Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Infoabend zur Stadtentwicklung

Traunsteiner sind skeptisch: „Ich bin optimistisch gekommen aber jetzt doch nervös“

Traunsteiner Oberbürgermeister  Dr. Christian Hümmer vor interessierten Traunsteiner Bürgern zum Thema Stadtentwicklung
+
Traunsteiner Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer in voll besetzter Klosterkirche zum Thema Stadtentwicklung

„Wir werden sicher auch öfter anecken“, prophezeit Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) während der Veranstaltung zum neuen Stadtmanagement. Gesagt, getan. Die Meinungen am Mittwochabend (16. November) waren so zahlreich wie die Besucher. Was eine lebenswerte Stadt ausmacht? Das sieht jeder anders:

Traunstein – Dass die Meinungen, wie eine lebenswerte Stadt aussieht, ganz unterschiedlich sind, liegt auf der Hand. Das wissen auch die Leute vom Stadtmanagement. Und so haben sie sich ein Konzept erdacht, bei dem die Bürger aktiv mitgestalten können und ihre Interessen einbringen. Die Krux wird sein, alle unter einen Hut zu bringen.

Stadtentwicklung in Traunstein mit neuem Konzept

Das Team des sogenannten City Managements, kurz CIMA um den Geschäftsleiter Christian Hörmann war erstaunt, wie viele Menschen in die Klosterkirche strömten um sich für ihre Stadt zu engagieren. „Daran merke man, dass sie sich dafür interessieren“, sagt Hörmann gleich zu Beginn. Und mit dem Interesse stünden die Bürger nicht allein: „Es ist uns echt ernst“, sind die Begrüßungsworte des Oberbürgermeisters. Sie hätten ein schlagfertiges Team, Fördermittel und „Sie, die Bürger“.

Frischer Wind mit jungem Team

Die Mannschaft habe sich nun auch erweitert, so Oberbürgermeister Hümmer. Hinter dem Label zukunfTS.team stehen nun neben Hans-Peter Weiß auch Anette Resch und Hans Wembacher. Die jüngere Besatzung soll für noch mehr frischen Wind bei der Gestaltung der Traunsteiner Innenstadt sorgen. Konkret müssen die Stadtentwickler im besten Fall alle mit einbeziehen: Anwohner, Hausbesitzer, Geschäftsleute und Urlauber.

Das Team des Stadtmarketings wurde um Anette Resch und Hans Wembacher erweitert und von OB Hümmer vorgestellt.

Mit den Schlagworten Spaß, Erreichbarkeit und gewinnbringend fasst OB Christian Hümmer die Eckpfeiler einer lebenswerten Stadt zusammen. Das sei natürlich verkürzt, gibt Hümmer zu, aber doch im Wesentlichen auf den Punkt gebracht. Und deshalb gäbe es jetzt die dialogorientierte Stadtentwicklung, fügt Christian Hörmann von der CIMA hinzu.

Hohe Anforderungen an die Stadt der Zukunft

Erste konkrete Ideen sind da: Ein Adventskalender, ein digitaler Gutschein, mobile Begrünung, Aufstellen von Stühlen im öffentlichen Raum, Schulungen für Gewerbetreibende. Die Palette ist breit aufgestellt und kommt jung und innovativ daher. Das sei nur der Anfang. Man wolle damit den veränderten Anforderungen an eine lebenswerte Stadt gerecht werden. Die jungen Menschen, so Christian Hörmann von der CIMA, würden kritischer konsumieren, es würde mehr Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit gelegt. Freizeit, Erholung und auch einhergehende Klimaanpassungen stehen auf der Wunschliste immer weiter oben.

Es fehle das „big picture“

„Ich bin optimistisch gekommen aber jetzt doch nervös“, war das erste Statement der Diskussionsrunde. Die Frau stellte sich als Traunsteiner Anwohnerin vor, die nach langer Zeit wieder in der Heimat gelandet sei. Ihr fehle das große Ganze hinter den kleinen Ideen: „Sie wollen mich und meine Familie länger in der Innenstadt? Das erreichen Sie damit nicht“.

Eine andere Bürgerin, die angab, selbst aus dem Stadtmarketing-Bereich zu kommen, ergänzte daraufhin: „Ich find es wichtig, dass es eine Vision gibt und das Pferd nicht von hinten aufgesattelt wird.“ Ein „big picture“, also die große Perspektive wurde vermisst.

Kein Überstülpen von Ideen

„Wir werden mit einem Adventskalender nicht die Stadt retten“ erwidert Anette Resch vom Stadtmarketing. Sie seien sich durchaus darüber bewusst, dass das nur der Anfang sein kann:  „Wir haben nicht nur Däumchen gedreht. Wir haben sehr viele Konzepte entwickelt aber wir können jetzt nicht hier alle vorstellen.“ Das Konzept der dialogorientierten Stadtentwicklung würde ja eben genau dies nicht wollen - Ideen den Bürgern überstülpen, ergänzt OB Hümmer.

 „ Ich glaub, es wäre nicht richtig, sich als OB, CIMA oder Stadtmanagement hinzustellen und zu sagen, wie sieht die Stadt in 10 Jahren aus.“

Traunsteiner Oberbürgermeister Christian Hümmer

Wo ist denn eigentlich die Innenstadt?

Unklar war auch, wer denn nun überhaupt zur Innenstadt Traunsteins gehört: „Vom Stadtplatz bis zum Bahnhof könnte man sagen“, versucht Christian Hörmann von der CIMA den Kernbereich der Innenstadt zu umreißen. Das wäre schade, konstatierte eine Anwohnerin, die gerade nicht mehr in diesem Bereich wohne.

Aufsteller bei der Bürgerinfo zur Stadtentwicklung in Traunstein: Hier konnte ganz anonym Kritik laut werden. Parkplätze waren ein kontroverses Thema.

Auch der Leerstand in der Marienstraße und der Rosenheimer Straße wurde thematisiert. Ein Bürger wollte wissen, ob es denn da schon ein Konzept gäbe, die Häuser wieder in ansehnliche Gebäude zu verwandeln. Christian Hörmann bedauerte daraufhin den Umstand, dass die Häuser nicht der Stadt gehörten. Nur wenn die Eigentümer Interesse an einer Zusammenarbeit hätten, könnte man da aktiv werden.

Fortsetzung der Diskussion in lockerem Rahmen

Nach der Veranstaltung gab es Raum für Diskussion in kleiner Runde: Einige hatten den Saal schon während der Veranstaltung verlassen, die meisten blieben aber bis zuletzt. In lockerem Rahmen wurde im Anschluss noch lebhaft diskutiert.

Nach dem Infoabend des Stadtmanagements Traunstein wurde noch in lockerer Runde weiter diskutiert. Auch der ein oder andere Stadtrat war zugegen, wie hier rechts im Bild Rolf Wassermann(CSU).

Die ein oder andere Kritik fand dann auch noch ihren Platz auf den eigens dafür verteilten Aufstellern. Christian Hörmann räumt aber ein: „Das bedeutet nicht, wir wünschen uns jetzt alle was und schreiben das dann im Anschluss auf, sondern wir müssen auch schauen, wie verwirklichen wir es.“ Geplant sind weitere dieser Veranstaltungen und auch Workshops in kleinerem Rahmen, um alle Kritik einzubinden. Man darf gespannt sein, wie das Team die teils gegenläufigen Interessen vereinen kann.

Kommentare