Nach Schulweg-Unfällen Ende November

Diesem Busfahrer reicht's: Appell an uns alle

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Nick Reindl blickt auf eine langjährige Berufserfahrung als Busfahrer zurück. Nun wendet er sich an die Öffentlichkeit mit einer eindringlichen Bitte.
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Landkreis - Nick Reindl ist 34 Jahre alt, Busfahrer, viele Jahre in Rosenheim und nun in Traunstein im Einsatz. Jetzt wandte er sich an unsere Redaktion mit einem Appell.

Der Anlass für Reindls Kommentar über das neue Meldeportal chiemgau24.pinweis.de sind die jüngsten schweren Unfälle mit Schülern an Bushaltestellen in unserer Region.

In Schonstett wurde am 24. November ein Neunjähriger bei einem Unfall schwerst verletzt, er verstarb kurz darauf. Nur zwei Tage später erfasste ein Renault eine zehnjährige Schülerin bei Irschenberg. Bei diesem zweiten Unfall stand der Schulbus bereits mit eingeschalteter Warnblinkanlage an der Haltstelle, als der 78-jährige Renault-Fahrer vorbei fuhr. Polizeilich untersucht wird nun, wie schnell der Autofahrer tatsächlich unterwegs war.

Nick Reindl ist seit zehn Jahren für einen lokalen Verkehrsdienstleister als Busfahrer unterwegs. Zuerst viele Jahre in Rosenheim, nun seit knapp vier Jahren in Traunstein. Zusätzlich zum Linienverkehr fährt er auch Schulbusse.

Seinen Appell richtet Reindl als Privatperson an alle Verkehrsteilnehmer. Er will keineswegs als "Moralapostel" auftreten, denn auch Busfahrern würden Fehler passieren, etwa wenn sie durch den Lärm der Schulkinder kurz abgelenkt werden, in den Rückspiegel schauen und dabei für Autofahrer unerwartet abbremsen, so Reindl. Jedoch ist es ihm wichtig, dass sein Appell die Autofahrer in unserer Region erreicht.

Der Appell des Busfahrers:

"Ich bin jeden Tag mit einem Schulbus unterwegs und erlebe, wie rücksichts- und verantwortungslos sich andere Verkehrsteilnehmer verhalten, wenn man an den gekennzeichneten Bushaltestellen mit Warnblinklicht steht.

Ich frage mich, ob denn niemand gelernt hat, wie man sich da zu verhalten hat? Denn niemand, auch nicht die Polizei auf Streife, hält sich an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit, wenn beispielsweise morgens die Kinder an den vielen Schulen aussteigen! Es wird teilweise sogar mit überhöhter Geschwindigkeit am Bus vorbeigefahren, weil man die eigenen Kinder sicher und pünktlich zur Schule bringen will - selbst wenn man dabei das Kind eines Fremden stark gefährdet...

Ich weiß, dass unsere Gesellschaft immer hektischer wird und niemand mehr Zeit hat. Die Menschen sind desensibilisiert. Deshalb meine Bitte: Leute, schaltet euer Hirn ein, richtet eure Augen nicht aufs Smartphone, sondern auf den Straßenverkehr und schützt die Kinder!"

Was sagen Sie zu dem Appell des Busfahrers? Hat er recht oder ist seine Kritik überzogen? Stimmen Sie ab und kommentieren Sie unten mit!

Für Smartphone-Nutzer: Hier können Sie abstimmen!

mg/ch24

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