Berufungsprozess zum tragischen Unfall auf Miesbacher Straße 

Die Angeklagten brechen ihr Schweigen vor Gericht

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Die Anwälte der Angeklagten beraten sich noch einmal vor Beginn des Berufungsprozesses.
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Traunstein/Rosenheim - Fast drei Jahre ist es her, dass bei einem Unfall in der Miesbacher Straße zwei junge Frauen getötet wurden. Drei Männer mussten sich vor Gericht verantworten, alle drei wurden verurteilt. Zwei von ihnen gingen in Berufung. Der Prozess wird ab dem 10. Oktober am Landgericht Traunstein geführt.

Update, 12.46 Uhr: Verhandlung bis 15. Oktober unterbrochen

Beide Angeklagten äußern sich vor Gericht und gehen auf die Fragen des Vorsitzenden Richters ein. Auf Nachfrage von Richter Dr. Zenkel verneinte der Angeklagte, kurz vor dem Unfall an einem Beschleunigungsrennen teilgenommen zu haben. Der BMW-Fahrer aus Riedering lässt durch seinen Verteidiger Andreas Michel eine Einlassung verlesen. Demnach wisse er nicht mehr genau, was damals passiert sei, ob er gebremst oder beschleunigt habe. „Ich dachte mir, der ist verrückt hier zu überholen.“ Dann hat es gekracht. Er sei dann kurz nach der Unfallstelle zum Stehen gekommen und sofort zu den völlig demolierten Fahrzeugen gelaufen. „Ich bin dann zu einem Auto hin und habe ein verletztes Mädchen vorgefunden.“ Er habe den Kopf des Mädchens - die verunglückte Fahrerin - gehalten und ihr zugesprochen. 

„Ich habe nicht gewusst, dass das Mädchen da schon tot war.“ Der Angeklagte befinde sich seit dem Unfall bis heute in psychologischer Behandlung. „Immer wieder läuft ein Film vor mir ab.“ Die Behandlung in der Öffentlichkeit setze ihm sehr zu. Er werde in den sozialen Medien und in der Presse fertig gemacht. 

„Ich habe gesehen, dass der Golffahrer überholt“, sagt der Kolbermoorer vor Gericht. „Was macht denn der?“, habe er zu seinem Beifahrer gesagt. „Ich habe nicht gebremst, weil ich gesehen habe, dass er hinter mir war. Ich dachte, er schert jetzt hinter mir ein. Da war noch genug Platz.“ Dann passierte die Kollision. 

„Bis ich realisiert habe, dass das jetzt wirklich passiert ist, habe ich sofort gebremst und bin zum Unfall losgelaufen.“ Er hörte Schreie und lief zum Fahrzeug der Mädchen. Bis heute quälen ihn Gedanken, ob er anders reagieren hätte sollen. 

„Ich habe so oft überlegt was ich anders machen hätte sollen“, sagt er mit den Tränen kämpfend. Wie der Mitangeklagte leide auch er sehr unter den Vorverurteilungen in der Presse und den Beleidigungen gegen seine Eltern in den sozialen Medien. Die inzwischen 22-jährige Schwester einer der verstorbenen Samerbergeinnen erlitt bei dem Unfall massive Verletzungen. Jeden Tag habe die junge Frau mit den seelischen und körperlichen Folgen zu kämpfen

Die Verhandlung wird bis zum Dienstag, den 15. Oktober unterbrochen.

Update, 10.43 Uhr: Angeklagte und Anwälte beraten sich

Im Berufungsprozess werden drei Verfahren verbunden: Die beiden gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Unfall auf der Miesbacher Straße und ein weiteres Verfahren:

Der Mann aus Kolbermoor wurde am 3. Dezember 2018 wegen der Teilnahme an einem verbotenen Autorennen vom Amtsgericht Rosenheim verurteilt. Er soll das Rennen nur kurze Zeit nach dem schlimmen Unfall gefahren haben. Auch gegen dieses Urteil hat der Angeklagte Rechtsmittel eingelegt

Ob sich die Angeklagten vor Gericht äußern werden, steht bis dato noch nicht fest. Die Verteidigung regt ein Rechtsgespräch an, zu dem sich die Parteien nun zurückziehen.

Update, 9.19 Uhr: Großer Medienandrang im Landgericht

Um 9.30 Uhr beginnt der Berufungsprozess gegen die beiden BMW-Fahrer, die den Unfall mit verursacht haben sollen. Der Medienandrang ist groß am Landgericht Traunstein, auch der Zuschauerbereich ist gut gefüllt. Werden die Angeklagten heute wieder schweigen? Bei den ersten Verhandlungen vor dem Amtsgericht Rosenheim hatten sie sich vor Gericht zur Sache nicht geäußert. Sie werden im Beisein ihrer Rechtsanwälte Harald Baron von Koskull und Andreas Michel erscheinen.

Tragischer Unfall auf Miesbacher Straße: Berufungsprozess startet

Ab Donnerstag, den 10. Oktober wird der Berufungsprozess um den tödlichen Unfall in der Miesbacher Straße in voraussichtlich sieben Verhandlungstagen am Landgericht Traunstein neu verhandelt. Nach ihren jeweiligen Verurteilungen haben sowohl der Angeklagte aus Kolbermoor, als auch sein Mitangeklagter aus Riedering Berufung eingelegt. Am 10. Oktober wird daher ein gemeinsamer Berufungsprozess am Landgericht Traunstein beginnen. Insgesamt 31 Zeugen sollen gehört werden. Das Urteil wird für Dienstag, 12. November, erwartet.

Schuldspruch vor dem Amtsgericht Rosenheim 

Das Amtsgericht Rosenheim sprach beide Fahrer der fahrlässigen Tötung, Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässigen Körperverletzung schuldig. Der BMW-Fahrer aus Riedering wurde im März 2019 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt, der Fahrer aus Kolbermoor im Mai 2018 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung. Der Autofahrer aus Ulm wurde zu einer 20-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Diese ist inzwischen rechtskräftig. Er wird in diesem Prozess jedoch voraussichtlich wieder als Zeuge aussagen müssen.

Drei weiße Kreuze an der Unfallstelle

Bei dem Unfall am 20. November 2016 auf der Miesbacher Straße in Rosenheim wurden z wei junge Frauen tödlich verletzt. Die 15-jährige Ramona D. und die 21-jährige Melanie R. stammten beide vom Samerberg. Ramonas Schwester Lena überlebte den Crash schwerst verletzt. 

Die Unfallstelle auf der Miesbacher Straße in Rosenheim. Die weißen Kreuzen haben Unbekannte aufgestellt. Sie sollen die Unschuldigkeit der Opfer erinnern.

Die beiden BMW-Fahrer, gegen die jetzt neu verhandelt wird, sollen den Golf damals absichtlich beim Einscheren nach einem Überholvorgang behindert und so den Horror-Unfall mitverursacht haben. 

**chiemgau24.de berichtet vom Prozess am Donnerstag**

jb

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