Tiefgarage, kein Parkhaus und Nutzung der Güterhalle?

Neuordnung am Bahnhof: Landkreis feilt weiter am Bildungs-Campus

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Am Donnerstagabend beim Vortrag im Traunsteiner Hofbräustüberl: Landrat Siegfried Walch (rechts) und Georg Osenstätter von der "Initiative Traunstein". 

Traunstein - Der Landkreis feilt weiter an seinen Pläne für den Bildungs-Campus westlich des Bahnhofs: Ein Parkhaus ist vom Tisch, dafür soll eine Tiefgarage gebaut werden - und die Güterhalle könnte weiterhin genutzt werden. 

Der Landkreis ordnet seine Pläne neu, wie die Teile des Bildungs-Campus westlich des Bahnhofs angeordnet werden sollen. Ursprünglich war geplant, die Güterhalle abzureißen und dort ein Parkhaus zu errichten. "Der Abriss könnte aber teuer werden, auch weil dort ein Oberleitungsmasten der Bahn integriert ist", so Landrat Siegfried Walch bei einer Veranstaltung der "Initiative Traunstein" am Donnerstag im Hofbräustüberl. Für Walch kommt jetzt dafür eine teilweise Weiternutzung der Güterhalle in Frage. Womöglich wäre dort Platz für einen "Maker-Space".


Tiefgarage statt Parkhaus

Ein Parkhaus auf dem Bildungs-Campus ist nun komplett vom Tisch. Stattdessen plant das Landratsamt jetzt eine große Tiefgarage. "Als Tiefgarageneinfahrt hätten wir am liebsten die Güterhallenstraße von der Wegscheid kommend", so Walch. Geht es nach dem Landrat solle die Straße direkt an die Gleise verlegt werden. Darüber hinaus wäre auch eine Tunnellösung denkbar: "Wir wollen dort ja auch ein Campusleben ermöglichen und keine Autos", so Walch. Die Entscheidungsgewalt über die Güterhallenstraße liegt aber bei der Stadt Traunstein, Gespräche sollen zeigen, was möglich ist. 

Wohnheim nicht auf Pendlerparkplatz

Im Gegensatz zu den ursprünglichen Plänen gibt es noch eine dritte größere Änderung. Auf dem jetzigen Pendlerparkplatz war eigentlich ein Wohnheim für Berufsschüler geplant. Das Wohnheim ist nun aber im Süden des Campus-Geländes geplant, angrenzend zu den Wohnhäusern an der Anton-Beilhack-Straße. Die Ausschreibung läuft bereits, im kommenden Jahr soll mit dem Bau begonnen werden. Was dann auf dem Pendlerparkplatz geschieht ist noch offen. Das städtebauliche Gesamtkonzept sei noch nicht ganz fertig, so Walch.


Ursprünglich sollte am Pendlerparkplatz (rot umrandet) das Wohnheim entstehen. Es wird nun aber im Süden, nahe der Anton-Beilhack-Straße geplant. Anstatt der Güterhalle (blau umrandet) wird nun kein Parkhaus gebaut. Möglicherweise wird die Güterhalle im Rahmen des Bildungs-Campus weiter genutzt, fix ist noch nichts. Der gelb umrandete Bereich ist für den eigentlichen Campus vorgesehen: Eine Handwerksakademie und ein Institut für Digitalisierung und Innovationsmanagement. Auch die Traunsteiner IHK will sich mit ihrer Bildungsakademie anschließen. Zwischen dem Landkreis und der TH Rosenheim wurde kürzlich eine Kooperationsvereinbarung geschlossen

Das große Grundstück entlang der Bahngleise ist bereits im Besitz des Landkreises. Mit weiteren privaten Grundeigentümern laufen noch Verhandlungen. Auch Bodenproben werden nun genommen. "Ein Teil des Bodens wird sicher belastet sein", so der Landrat. Auch beim Bau der AKG-Turnhalle stellte sich das bereits heraus. Der Landkreis wird insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag in den Bildungs-Campus investieren. Dem Bau eines Jugendzentrums im Campus erteilte Walch erneut eine Absage: "Das sind zwei Klientel, die wenig miteinander zu tun haben."

Vollzeitstudium in Traunstein ab 2022 möglich

"Mit dem Bildungs-Campus wollen wir ein Leuchtturm für die ganze Region werden", so Siegfried Walch. Erste Workshops der Technischen Hochschule Rosenheim werden inzwischen schon in Traunstein angeboten, in den Räumen oberhalb der Sparkasse am Stadtplatz. 

Ab dem kommenden Jahr sollen auch Zertifizierungskurse und Lehrgänge möglich sein. Ab 2022 wird dann ein Vollzeitstudium in Traunstein möglich sein, auch wenn der Bau des Campus bis dahin noch nicht abgeschlossen ist.

xe

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