Verhandlung am Amtsgericht Traunstein

"Aus Neugier und Dummheit": Fridolfinger wegen Kinderpornos verurteilt

Traunstein/Fridolfing - Über 200 Fotos und drei Videos mit Kinderpornographie tauchten auf dem Computer eines Fridolfingers auf - nun wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

"Mich belastet das ganze sehr", zeigte sich der Angeklagte aus Fridolfing vor dem Amtsgericht Traunstein offen. In den Jahren 2013 und 2017 verschickte er über den Yahoo-Messenger sowie über Skype insgesamt fünf Kinderporno-Fotos. US-amerikanische Ermittler kamen ihm auf die Schliche, am 5. Juli 2018 durchsuchte die Kripo schließlich seine Wohnung. Auf dem Computer des Fridolfingers tauchten 201 kinderpornographische Fotos und drei Videos auf.


Urteil: Zehn Monate Haft auf Bewährung wegen Kinderpornos

Das Urteil von Richter Wolfgang Ott: Zehn Monate Haft auf Bewährung wegen Drittbesitzverschaffung und Besitz kinderpornographischer Schriften. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Der Angeklagte muss außerdem 1000 Euro an den Kinderschutzbund zahlen

Wie erklärte der Fridolfinger seine Taten? 2013 sei er auf verschiedenen Erotik-Seiten und in Chats unterwegs gewesen. Andere User hätten ihm kinderpornographische Fotos angeboten und ihm geschickt - "aus Neugier und Dummheit" habe er nicht abgelehnt. Die Fotos blieben auf seinem PC gespeichert und er verschickte sie auch weiter.


Angeklagter: "Ich schäme mich dafür und bereue es"

 "Ich hatte kein Interesse, mich daran aufzugeilen. Aber offensichtlich gibt es im Netz viele Leute, die einen in die Illegalität drängen wollen", so der Fridolfinger. Richter Ott ließ offen, ob er dem Angeklagten die Erklärungen glaubte - fragte aber durchaus erstaunt: "Wenn Ihnen das nicht gefällt, warum schicken Sie dann die Fotos weiter?" 

Nach der Wohnungsdurchsuchung begab sich der Mann selbst in psychotherapeutische Behandlung. Hinweise auf pädophile Neigungen konnten laut Gutachten beim Fridolfinger nicht festgestellt werden. Von "Scham, Schuld und Selbstvorwürfen" sei der Angeklagte gezeichnet, heißt es im Gutachten. "Ich schäme mich dafür und bereue es. Ich halte mich nicht mehr auf Erotikseiten auf", betonte der Fridolfinger auch vor Gericht.

Richter: "Wenn sowas nochmal vorkommt wird's kritisch"

Staatsanwalt Markus Andrä wertete zwar das volle Geständnis positiv und auch, dass der Mann bisher sein Leben lang straffrei blieb, empfahl jedoch trotzdem weitere therapeutische Gespräche. Zwölf Monate Haft auf Bewährung beantragte die Staatsanwaltschaft. Verteidiger Klaus Hellenschmidt beließ es in seinem Antrag bei einer "kurzen Freiheitsstrafe und einer angemessenen Geldauflage". Richter Ott gab dem Fridolfinger aber deutliche Worte mit auf den Weg: "Wenn sowas nochmal vorkommt wird's wirklich kritisch. Das muss aufhören."

Unser Vorbericht vom Dienstagmorgen:

Neben den Fotos und Videos, die nach der Wohnungsdurchsuchung am 5. Juli 2018 auf dem Computer des Fridolfingers gefunden seien, wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann auch vor, kinderpornographische Fotos an andere Internetnutzer verschickt zu haben. Der Mann ist deshalb wegen sogenannter Drittbesitzverschaffung kinderpornographischer Schriften und wegen ihres Besitzes angeklagt. 

Verhandelt wird am Dienstag ab 9 Uhr vor dem Amtsgericht in Traunstein. chiemgau24.de wird aktuell aus dem Gerichtssaal berichten.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / Uwe Zucchi/dp

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