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Nachgefragt beim Bayerischen Brauerbund

„Der Ukraine-Krieg sorgt für das i-Tüpfelchen“: Teure Rohstoffe lassen wohl den Bierpreis steigen!

Auch beim Bier müssen die Preise erhöht werden.
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Jetzt auch noch das Bier: Preiserhöhung wegen Krieg?

„Aber bitte keine Panikkäufe!“ ist leichter gesagt als getan, denn der Ukraine-Krieg lässt die Preise für Lebensmittel steigen. Nun ist auch das Grundnahrungsmittel der Bayern betroffen: Weil Braugerste und Malz teurer werden, müssen wohl auch heimische Brauereien beim Bierpreis anziehen.

Rosenheim, Traunstein – Es geht ans Eingemachte: Zwar haben laut Walter König, Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, viele Gründe dazu geführt, dass die Bierpreise bald ansteigen werden, doch der Ukraine-Krieg sorge nun für das i-Tüpfelchen:

Schon im Juli 2021 schossen die Preise für Braugerste durch die Decke. So lag dieser im Januar 2021 bei 170 Euro pro Tonne und Ende Juli 2021 300 Euro. Am 19. März 2022 lag der Marktpreis pro Tonne Malz bei 375 Euro. Grund dafür sind neben einer schlechten Ernte im Jahr 2021 auch die gestiegene Nachfrage nach Gerste aus Europa. Weil Malz aus Russland und der Ukraine nicht geliefert werden können, brauchen China und Algerien Alternativen. Auch wenn heimische Brauereien regionale Gerste kaufen, sind sie preislich von der hohen Nachfrage mitbetroffen.

Bayerischer Brauerbund kündigt Preisanstieg an

Hinzu kommt, dass die Malzindustrie eine energieintensiven Branche ist, und die gestiegenen Energiekosten auf Preise einwirken. König sagt, dass allein wegen der Energiekosten der Preis pro Bierkiste um 30 Cent angehoben werden musste: Und das war noch vor dem Ukraine-Krieg. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erwirkte eine Lohnerhöhung zum 1. Januar 2022 um 2,3 Prozent. Bei der Tarifrunde am 1. Dezember 2021 wurde eine Erhöhung um bis zu 6,5 Prozent gefordert.

„Wenn die Lohnerhöhung auf den Bierkistenpreis umgelegt wird, müsste er um drei Euro mehr kosten“, so König. „Seit dem Krieg gilt es aber auch die explodierenden Malzpreise aufzufangen. Theoretisch wären jetzt noch einmal 45 Cent mehr pro Kiste fällig.“ Viele Brauereien müssen die Preiserhöhung jetzt noch nicht umsetzen, weil sie noch Malz auf Lager haben, so auch die Brauerei Flötzinger und das Hofbräuhaus Traunstein. „Es kommt nun stark darauf an, wie lange der Krieg dauert und wie lange das gelagerte Malz, Flaschen, Kronkorken und Etiketten ausreichen“, meint König.

Auch die Preise für Flaschen, Kronkorken und Etiketten steigen

Nämlich auch Flaschen, Kronkorken, Alufässer, Etiketten und sogar Etikettenlaim werden jetzt Mangelware. Maximilian Sailer, der Inhaber vom Hofbräuhaus Traunstein führt an, dass auch Stahl und Glas aus der Ukraine importiert werde „Gleich zu Beginn des Krieges wurden in der Ukraine zwei oder drei Glashütten niedergebombt, in denen Flaschen produziert wurden“, so Sailer. Auch Stahl für Kronkorken stamme aus dem Land. Franz Amberger, Erster Braumeister der Flötziger Brauerei in Rosenheim sagt, „Die Verträge der Lieferanten können mengenmäßig eingehalten werden, vermutlich aber preislich nicht. Die Sachlage ist sehr unübersichtlich.“

Die Herstellung von Glas für Bierflaschen, Alu für Bierdosen, Kunststoffkästen sowie die Papier- und Leimproduktion sind energieintensive Branchen, die stark von der Erhöhung der Energiepreise betroffen sind. Sailer vom Hofbräuhaus meint, die anstehenden Preiserhöhungen stammen noch von der Corona-Krise. „Gesperrte Häfen, geringe Nachfrage bis hin zu Panikkäufen und „Bunkern“: All das hat in den vergangenen zwei Jahren immensen Druck auf den Markt ausgeübt. Der Ukraine-Krieg wird sich aber erst 2023 in vollen Zügen auswirken“.