ein kombiniertes Basketball-, Handball und Tennisfeld zur Verfügung zu stellen). Mit dieser neuen Information (die aus mir unverständlichen Gründen von der Planungsgruppe Strasser und dem Vorsitzenden des SB Chiemgau Traunstein nicht an den Kreisausschuss weitergetragen wurde) wird der Kreisausschuss sicherlich zu einer Neubewertung kommen und den Beschluss vom 20.12.2012 korrigieren. Die Steuerzahler werden genau hinsehen!

Dr. Jens Leistikow (Steuerzahler und Bürger der Stadt und des Landkreises)

Rubriklistenbild: © pa

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