Viele weitere Traunsteiner Dauerbrenner-Themen angesprochen

Bürgerversammlung: Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz für OB Hümmer vom Tisch

Christian Hümmer Oberbürgermeister Traunstein
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Traunsteins Oberbürgermeister Christian Hümmer bei der Online-Bürgerversammlung am Donnerstag, 19. November. Bis zu 250 Zuschauer verfolgten in der Spitze den Live-Stream der Stadt via Youtube.

Traunstein - Wegen der Corona-Pandemie wurde die Bürgerversammlung erstmals online abgehalten. OB Hümmer beantwortete viele Bürger-Fragen und ging auch auf die Zukunft des Karl-Theodor-Platzes ein.

Der vieldiskutierte Umbau des Karl-Theodor-Platzes ist vom Tisch. Das gab Oberbürgermeister Christian Hümmer am Donnerstag, 19. November, bei der Online-Bürgerversammlung bekannt. „Den Karl-Theodor-Platz zu sanieren wäre momentan nicht finanzierbar. Es gibt momentan keine Überlegungen mehr für eine Tiefgarage oder ein Parkhaus.“ Das Thema wurde zuletzt vor einem Jahr im Stadtrat diskutiert. Eine erste Kostenschätzung veranschlagte 12,8 Millionen Euro für eine zweigeschoßige Tiefgarage. Rund 60 Prozent Fördergelder hätte die Stadt erhalten können. 

Überhaupt schwor Hümmer die Traunsteiner auf finanziell schwierige Zeiten ein: „In 2021 und 2022 werden nicht alle Wünsche erfüllt werden können. Weitere Schulden könnten gemacht werden. Eigentlich war unser Plan ein stabiler Haushalt, aber die Zeiten erfordern Anderes.“ Trotzdem sollte eine Kommune nun nicht „in Deckung gehen“ und trotzdem investieren. Optimismus sei weiterhin gefragt, so Hümmer. Den Einzelhandel will die Stadt, teils über die Werbegemeinschaft „Traunstein erleben“ mit 25.000 Euro stützen.

Gastro-Gutscheine und neue Rutsche im Schwimmbad

Die Bewältigung der Corona-Krise nahm viel Raum in der Ansprache des Oberbürgermeisters ein. „Unsere Gesellschaft ringt. Ist die Angst vor Infektion berechtigter als die, um seine Existenz zu fürchten oder um die Zukunft ihrer Kinder? Welche Angst berechtigter ist, kann nicht entschieden werden. Aber die Politik muss dem Rechnung tragen“, so Christian Hümmer. Er sei stolz, dass von den 22.000 ausgegebenen Gastro-Gutscheinen über den Sommer 16.000 eingelöst und 500 an die Tafel gespendet wurden. „Es ist uns gelungen, der Gastronomie zu helfen.“

Bei den Bürgerfragen, die online eingereicht werden konnten, ging es unter anderem um die neue Breitwellenrutsche im Schwimmbad. Ab der nächsten Saison wird sie die bisherige 75-Meter-Rutsche ersetzen. „Mal schauen, wie sie angenommen wird. Ich werde ein Auge darauf haben, ob wir in Zukunft eventuell wieder eine lange Rutsche bekommen. Bei vielen steckt auch die Sorge dahinter, ob die Breitwellenrutsche für kleinere Kinder geeignet ist“, so Hümmer, der sich selbst als „Fan“ der bisherigen 75-Meter-Rutsche bezeichnete.

Traunsteiner Online-Bürgerversammlung im Video (Beginn ab Minute 21.30)

Bekannt wurde darüber hinaus, dass die Planungen für die Gestaltung der Salzmann-Insel reifen. „In der ersten Jahreshälfte 2021 werden wir die Pläne im Stadtrat vorstellen“, so der Oberbürgermeister. Er verriet, dass es „in Richtung Wohnen“ gehen wird. Für die Daxerau müsse eine Bebauung „für alle Seiten akzeptabel sein“. Mit allen würden derzeit Gespräche geführt. „Wir wollen uns bemühen, keine Streitigkeiten zu provozieren.“ Keine Neuigkeiten gibt es dagegen beim Truppenübungsplatz Kammer. Die Zivilbevölkerung bleibe von der Nutzung des Waldes ausgeschlossen. Gespräche mit der Bundeswehr hätten nicht zum Erfolg geführt.

Jugendzentrum und Bauprojekt am Taubenmarkt

Auch dem Thema Jugend widmete Christian Hümmer einiges an Platz: Ein mögliches, neues Jugendzentrum wird am kommenden Mittwoch im Familienausschuss behandelt. Nach Informationen von chiemgau24.de wird eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, ob sich ein Jugendzentrum auf dem Skaterplatz im Gewerbepark Kaserne verwirklichen ließe. „Die aktuelle Situation ist nicht befriedigend. Es gibt immer weniger Möglichkeiten für junge Menschen in Traunstein wegzugehen. Das macht mir große Sorge“, so Hümmer. Er spielte damit wohl auch auf die absehbare Schließung des „Club Kafka“ an, die jüngst bekannt wurde. Hümmers Hoffnung: Neue Entwicklungen bei Kultur oder Gastronomie im Zuge des „Campus Chiemgau“.

Der Traunsteiner Altstadt steht außerdem das nächste große Bauprojekt bevor. Wie in der Bürgerversammlung bekannt wurde, wird das leerstehende Eckhaus am Taubenmarkt im Januar abgerissen. Anwohner und Geschäftsleute befürchten Verkehrsbeeinträchtigungen. „Für die Baufirma wird das eine große Herausforderung“, meinte auch Ordnungsamtsleiter Manfred Bulka. Wie genau die Schaumburger Straße gesperrt werden muss, stehe noch nicht fest.

„Aber die Anwohner können sich darauf verlassen, dass es Vollsperrungen nur geben wird, wenn es unbedingt notwendig ist“, so Bulka.

xe

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