Haus brach im vorigen Winter wegen Schnee ein

Ruine an B304: Eigentümer verurteilt - jetzt sind sie unter Zugzwang

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So sieht die Ruine an der Salzburger Straße / B304 östlich von Traunstein heute aus. Auf der Westseite, links im Bild, sind Asbestplatten zur Dämmung verbaut. Die Eigentümer wurden am Amtsgericht verurteilt, weil mit dem gefährlichen Stoff unsachgemäß umgegangen wurde. Auch der Boden ist laut Gutachter dadurch vergiftet und muss bis zu 15 Zentimeter tief abgetragen werden.

Traunstein - Das Haus verkam, 2019 stürzte es ein: Jetzt wurden die Eigentümer der Ruine an der B304 östlich von Traunstein verurteilt - unter Umständen wird das Grundstück von Behördenseite sogar eingezogen.

Eigentlich ging es am Amtsgericht "nur" um den gesundheitsgefährdenden Umgang mit Asbestplatten, doch der Richter drohte den beiden Eigentümern schließlich auch an, dass sie das Grundstück abgeben müssen. Weil sie bei der Ruine an der B304 östlich von Traunstein Asbestplatten unsachgemäß abgeschlagen und falsch gelagert hatten wurden die beiden Brüder am Mittwoch verurteilt: sechs bzw. acht Monate Haft auf Bewährung wegen fahrlässigem bzw. vorsätzlichem unerlaubten Umgang mit gefährlichen Abfällen.


Entweder kommt Ruine weg oder Eigentümer müssen Grund abgeben

"Wir behalten uns die Einziehung des Grundstücks vor", so Richter Thilo Schmidt. Wenn das Urteil rechtskräftig wird haben die Männer aus Penzberg (53 und 56 Jahre alt) sechs Monate Zeit die Gebäudereste zu beseitigen - ansonsten müssen sie das Grundstück an die Stadt Traunstein oder den Freistaat verschenken bzw. verkaufen. "Wir verschenken nichts, das machen wir schon selber", zeigte sich 53-jährige Angeklagte entschlossen.

Nach dem Dacheinsturz im Februar 2019 (links) wurden auch die restlichen Mauern noch niedergerissen.

Eigentlich wurden die Penzberger von Stadt und Landratsamt schon mehrere Male zum Handeln aufgefordert. "Der Wille das Haus zu sanieren war da, aber es zog sich hin und wir haben uns vertrösten lassen", so der Bauamtsleiter der Stadt Traunstein im Zeugenstand. Am 25. Februar 2019 brach dann das Dach unter den Schneemassen ein. Weil die Standsicherheit danach nicht mehr gegeben war, ließ die Einsatzleitung das Haus noch am selben Abend einreißen.

Asbestplatten einfach mit Hammer zertrümmert

Ende Februar 2019 riss einer der Männer dann Asbestzementplatten von der Westwand mit einem Hammer herunter, zertrümmerte sie und steckte sie in undichte Plastiksäcke. Ein anonymer Anrufer informierte die Polizei. "Wenn Asbestplatten brechen verteilen sich die giftigen Fasern in der Luft, auf dem Boden, setzen sich auf Kleidung fest", so ein Sachverständiger. Die unsichtbaren Asbestfasern verhaken sich in der Lunge, nach 15 Jahren kann eine Abestose-Krankheit ausbrechen, im schlimmsten Fall verursachen die Fasern Lungenkrebs

Bilder vom Einsatzort: Haus bricht vermutlich unter Schneelast ein

Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
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Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger
Ein Gebäude ist an der Salzburger Straße bei Traunstein eingestürzt. © FDL/Lamminger

Asbest ist im Abfallverzeichnis als "gefährlicher Stoff" vermerkt. Seit 1993 darf es nicht mehr verbaut werden, der Umgang mit Asbest ist in technischen Vorschriften genau geregelt (TRGS 519). Bei der Ruine an der B304 darf nun nur noch eine Fachfirma ran. Ein Zeuge des Gewerbeaufsichtsamtes schätzte, dass die Asbest-Entsorgung jetzt bis zu 6000 Euro kostet, "weil durch den Bruch der Platten auch weitere Teile des Hauses und der Boden kontaminiert wurden". 

Der Anwalt der beiden Brüder aus Penzberg, beide vielfach vorbestraft, plädierte auf Freispruch: Sie hätten nicht gewusst, dass Asbestplatten im Haus verbaut sind - doch die Traunsteiner Bauverwaltung wies die Angeklagten in Telefonaten durchaus darauf hin. Außerdem trug einer der Angeklagten bei den Abrissarbeiten selbst einen Mundschutz: "Das habe ich nur vorsichtshalber gemacht, es gibt ja auch andere gefährliche Dämmstoffe wie Glasfaser", argumentierte er. 

Wann die beiden Männer das Haus kauften, welche Interessenten es für das Grundstück gibt, wie viel Geld ihnen dafür schon geboten wurde und wie es in dem Fall weitergeht lesen Sie am Donnerstag in einem weiteren Artikel auf chiemgau24.de.

xe

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