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Sie schaffen täglich gerade mal zehn Kilometer

„Es ist abgefahren“: Wie Ingrid mit ihren drei Eseln von Flensburg nach Traunstein trabt

Ingrid Pabst wandert mit ihren drei Eseln von Flensburg nach Traunstein.
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Ingrid Pabst mit ihren drei Eseln. Beruflich ist sie sonst mit Altbausanierungen, als Lkw-Fernfahrerin oder in der Gastronomie beschäftigt.

Sie sind schon seit Mitte Mai unterwegs: Ingrid Pabst marschiert mit ihren Eseln Leni, Jeany und Spirit von Flensburg nach Traunstein. Über die Hälfte der 1100 Kilometer - und Pabst spricht von „abgefahrenen“ Erlebnissen auf ihrer Reise.

Traunstein - Es ist fast jeden Tag aufs Neue eine Reise ins Ungewisse und es geht nur langsam voran - aber Ingrid Pabst ist vom Marsch mit ihren drei Eseln durch die ganze Republik begeistert. „Ich bin ja eher ein Italien-Fan, aber dass Deutschland so schön ist, hätte ich nie gedacht“, so Pabst im Gespräch mit chiemgau24.de. Am 16. Mai ist sie in Flensburg gestartet, gerade ist sie im thüringischen Meiningen, kurz vor der bayerischen Grenze. Und Ende September will sie mit ihren drei tierischen Begleitern im Chiemgau angekommen sein.

Von Flensburg nach Traunstein: Ingrid Pabst mit Eseln durch ganz Deutschland

Was steckt dahinter, dass Ingrid Pabst überhaupt diese Reise im Zeitlupentempo antreten wollte? Denn, wie sie selbst sagt, legt sie pro Tag im Schnitt gerade mal zehn Kilometer zurück. Vor zweieinhalb Jahren zog Pabst mit ihren drei Eseln von Traunstein in den hohen Norden. „Aber es hat ihnen dort nicht getaugt. Der matschige Boden, der kalte, nasse Wind.“ Also stand fest: Es geht wieder zurück nach Traunstein. Weil aber schon die Fahrt mit dem Tieranhänger hart für die Vierbeiner gewesen sei, „habe ich den Eseln versprochen, dass wir diesmal zu Fuß gehen“, lacht Ingrid Pabst. „Sie wandern gern und ich wollte sowas schon immer mal machen.“

Ingrid Pabsts Reise ist geprägt von Spontaneität und Flexibilität, denn: Sie hat keine geplanten Unterkünfte, sondern sucht sich die Schlafmöglichkeiten für sie und ihre Esel täglich kurzfristig aufs Neue. „Ich schaue jeden Tag, dass ich mit vielen Menschen ins Gespräch komme und frage herum.“ Und das klappt fast immer. Pabst hat außerdem auch noch ein „Begleitfahrzeug“ dabei, das sie aber selbst fährt. Heißt: Sie marschiert mit ihren Eseln in der Früh los und holt am Abend ihr Auto mit Kochgeschirr und Not-Bett. „Aber ich habe bis auf einmal auch noch jeden Tag jemanden gefunden, der mich am Abend zum Auto fährt. Nur einmal musste ich gehen.“

„Eine Masse an hilfsbereiten, netten Menschen in diesem Land“

Daher sei der schönste Aspekt an der Fernwanderung die „vielen hilfsbereiten und vertrauensvollen Begegnungen“. Pabst wirkt im Gespräch selbst überwältigt: „Ich hätte nie gedacht, dass es so eine Masse an netten Menschen in diesem Land gibt.“ Besonders „abgefahren“ sei aber gewesen, dass sie „Mitten in der Pampa in Thüringen“ einen alten Bekannten zufällig traf. Sie hatten sich längst aus den Augen verloren. Den schlimmsten Tag hatten Ingrid und ihre Esel Leni, Jeany und Spirit dagegen in Hannover. Die „Betonwüste“ war ihnen einfach zu laut.

Ingrid Pabst ist ungern alleine unterwegs. Die drei Esel ganz selbst zu führen sei schwieriger und mit Begleitern komme man viel schneller voran. Über ihre Homepage, mit der sie die Reise dokumentiert, sucht sie daher immer nach Menschen, die ein Stück mit ihr gehen. Auf dem Weg schaut Pabst auch oft bei Kindergärten vorbei, die sich über den vierbeinigen Besuch freuen. „Da kann man auch schnell Vorurteile ausräumen, dass Esel stur oder störrisch wären. Sonst könnte man ja auch gar nicht so eine lange Reise mit den Tieren machen.“

Fehlt das Netz, geht‘s mit Kompass und Karte Richtung Süden

Zuletzt war das Vierergespann viel am „Grünen Band“, entlang der thüringisch-hessischen Grenze, unterwegs. „Ich bin viel aufs Navi angewiesen, aber es gibt echt viele weiße Flecken ohne Netz“, so Ingrid Pabst. Dann richtet sie sich nach Landkarte und Kompass. Ihre nächsten Ziele in Richtung Chiemgau heißen Bamberg, das Nürnberger Land und an Ingolstadt vorbei nach Dorfen. Und dann werden die Esel ihre alte, neue Heimat bei Waging wieder haben und Ingrid Pabst kehrt zurück nach Traunstein - mit 1100 Kilometern mehr in den Beinen.

xe

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