Der Landkreis hat einen neuen "Taktgeber"

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Traunstein - Mit einer bewegenden Rede verabschiedete sich Landrat Hermann Steinmaßl in den Ruhestand und übergab den symbolischen "Taktstock" an seinen Nachfolger Siegfried Walch.

Über 240 geladene Gäste kamen an diesem Mittwoch in die Aula der Staatlichen Berufsschule I in Traunstein, um ihren Landrat Hermann Steinmaßl zu verabschieden. Unter ihnen auch der Bayerische Staatsminister des Inneren, Joachim Herrmann. Er lobte in seiner Ansprache besonders die Verdienste des langjährigen Landrats um die Bildung, Infrastruktur, das Gesundheitswesen und die Katastrophen-Bewältigung. "Du hast die Zukunftschancen für die Menschen im Landkreis realisiert." Für sein Engagement wurde er daher vom Staatsministerium mit der Verdienstmedaille für kommunale Selbstverwaltung in Silber ausgezeichnet.

Sepp Konhäuser, der Steinmaßl in seiner Amtszeit als Stellvertreter begleitet hat, moderierte die Veranstaltung und blickte in seiner Rede nochmals auf die vergangenen zwölf Jahre zurück: "Zwölf Jahre, das sind 4380 Stunden als Landrat des Landkreises Traunstein oder auch ganze 105.120 Stunden. Zwölf Jahre sind aber auch eine lange Zeit, in der du für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises da warst und vieles verändert und vorangebracht hast." Stets habe Steinmaßl die Gradwanderung, eine Verbindung zwischen dem Gemeindewohl und dem Interesse des Einzelnen herauszustellen, bestens bewältigt. In seine Aufgaben habe er immer sein ganzes Herzblut und seine Leidenschaft hineingelegt.

Anschließend hatten die regionalen Vertreter aus Politik und Wirtschaft die Gelegenheit, mit ihren Grußworten dem Landrat Dank für seine langjährige Arbeit auszusprechen. Der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner meinte unter anderem, dass er die Amtsübergabe für Steinmaßl nicht als einen Abschied betrachte, sondern als den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. "Hermann Steinmaßl ist ein begnadeter Tänzer und Grillmeister. Außerdem ist er der beste Sandburgen-Bauer, den ich kenne. Und nun hat er die Gelegenheit, seine Künste auf diesen Gebieten noch zu verfeinern."

Amtsübergabe des Landrats in Traunstein

Sichtlich beeindruckt von soviel Lob und Anerkennung für seine Arbeit trat dann Hermann Steinmaßl selbst ans Mikrophon. "Mir ist schon ganz angst und bange geworden, wegen den ganzen Grußworten. Ich dachte schon, dass ich jetzt kurz vor der Heiligsprechung bin", meinte der scheidende Landrat mit einem Augenzwinkern. Mit etwas Wehmut in der Stimme ließ er anschließend die vergangenen zwölf Jahre Revue passieren. Als er anschließend auf seine Familie zu sprechen kam, konnte der sonst so gefasste Landrat seine Gefühle nicht mehr im Zaum halten. Mit tränen in den Augen bedankte er sich bei seiner Frau Renate und seinen Kindern Eva-Maria, Susanne und Constanze für "euer Verständnis und eure Rückendeckung". Im Interview verriet uns Steinmaßl anschließend, dass er sich nun darauf freue, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. "Aber jetzt sind meine Kinder leider schon groß, was natürlich schon schade ist. Diese Zeit kann man leider nicht mehr nachholen". Doch er freue sich darauf, vielleicht hoffentlich bald mit den Enkeln Sandburgen bauen zu können.

Zum Abschluss der Feier übergab Steinmaßl noch symbolisch einen Dirigentenstab an seinen Nachfolger Siegfried Walch, der ab Mitternacht offiziell der neue Landrat des Landkreises Traunstein ist. "Ich bin mir sicher, dass du dieses große Orchester 'Kreistag' auch in Zukunft mit viel Takt und Gefühl dirigieren kannst."

Rubriklistenbild: © ps

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