52-jährige Pflegekraft aus Raum Mühldorf muss sich am Landgericht Traunstein verantworten

Fast Erstickungstod von Frühchen verantwortet und Senior geschlagen: Urteil gefallen

Prozess gegen Sohn von erschlagener Frau
+
Das Landgericht in Traunstein. Eine 52-jährige Pflegekraft aus dem Landkreis Mühldorf musste sich hier wegen der Misshandlung von Schutzbefohlenen verantworten.

Sie soll in ihrer Tätigkeit für einen Pflegedienst und in einem Altenheim im Raum Mühldorf beinahe den Erstickungstod eines Frühchens verantwortet und einen Demenzkranken schwer geschlagen haben. Nun ist am Landgericht Traunstein ein Urteil gegen eine 52-Jährige gefallen.

Landkreis Mühldorf am Inn/Traunstein - Wegen fahrlässiger Körperverletzung und versuchten Totschlags an einem Frühchen sowie wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung an einem 83-jährigen Pflegeheim-Bewohner wurde die 52-Jährige nun am Landgericht Traunstein verurteilt. Dies teilte die Pressestelle des Landgerichts Traunstein auf Nachfrage von chiemgau24.de mit. Sie muss für vier Jahre und acht Monate in Haft und erhält ein fünfjähriges Berufsverbot für eine Tätigkeit als Pflegekraft.

52-jährige Pflegerin aus Raum Mühldorf wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen vor Gericht: Urteil gefallen

In ihrer Tätigkeit für einen Pflegedienst und in einem Altenheim im Raum Mühldorf soll eine Pflegerin beinahe den Erstickungstod eines Frühchens verantwortet und einen Demenzkranken schwer geschlagen haben. Am ersten Verhandlungstag gab die 52-Jährige zu, dass sie die Stecker des Beatmungsgerätes beim Frühchen zog. „Ich wurde nicht richtig eingearbeitet, ich war überfordert“, so die Pflegerin. Die Schläge gegen den Kopf des dementen Altenheimbewohners dagegen stritt sie ab. In jener Nacht auf den 10. Dezember 2018 habe sie bei dem 83-Jährigen im Heim im Kreis Mühldorf lediglich eingetrocknete, blutige Wunden an der Stirn entdeckt. Sie habe die Wunden dann gewaschen und einen Verband angelegt, der Mann sei danach wieder eingeschlafen.

Am zweiten Verhandlungstag sagten dann die Angehörigen des Frühchens sowie Mitarbeiter und die Chefin des Pflegedienstes, bei dem sie in diesem Fall tätig war, aus. „Ich hatte von Anfang an Bedenken, ob sie die Richtige ist. Aber die Unterlagen stimmten“, berichtet zunächst die Mutter des Frühchens. „Von ihrer Ausbildung und Einweisung durch uns ist offenbar nichts hängen geblieben. Ich habe ihr hinterher gesagt: In der Pflege haben Sie nichts mehr zu suchen“, berichtete wiederum die ehemalige Chefin der Pflegekraft. Zum Fall des verletzten Seniors sagte außerdem eine ehemalige Kollegin aus dem Pflegeheim aus. Diese trug die Theorie vor, eine unbekannte Person hätte theoretisch in das Heim eingedrungen und für die Verletzungen des Mannes verantwortlich gewesen sein können. „Das ist doch nur schwer vorstellbar, da könnten die Demenzkranken dieser Station einfach raus spazieren“, tat die vorsitzende Richterin diese Theorie ab.

hs

Kommentare