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Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis Traunstein-Berchtesgadener Land

„Ein miserables Ergebnis“: Ramsauer und CSU weiter im Fall

Das sind die Erst- und Zweitstimmenergebnisse im Wahlkreis Traunstein-Berchtesgadener Land mit den Vergleichszahlen sowie Gewinnen und Verlusten in Bezug auf 2017. Nur Peter Ramsauer und Bärbel Kofler traten bereits 2017 an. Für die anderen sechs Bewerber war es die erste Kandidatur. Ihre Erststimmengewinne oder -verluste beziehen sich also auf die Resultate ihrer Vorgänger von 2017.Verena Klinger
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Das sind die Erst- und Zweitstimmenergebnisse im Wahlkreis Traunstein-Berchtesgadener Land mit den Vergleichszahlen sowie Gewinnen und Verlusten in Bezug auf 2017. Nur Peter Ramsauer und Bärbel Kofler traten bereits 2017 an. Für die anderen sechs Bewerber war es die erste Kandidatur. Ihre Erststimmengewinne oder -verluste beziehen sich also auf die Resultate ihrer Vorgänger von 2017.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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  • Tanja Weichold
    Tanja Weichold
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Mit einem Abschneiden wie 2017 hatte er zwar nicht gerechnet, aber dass es so ausging, stimmt auch Peter Ramsauer bitter: Er holte das Direktmandat im Wahlkreis Traunstein - mit herben Verlusten. So äußern sich die Direktkandidaten über ihr Abschneiden.

Lesen Sie aus dem Wahlkreis Traunstein-Berchtesgadener Land auch:

- den Live-Ticker vom Wahlabend mit Ergebnissen (frei lesbar)

Traunstein – 36,63 Prozent der Erststimmen für das CSU-Urgestein Dr. Peter Ramsauer in seinem Heimat-Wahlkreis Traunstein: Das ist für den ehemaligen Bundesverkehrsminister und Landesgruppenchef nach 50,3 Prozent bei der letzten Bundestagswahl 2017 das schlechteste Ergebnis seiner politischen Karriere im Bundestag, dem er seit 1990 angehört. Ramsauer, der zum neunten Mal in Folge ein Direktmandat holte, nennt das Abschneiden unumwunden ein „miserables Ergebnis“, wie er gestern Abend im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung sagt.

Das Zweitstimmenergebnis liegt im Wahlkreis Traunstein für die CSU bei 31,54 Prozent und damit deutlich vor der SPD, die 15,45 Prozent holte. Der 67-Jährige, der den Wahlausgang daheim in Traunwalchen im Beisein seiner Familie verfolgte, begründet die deutlichen Verluste in seinem Stimmkreis damit, dass er wie die CSU „mit der großen Welle mitschwimmt, da kann man nicht entkommen“.

„Rückblickend keine Fehler gemacht“

An seinem Wahlkampf könne er rückblickend keinen Fehler erkennen: „Ich tue für meinen Wahlkreis, was ich kann und bin immer ansprechbar.“

Am Montag werde er nach Berlin fliegen und seine Arbeit machen, sagt Ramsauer weiter. Er spricht sich für eine Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen aus, wenngleich er dies als „Drahtseilakt“ bezeichnet: „Zwischen der FDP und den Grünen liegen Welten.“ Eine Koalition mit der SPD als Juniorpartner könne er sich nicht vorstellen. Nach 31 Jahren Bundestag mit so einem schlechten Ergebnis konfrontiert zu sein, dazu meint er: „Ich habe schon so viel erlebt, da haut einen nichts mehr um.“

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SPD-Direktkandidatin Bärbel Kofler zeigt sich im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung hoch erfreut: „Das Ergebnis im Bund ist hervorragend. Das ist ein deutlicher Auftrag zur Regierungsbildung an die SPD.“ Zu einer bevorzugten Koalition wollte sie sich noch nicht äußern. Es sei zu früh, jetzt schon darüber zu spekulieren. Kofler selbst erreichte 17,00 Prozent der Erststimmen und wird aller Voraussicht nach über die Landesliste in den Bundestag einziehen.

