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Bewaffnetes Eintreiben von Drogengeld in Marquartstein?

Drei Angeklagte schweigen, einer spricht: „Wir wollten das Geld holen, dann wurde er frech“

Vier junge Männer aus dem Landkreis Rosenheim stehen ab heute vor dem Landgericht: Sie sollen in Marquartstein versucht haben, bewaffnet „Schulden“ aus Drogengeschäften einzutreiben - und zwei Menschen mit dem Tod gedroht haben.

Update, 17.18 Uhr - Drei Angeklagte schweigen, einer spricht

Drei schweigen, einer spricht: Nur der 22 Jahre alte Mann aus Kolbermoor – sozusagen der Hauptangeklagte – äußert sich vor dem Traunsteiner Landgericht. Die anderen drei Angeklagten machen keine Angaben. Und der Kolbermoorer liefert dem Gericht so etwas wie ein Teilgeständnis. Aber: So wie er den Vorfall am 4. Oktober 2020 in Marquartstein schildert, waren die drei anderen Angeklagten zwar dabei, jedoch praktisch unbeteiligt.
 
Nach einer Partynacht mit Cannabis, Alkohol und Kokain habe er sich mit den anderen drei in Marquartstein vor dem Haus des Geschädigten getroffen. Als das Opfer herunterkam, habe sich der Kolbermoorer alleine mit dem damals 17-jährigen Geschädigten wegen der Schulden unterhalten. „Wir wollten das Geld holen, dann wurde er frech“, so der 22-jährige Angeklagte.
 
„Du sollst Deine Schulden bezahlen“, habe er dem 17-Jährigen immer wieder eingebläut und ihm dann einige Watschen gegeben, gesteht der Angeklagte. Dass er kurz darauf in der Wohnung auch ein Küchenmesser drohend in der Hand hielt, gibt er ebenfalls zu. Nur an den Hals gehalten habe er es dem Opfer nicht. „Und die anderen drei haben nie etwas gemacht?“, fragt die Vorsitzende Richterin Heike Will. „Nein, die sind nur mitgekommen und hinter mir gestanden“, so die Antwort von der Anklagebank.

Der Prozess gegen die vier Männer aus dem Landkreis Rosenheim im Alter von 20 bis 33 Jahren wird am 4. Mai fortgesetzt. Dann wird auch der Geschädigte aus Marquartstein vor dem Landgericht aussagen. Zwei weitere Verhandlungstage sind für 11. und 17. Mai angesetzt. 

Update, 13.30 Uhr - Details aus Anklage jetzt bekannt

Der Verhandlungssaal am Traunsteiner Landgericht ist gut gefüllt: Die vier Angeklagten sind mit ihren Verteidigern erschienen, Gutachter sind vor Ort, Nebenkläger, Staatsanwaltschaft sowie zwei Richterinnen und zwei Schöffen. Angeklagt sind ein Kolbermoorer (22), ein Rosenheimer (23) und zwei Priener im Alter von 20 bzw. 33 Jahren.

Der Prozess beginnt, Staatsanwältin Barbara Miller verliest die Anklage. Die vier jungen Männer seien in der Früh nach Marquartstein gefahren, um mit Gewalt Schulden aus Drogengeschäften für einen Bekannten einzutreiben. Um 3200 Euro sei es gegangen. Als der Marquartsteiner vor das Haus trat, habe ihn der 33-jährige Priener Angeklagte festgehalten und der 22-jährige Kolbermoorer habe ihn geschlagen. 50 Euro habe der Marquartsteiner herausgerückt, doch das reichte den Angeklagten laut Staatsanwältin nicht.

Das Geschehen habe sich dann hinauf in die Wohnung verlagert. Die beiden Angeklagten seien mit dem Geschädigten in die Wohnung, die beiden anderen hätten an der Tür Wache gehalten. Der Kolbermoorer habe den Geschädigten dann mehrmals mit der Faust geschlagen. Geld habe es aber dann noch immer nicht gegeben – auch dann nicht, als der Kolbermoorer ein langes Brotmesser holte und es fest gegen den Hals des Marquartsteiners gehalten halt.
 
Die nächsten, angeklagten Druckmittel des Rosenheimers: Er drohte mit dem Tod der Mutter des Geschädigten. Das Opfer habe es dann aber geschafft, das Quartett auf den Rathausplatz in Marquartstein zu lotsen – dort werde das Geld übergeben. In der Wohnung verständigte der Geschädigte aber wohl seinen Onkel, der gleichzeitig die Polizei auf den Rathausplatz schickte.
 
Angeklagt sind die vier wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung. Jetzt sind sie an der Reihe. Werden die Angeklagten mauern, gibt es Geständnisse oder präsentieren sie andere Versionen?

Erstmeldung

Marquartstein/Traunstein – Für vier Männer aus dem Landkreis Rosenheim wird es ab dem heutigen Mittwoch (27. April) ernst: Sie stehen unter anderem wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung vor dem Landgericht Traunstein. Die ihnen vorgeworfene Tat soll sich am 4. Oktober 2020 in Marquartstein abgespielt haben.

Laut Staatsanwaltschaft hätte das Quartett versucht, Schulden in vierstelliger Höhe aus Drogengeschäften einzutreiben. Anspruch darauf hätten sie nicht gehabt. Ein Marquartsteiner sei dazu unter anderem mit Schlägen und einem an den Hals gehaltenen Messer unter Druck gesetzt worden. Darüber hinaus sei ihm und seiner Mutter mit dem Tod gedroht worden. Angeklagt sind ein Kolbermoorer (22), ein Rosenheimer (23) und zwei Priener im Alter von 20 bzw. 33 Jahren. Verhandelt wird am 9.30 Uhr vor der Jugendkammer.

chiemgau24.de wird aktuell aus dem Traunsteiner Landgericht berichten.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa