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Auch für zusätzlichen Verkehr liegen Lösungen vor

Debatte um „Campus Chiemgau“-Gebäude: „Nicht feig sein und so hoch bauen wie es geht“

Grobe Übersicht über den „Campus Chiemgau“ in Traunstein
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Übersicht über den „Campus Chiemgau“ in Traunstein.

Der Bau des „Campus Chiemgau“ rückt näher - und damit wachsen auch die Sorgen mancher Anwohner: Wie hoch werden die Gebäude? Und bekommt Traunstein dann ein noch größeres Verkehrsproblem? Landrat Walch präsentierte nun die Antworten.

Traunstein - Das Areal des künftigen „Campus Chiemgau“ westlich des Traunsteiner Bahnhofs wird nach und nach frei und Landrat Siegfried Walch (CSU) nannte in der Kreisausschusssitzung am Mittwoch (25. Mai) nun auch einen konkreten Zeitraum für den Baubeginn: Herbst 2023. Das Bauleitplanverfahren für die mit Abstand größte Baustelle, die die Stadt seit Langem gesehen hat, hat ebenfalls schon begonnen. „Größere Probleme gibt es bisher nicht“, so Lothar Wagner, Geschäftsleiter des Landratsamtes - aber: „Die Bedenken der Bürger drehen sich vor allem um die Bauhöhen und den Verkehr.“

„Campus Chiemgau“ in Traunstein: Diskussion um Gebäude und Verkehr

Nach den derzeitigen Plänen werden die höchsten Gebäude des Campus fünf Stockwerke hoch, zusätzlich zum Erdgeschoß. Das Zentralgebäude und die Handwerkskammer werden knapp 26 Meter in die Höhe messen. „Manche sind der Meinung, das wäre zu hoch, aber wir sehen es nicht so“, bezog Wagner Stellung. Schließlich gebe es im Umfeld weitere, ähnlich hohe Gebäude wie den Post-Turm. Landrat Walch wurde noch deutlicher: „Wir dürfen nicht feig sein und wollen so hoch bauen, wie es geht“, der Grund sei einfach zu wertvoll.

Die Anordnung der Gebäude von IHK, Technischer Hochschule und Handwerkskammer, sowie der Wohn- und Technikgebäude. Die Güterhalle, in der Grafik oben rechts, wird im Herbst abgerissen. Dort sind Technikzentrale und Fahrradparkdeck eingeplant. 

„Ich wäre dafür, überall noch ein Stockwerk draufzusetzen“, bekannte auch Kreisrat Christoph Bauhofer (Grüne) und erhielt praktisch nur Zustimmung. Auch wenn der Landkreis die Planungen in der Hand hält, entscheidet die Stadt Traunstein über die Baugenehmigung - und dort sieht man bei den 26 Metern wohl das Ende der Fahnenstange. „Je höher die Campus-Gebäude, umso mehr Lärmschutz von der Bahn für die Anwohner dahinter“, brachte Manfred Kösterke (FW) ein weiteres Argument ins Spiel.

Das zweite große Thema: der Verkehr. Zentral wird dafür eine zweistöckige Tiefgarage unter dem Campus-Gelände. Sie soll 620 Autos Platz bieten - mehr als doppelt so viele, wie ursprünglich geplant. Bei den von Walch veranschlagten Kosten von 35.000 Euro pro Stellplatz würde die Tiefgarage alleine also schon über 21 Millionen Euro kosten. „Sie wird für jeden zugänglich sein, also zum Beispiel auch für Pendler, die den Bahnhof nutzen“, so Walch. Denn der jetzige Park-and-Ride-Parkplatz könnte langfristig für eine Erweiterung des Annette-Kolb-Gymnasiums oder des Campus genutzt werden, so Lothar Wagner auf Nachfrage von chiemgau24.de.

Landkreis will zwei neue Pendlerparkplätze am Stadtrand

Der Campus selbst wird autofrei, denn die Güterhallenstraße wird hin zu den Bahngleisen verlegt. Die Gabelsberger Straße könnte womöglich verengt und verkehrsberuhigt werden. Mit dem Parkhaus wird es aber nicht getan sein. Der Landkreis verhandelt derzeit mit der Stadt Traunstein über Flächen außerhalb des Zentrums, um dort Pendlerparkplätze zu errichten und von dort Shuttle-Busse fahren zu lassen, so Geschäftsleiter Wagner gegenüber chiemgau24.de. „Die Idee wäre, einen großen Parkplatz nördlich der Stadt und einen südlich, etwa in der Nähe des Schwimmbades.“ Die landkreiseigene Fläche südlich des Haslacher Gewerbegebiets sei dafür aber zu hochwertig.

Auch wenn das Areal am Bahnhof noch nicht bebaut ist: der Hochschulbetrieb in Traunstein läuft bereits. Im Herbst beginnen der Vollzeit-Studiengang E-Commerce und das berufsbegleitende Studium Maschinenbau mit Schwerpunkt Digitalisierung - und die Nachfrage stimmt: für die 25 Plätze des E-Commerce-Studiengangs gibt es schon jetzt über 60 Bewerber. Drei Professuren sind mit Andreas Straube, Julia Dittrich und Martin Fleischmann bereits fix, weitere sollen bald folgen. „Man sieht, wir haben den Nagel also auf den Kopf getroffen“, stellte Siegfried Walch zufrieden fest.

xe

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