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Busfahrer aus Waldkraiburg vor Gericht

„Alles Lüge!“ Drei Buben aus Kreis Rosenheim vergewaltigt? Angeklagter wittert Intrige

Waldkraiburg/Landkreis Rosenheim/Traunstein - Wahrlich heftige Vorwürfe muss sich ab heute ein Mann aus Waldkraiburg vor Gericht stellen: Er war Busfahrer im Landkreis Rosenheim und lernte so einige Kinder kennen, die er später missbraucht und vergewaltigt haben soll.

Update, 14.55 Uhr - „Alles Lüge!“ Drei Buben aus Kreis Rosenheim vergewaltigt? Angeklagter wittert Intrige

Lüge, alles Lüge“, sagt der Angeklagte aus Waldkraiburg zur Frage von Richterin Will, was an den Vorwürfen dran ist. Angeblich hat er drei Buben vergewaltigt – doch der 56-Jährige meint: „Ich bin nur meiner Arbeit nachgegangen und habe keine Kinder angefasst.“ Vielmehr vermutet er eine „Falle“ der beteiligten Eltern hinter den Vorwürfen.

Lang und breit holt er aus, um dem Gericht ausführlich seine Versionen zu erzählen. Die Vernehmung des Angeklagten dauert mehrere Stunden. „Ich mache Dich fertig, ich mache Dich kalt“, habe ihm eine der Mütter gedroht. Schon vor der Festnahme habe er gehört, dass er mit sexuellem Missbrauch in Verbindung gesetzt werden soll. Jetzt sieht er sich völlig zu Unrecht auf der Anklagebank sitzen.

In einem der Fälle sei der Streit mit einer Mutter darum gegangen, ob er der leibliche Vater sei – jene Frau, bei der er dann für einige Wochen einzog, um der Frage nachzugehen. Deren Sohn, damals neun bzw. zehn Jahre alt, soll er vergewaltigt haben. „Ich habe nicht bei ihm geschlafen, nur mal Bücher mit ihm angeschaut. Er hat mich nicht nackt gesehen und ich ihn nicht“, verteidigt sich der Waldkraiburger.

Und die anderen beiden Buben, die er missbraucht haben soll? „Alle drei kennen sich gut.“ Vom Vorwurf der Vergewaltigung sei er selbst überrascht: „Ich habe keine Ahnung. Ich bin nur einfacher Busfahrer.“ Einer der 13-jährigen Buben habe aber tatsächlich öfters bei ihm und seiner damaligen Ehefrau übernachtet. „Er hat mit meiner Tochter gespielt, wir haben getrennt geschlafen und meine Frau war auch immer da.“

Der Prozess um die Vergewaltigung dreier Buben aus dem Landkreis Rosenheim wird am Dienstag (18. Oktober) fortgesetzt. Neun weitere Prozesstage sind angesetzt, mit einem Urteil wird aktuell erst am 6. Dezember gerechnet. Rund 40 Zeugen stehen auf der Liste des Traunsteiner Landgerichts – und wenn der Angeklagte die Vorwürfe derart vehement leugnet, werden die Zeugen wohl auch alle gebraucht. 

Update, 10.55 Uhr - Anklage jetzt öffentlich

Der Prozess beginnt und die Staatsanwältin holt zur Verlesung der ellenlangen Anklageschrift aus - eine Aneinanderreihung unappetitlicher Vorwürfe, die gegen den 56-jährigen Waldkraiburger erhoben werden. Zwischen 2019 und 2021 soll er drei Buben missbraucht und vergewaltigt haben, die er als Busfahrer im Landkreis Rosenheim kennenlernte. Auf Details werden wir in der Berichterstattung verzichten. Zwei Buben waren 13 Jahre alt, einer erst zehn.
 
In einem Fall habe er gleich beim ersten Treffen einen Buben nach dem Alter gefragt, ihn umsonst fahren lassen und ihm seine Handynummer gegeben. „Der Angeklagte drängte das Kind in der Folge zu beinahe täglichen Treffen.“ Das erste Treffen fand in einem Waldstück statt, der Angeklagte habe den 13-Jährigen abgeholt. Schon beim ersten Intimkontakt habe der Bub gefragt, was das solle: „Der Angeklagte drohte dem Kind, dass er wisse, wo er wohne und dass seiner Familie etwas passieren würde.“
 
Viele weitere Treffen seien die Folge gewesen, der 56-jährige Waldkraiburger sei dabei immer weitergegangen - bis der Bub einige Wochenenden hintereinander beim Angeklagten wohnte. „Der Angeklagte kontaktierte das Kind immer freitags nach der Schule und forderte es auf, ihn zu besuchen“, so die Staatsanwältin: „Das Kind packte zu Hause einige Sachen ein und erzählte seinen Eltern, einen Freund zu besuchen.“ Manche Vergewaltigungsversuche seien für den Angeklagten erfolgreich gewesen, manche nicht.
 
Um die Treffen geheimzuhalten, habe der Bub daheim sagen sollen, er treffe sich mit der Tochter des Angeklagten. „Auch forderte der Angeklagte das Kind fortwährend auf, die WhatsApp-Chats auf seinem Handy zu löschen, um seine Taten zu verdecken“, heißt es in der Anklageschrift. Mit Drohungen, Geld und Zigaretten habe sich der Waldkraiburger den Buben gefügig gemacht.
 
Auch der Kontakt zu den anderen beiden Buben kam auf die gleiche Art zustande: Der Angeklagte lernte sie als Linienbusfahrer kennen. Auch sie seien vom 56-Jährigen vergewaltigt worden. Bei einem der Kinder, erst zehn Jahre alt, habe es der Angeklagte sogar geschafft, eine Beziehung zur Mutter aufzubauen, sodass der Mann dann bei den beiden einzog.
 
„Stimmt‘s oder stimmt‘s nicht“, blickt Richterin Heike Will in Richtung der Anklagebank. Der Angeklagte kündigt an, sich gleich selbst zu den Vorwürfen zu äußern. 

Vorbericht

Er war Busfahrer im Landkreis Rosenheim, kam so immer wieder mit Kindern in Kontakt und steht ab dem heutigen Dienstag (11. Oktober) vor dem Landgericht Traunstein: denn der 56 Jahre alte Mann aus Waldkraiburg soll drei Buben, die er als Busfahrer kennenlernte, vergewaltigt haben. Der Prozess beginnt um 9.30 Uhr.

Busfahrer vor Gericht: Kinder im Kreis Rosenheim vergewaltigt?

Die Staatsanwaltschaft listet dutzende Fälle von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigungen auf. Die Buben waren 13 Jahre alt, als sie der Waldkraiburger angesprochen haben soll. Dann erschlich er sich ihr Vertrauen, lockte sie mit Geld oder neuen Handys - und missbrauchte die Kinder dann in den folgenden Wochen und Monaten, so die Staatsanwaltschaft. Die Taten sollen sich zwischen 2019 und 2021 abgespielt haben.

Mitte Juli 2021 war dann Schluss. Zwei Polizeibeamte konnten den Mann in seiner Wohnung festnehmen - im Beisein eines der mutmaßlich missbrauchten Buben. Noch am gleichen Tag kam der Waldkraiburger in Untersuchungshaft. Angeklagt ist der 56-Jährige wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Zehn Prozesstage sind am Traunsteiner Landgericht angesetzt. Mit einem Urteil wird am 6. Dezember gerechnet.

chiemgau24.de wird aktuell vom Prozess berichten.

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Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

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