Public Viewing zur WM: Das sagt der Stadtrat

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Traunstein - Kurz und knackig war die Diskussion um das Public Viewing-Angebot in Traunstein zur Fußball-Weltmeisterschaft. Wie sich der Stadtrat entschieden hat, lesen Sie hier:

Bei der Stadtratssitzung am Donnerstag stand als erstes die Bestellung eines kommunalen Jugendbeauftragten auf dem Programm. Die Wahl fiel auf den jetzigen Referenten für Jugend im Stadtrat, Thomas Stadler. "Ich sehe es so, dass man in dieser Position als Netzwerker zwischen Kindern und Jugendlichen in der Stadt und der Kommunalpolitik agiert", so Stadler selbst. Dem stimmte auch Oberbürgermeister Manfred Kösterke zu. Es sei als Nebentätigkeit zu Stadlers Tätigkeit als Referent für Jugend zu sehen. Der Beschlussvorschlag wurde einstimmig angenommen.

Public Viewing in Traunstein

Weiter ging es mit dem heiß diskutierten Thema "Public Viewing" in Traunstein. Zur Fußball-Weltmeisterschaft hat die Bundesregierung eine (Ausnahme-)Verordnung über den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehübertragungen (Public Viewing) erlassen. Nun lag es am Stadtrat, die Genehmigungsfähigkeit der verschiedenen Übertragungsorte im Einzelnen zu prüfen. Konkret ging es dabei um die Genehmigung für die Traunsteiner Biergärten und die Übertragungen der Deutschland-Spiele auf dem Trainingsgelände des SBC Traunstein in Empfing.

Ein Problem dabei : Auf dem Veranstaltungsgelände in Empfing könnten bis zu 5000 Zuschauer Platz finden, allerdings gibt es nur rund 300 Parkplätze. Laut dem Veranstaltungs-Konzept könnten aber weitere Parkmöglichkeiten am Gewerbegebiet "Kaserne" angeboten werden. Der Hohlweg soll als Einsatz- und Rettungsweg dienen.

Dr. Thomas Graf von der Traunsteiner Liste gab zu bedenken, dass die Übertragungszeit bis maximal ein Uhr morgens möglicherweise nicht ausreiche: "Was ist, wenn es zum Elfmeter-Schießen kommt. Ist dann trotzdem um ein Uhr Schluss?" Oberbürgermeister Kösterke nahm den Einwand gelassen entgegen: "Dem Konzept zufolge, geht es nur bis ein Uhr morgens. Aber wenn Deutschland gewinnt, dann wird es auch darüber hinaus bestimmt Autokorsos und den damit verbunden Lärm geben." Burgi Mörtl-Körner von den Grünen setzte der Lärm-Diskussion dann ein Ende: "Lassen wir doch Traunstein feiern, wenn es etwas zu Feiern gibt. Und wenn es zum Elfmeterschießen kommt, dann wird bestimmt keiner um punkt ein Uhr die Übertragung stoppen." Einstimmig nahm der Stadtrat den Beschlussvorschlag an.

Tauziehen um neues Gewerbegebiet

Das Umstrittene Thema "Gewerbegebiet im Traunsteiner Süden" kam anschließend auf den Tisch. Diskutiert wurde über die dritte Änderung des Flächennutzungs-Planes. Mörtl-Körner: "Wir werden auf keinen Fall dem Gewerbegebiet zustimmen." Von Seiten der Grünen wolle man keine Zersiedelung der Stadt. "Außerdem ist fraglich, ob sich Gewerbetreibende finden, die die Flächen beziehen wollen." Der Argumentation von Mörtl-Körner schlossen sich die Mitglieder der Traunsteiner Liste an.

Wolfgang Osenstätter (CSU) aber hielt dagegen: "Wir haben für sämtliche Grundstücke bereits Interessenten, für die wir den Platz brauchen." Die Stadt benötige Gewerbetreibende, um Geld zu generieren und Arbeitsplätze für die Jugend zu schaffen. Dem schloss sich Oberbürgermeister Kösterke an, auch wenn er nicht unbedingt für den Traunsteiner Süden als Standort sei. "Im Norden funktioniert es aber nicht. Und ewig werden die Interessenten auch nicht warten."

Eine weitere Befürchtung der Grünen-Fraktion, dass sich im Gewerbegebiet großflächige Einzelhändler, wie beispielsweise Discounter-Märkte, ansiedeln könnten, entgegnete Kösterke: "Die Größe der einzelnen Flächen ist auf 800 Quadratmeter beschränkt. Das ist kein großflächiger Einzelhandel." Mit 20 zu 5 Stimmen wurde anschließend die dritte Änderung des Flächennutzungs-Planes beschlossen. Damit ist aber noch kein Baurecht geschaffen. Das ist dem nachfolgenden Bebauungsplan-Verfahren vorbehalten.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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