Prozess am Landgericht Traunstein

Sexueller Missbrauch von Buben - Eiselfinger muss vier Jahre in Haft! 

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  • Xaver Eichstädter
    Xaver Eichstädter
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Traunstein - Er soll Buben, allesamt keine 14 Jahre alt, beim Sex-Chat angelockt haben, in acht Fällen kam es dann auch noch zum Oralverkehr - dieser ungeheuerliche Fall wird seit Dienstagvormittag verhandelt. Am Nachmittag könnte bereits ein Urteil fallen:

UPDATE 14.47 Uhr: Urteil ist gefallen

Richter Klaus Weidmann fällt das Urteil: "Der Angeklagte ist schuldig des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in acht Fällen und des sexuellen Missbrauchs in 26 Fällen." 

Der Eiselfinger muss für vier Jahre in Haft. Der junge Mann nimmt das Urteil stoisch hin - in seinen letzten Worten zeigte er sich reumütig: "Mir tut es leid, was passiert ist und was ich gemacht habe."

Der Angeklagte soll manche der Opfer sogar mit Geld gelockt haben, erschwerend kommt hinzu, dass sich die Taten über einen langen Tatzeitraum fortsetzten: "Er hat eine richtige Masche entwickelt, wie er die Opfer in seine sexuellen Interessen einbindet", so der Richter. Weidmann spricht von einem "besonders raffiniertem Vorgehen", dass sich der Angeklagte einen weiblichen Fake-Account bei Facebook anlegte und manche Opfer zuerst auf diesem Weg kontaktierte.

Durch das umfangreiche Geständnis konnte vermieden werden, dass Opfer vor Gericht erscheinen mussten: "Die peinliche Befragung konnten ihnen dadurch erspart werden", so Richter Weidmann. Das Geständnis hat dem Angeklagten wohl zwei oder drei weitere Jahre im Gefängnis erspart, lässt Weidmann durchblicken. Die 26 Fälle des "einfachen" sexuellen Missbrauchs rühren allein vom Chatten mit den Buben her: wenn man auf ein Kind durch das Zeigen von Pornografie "einwirkt", wie es im Gesetz heißt.

Der Angeklagte wird frühestens in anderthalb Jahren einen Antrag auf frühzeitige Entlassung im Gefängnis stellen können: "Erfahrungsgemäß wird das keinen Erfolg haben", so Weidmann. Auch die Therapie muss selbstverständlich positiv verlaufen. Das halbe Jahr Untersuchungshaft wird dem Angeklagten auf das Urteil angerechnet.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung könnten in Revision gehen.

UPDATE, 13.30 Uhr - Angeklagter geständig

Wie soeben aus dem Landgericht gemeldet wird, ist der Angeklagte aus Eiselfing offenbar geständig. Deswegen haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung bereits am Mittag ihre Plädoyers gehalten. Ein Urteil wird deswegen schon für den Nachmittag erwartet. Ursprünglich waren zwei Verhandlungstage angesetzt.

wasserburg24.de berichtet im Laufe des Nachmittags über das Urteil!

Der Vorbericht:

Acht Fälle von schwerem sexuellen Missbrauchs von Kindern und weitere 25 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern: So lautet der Vorwurf, den die Traunsteiner Staatsanwaltschaft einem 29-jährigen Eiselfinger macht. 

2012 soll es losgegangen sein: Sieben Mal soll sich der Angeklagte mit einem damals 13-Jährigen in der Nähe von Babensham getroffen haben - mal im Auto, mal im Zimmer des Angeklagten. Auf Initiative des heute 29-Jährigen soll es zu gegenseitigem Oralverkehr gekommen sein. Kennengelernt haben sich die beiden laut Staatsanwaltschaft über Facebook.

In den Jahren darauf folgten laut Anklage viele weitere Taten: Immer wieder überredete er verschiedene Buben, ihm über WhatsApp Bilder und Videos ihrer Geschlechtsteile zu schicken - 25 Fälle hat die Staatsanwaltschaft dazu dokumentiert. In einem weiteren Fall 2014 kam es angeblich zu einem weiteren Sex-Treffen: Wieder Oralverkehr, wieder beim Angeklagten zuhause, wieder war das Opfer gerade mal 13 Jahre alt. 

Der Prozess beginnt am heutigen Dienstag ab 9 Uhr. Angesetzt sind zwei Verhandlungstage, demnach könnte am Mittwoch das Urteil fallen. 

wasserburg24.de kann aufgrund eines Krankheitsfalls leider nicht live tickern. Wir berichten jedoch nach.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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