Ehrenlechner freut sich über Ergebnis

Grünen-Kandidat Wolfgang Ehrenlechner holte bei den Erststimmen 10,59 Prozent, bei den Zweitstimmen liegen die Grünen im Stimmkreis Traunstein bei 12,26 Prozent und damit knapp hinter den Freien Wählern auf dem vierten Platz. Für den 40-jährigen Teisendorfer ist das Wahlergebnis in Ordnung: „Ich wollte ein zweistelliges Ergebnis und das habe ich geschafft.“

Auf Bundesebene hätten die Grünen heuer „für mehr gekämpft“ und sie seien ganz klar unter den Erwartungen geblieben. Trotzdem bedeute der Zuwachs ein Mehr an Millionen Wählern mit einem „klaren Auftrag für Klimaschutz und Zukunftspolitik“. Mit der SPD und „einer dritten Kraft“ sieht er für die Grünen eine gute Regierungsbeteiligung.

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Zufrieden über die Ergebnisse der FPD im Stimmkreis Traunstein äußerte sich Patrick Weiß (FDP). Er habe mit 7,54 Prozent der Erststimmen das Ergebnis im Vergleich zu 2017 (5,7 Prozent) deutlich ausbauen können. Das Zweitstimmenniveau sei mit 9,65 Prozent gehalten worden, 2017 lag es bei 9,2 Prozent. Das „starke Abschneiden“ der Freien Wähler nannte der 25-jährige Waginger schade: „Das sind Stimmen aus dem bürgerlichen Lager, die nun in Berlin fehlen, weil die Freien Wähler den Einzug in den Bundestag nicht geschafft haben.“

Groß ist die Enttäuschung hingegen bei Joachim Bernshausen von der AfD: „Es ist schade, dass die AfD das Ergebnis von 2017 nicht erreicht hat.“ Er kandidierte zum ersten Mal als Direktkandidat im Wahlkreis Traunstein und erhielt 7,80 Prozent der Erststimmen. Bei den Zweitstimmen lag die AfD bei 8,61 Prozent und verlor drei Prozent im Vergleich zu 2017.

AfD sieht Gründe bei Presse und Regierung

Die Ursachen sieht Bernshausen nicht bei seiner Partei: „Ich bin überzeugt, dass wir die richtigen Themen haben, aber diese werden von den Medien und den regierenden Parteien nicht aufgegriffen, etwa das Thema Verschuldung.“ Die internen Querelen in der AfD hält Bernshausen nicht für den Grund für das schlechte Abschneiden der AfD: „Das wird bei uns viel stärker thematisiert von der Presse als bei anderen Parteien.“

Andrea Wittmann von den Freien Wählern zeigt sich am Wahlabend hoch zufrieden über ihr Ergebnis. Auf Anhieb holte sie 11,4 Prozent der Erststimmen. Bei den Zweitstimmen entschieden sich 13,1 Prozent der Wähler für die Freien Wähler. „Vor mir sind zwei alte Hasen und Parteien, die deutlich höhere finanzielle Mittel haben.“ Ein Wermutstropfen sei dennoch, dass die Freien Wähler die Fünf-Prozent-Hürde nicht erreichten. Ihr sei wichtig gewesen, ein linkes Bündnis zu verhindern. Wittmann erklärt ihr gutes Abschneiden mit ihrem Engagement im Wahlkampf. Am Wahlabend muss auch die Linke um ihren Einzug in den Bundestag bangen. „Ich bin etwas ernüchtert über das Abschneiden“, sagt Direktkandidat Leon Buchwald, der 2,18 Prozent der Erststimmen gewann. Bei den Zweitstimmen lag die Linke bei 2,42 Prozent. „Die Linke tut sich lim ländlichen Raum etwas schwer“, so Buchwald.

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