Mit Elektroschocker niedergestreckt

Kellner in Berchtesgadener Bank ausgeraubt: Jahrelange Haft

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Traunstein/Berchtesgaden - Ein Kellner will die Tageseinnahmen nachts in der Bank einzahlen und wird dann brutal überfallen: Gegen einen 42-jährigen Slowaken wurde heute ein Urteil gefällt.

UPDATE, 12.05 Uhr: Gefängnisstrafe sicher

Für das Gericht unter Vorsitz von Erich Fuchs ist die Sache klar: "Der Angeklagte hat zusammen mit seinem bereits verurteilten Komplizen einen Kellner in der Sparkasse in Berchtesgaden überfallen."

Der angeklagte Slowake muss für sechs Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Er erhält dafür die selbe Strafe wie sein Komplize, der in dieser Sache bereits verurteilt wurde. Der Angeklagte ist schuldig des besonders schweren Raubes und der gefährlichen Körperverletzung.

Sein Komplize hat den Kellner, der die Tageseinnahmen des Restaurants "Goldener Bär" in Berchtesgaden in der Sparkasse einzahlen wollte, mit einem Elektroschocker niedergestreckt. Der Angeklagte schlug danach noch auf den Mann ein. Der Kellner erlitt unter anderem eine Schädelprellung und Verbrennungen im Nacken.

UPDATE, 10.10 Uhr: Staatsanwältin fordert Gefängnisstrafe

Als völlig unschuldig stellt sich der 42-jährige Slowake vor dem Traunsteiner Landgericht dar: Er soll mit einem Kumpanen im Februar 2014 nachts einen Kellner in der Berchtesgadener Sparkasse überfallen und ihm seine Tageseinnahmen geraubt haben. In seinen letzten Worten sagt der Slowake mehrmals: "Ich war noch nie in Deutschland. Ich war an diesem Tag mit meiner Lebensgefährtin unterwegs, weil sie Geburtstag hatte."

Ganz anders sieht es die Staatsanwältin: Der Angeklagte sei durch Videos, Fotos und ein Gutachten identifiziert werden. Auch sein Kumpane, der wegen dieses Raubs bereits verurteilt wurde, belastete den Slowaken - auch wenn er in diesem Prozess nicht mehr aussagen wollte. "Das Alibi des Angeklagten hat sich in Luft aufgelöst", so die Staatsanwältin. Wegen schwerer Körperverletzung und besonders schwerem Raub fordert sie eine Gefängnisstrafe von zehn Jahren. Der Slowake ist bereits einschlägig vorbestraft.

Das Gericht mit vorsitzendem Richter Erich Fuchs zieht sich nun zur Urteilsberatung zurück.

Vorbericht:

Es war der 6. Februar 2014, gegen 22.50 Uhr: Der Kellner eines Berchtesgadener Gasthauses geht in die Sparkasse um Tageseinnahmen und Wechselgeld einzuzahlen - insgesamt 2000 Euro. Dann nähern sich zwei Männer von hinten und drücken dem Kellner einen 10.000-Volt-Elektroschocker in den Nacken, prügeln danach auf ihn ein. Mit dem Geld machen sie sich davon. Die Überwachungskamera zeichnet alles auf.

Wegen dieses Falls steht nun ein 42-jähriger Slowake vor dem Traunsteiner Landgericht - doch er gibt sich unschuldig. Zu jenem Zeitpunkt sei er gar nicht in Deutschland gewesen. Sein 37-jähriger Kumpane wurde wegen des gleichen Überfalls bereits zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Im jetzigen Prozess verweigert er die Aussage. 

Die Anklage gegen den Mann lautet nun besonders schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung. Am Freitag wird das Landgericht ein Urteil fällen. 

Der Prozess beginnt um 9 Uhr, BGLand24.de berichtet aktuell aus dem Gericht.

xe

Rubriklistenbild: © Fotomontage dpa/Frank Rumpenhorst

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