Das Corona-Konjunkturprogramm steht

Gratis-Gutscheine für alle Traunsteiner, Hilfen für die Wirte und ein großes Fest

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"Die Gastronomie hat eine Schlüsselfunktion für die Innenstadt. Die Vielfalt, die wir hier anbieten können, müssen wir stärken", so Oberbürgermeister Hümmer zu den Gastro-Gutscheinen. Sie sollen außerdem übertragbar sein, können also auch an Freunde oder Bedürftige verschenkt werden. 

Traunstein - Die Stadt will der Gastronomie aktiv helfen, wieder aus dem Tal herauszukommen: Am Donnerstag verabschiedete der Stadtrat deshalb sein "Konjunkturprogramm" mit rund 300.000 Euro.

Alle Bürger Traunsteins werden baldmöglichst einen 10-Euro-Verzehrgutschein bekommen, der in der örtlichen Gastronomie eingelöst werden kann. Wirte können ihre Außenbereiche vergrößern und müssen dafür heuer keine Gebühren zahlen. Beides beschloss der Traunsteiner Stadtrat am Donnerstagnachmittag, 29. Mai, einstimmig. Außerdem wird die Stadt "nach Corona" ein großes Bürgerfest veranstalten. 


Gutscheine gültig bis Ende September

"Es geht nicht darum, Geschenke zu verteilen, sondern in den Standort Traunstein zu investieren und Lebensfreude zurückzubringen", so Oberbürgermeister Christian Hümmer in seiner ersten regulären Stadtratssitzung. Sie wurde wieder in der Klosterkirche abgehalten. Man müsse bedenken, dass es heuer ja auch kein Frühlingsfest und kein Pfälzer Weinfest gebe. Kinder bis zwölf Jahre erhalten einen Fünf-Euro-Gutschein, bei allen die älter sind beträgt der Wert zehn Euro. Geplant ist, die Gutscheine "unverzüglich" zu verschicken. Bis Ende September sollen sie gültig sein.


Bei knapp 21.000 Einwohnern dürften die Gesamtkosten bei höchstens 250.000 Euro liegen. Von einem "Konjunkturprogramm" sprach der neue CSU-Fraktionsvorsitzende Konrad Baur. Schließlich könnten viele beim Wirt über die zehn Euro hinaus bestellen oder davor in der Stadt noch einkaufen gehen. Linken-Stadtrat Denis Holl schlug vor, beispielsweise Alleinerziehende bei den Gutscheinen stärker zu berücksichtigen. Außerdem sollte es nach Holl auch Gutscheine geben, die im Einzelhandel, bei Kleinstbetrieben oder bei Kultur- und Brauchtumsveranstaltungen eingelöst werden könnten. 

Hilfen für die Außengastronomie und ein Bürgerfest 2021

Den Wirten mit Außengastronomie auf öffentlichem Grund wird auch direkt unter die Arme gegriffen. Fünf Euro pro Quadratmeter Freischankfläche zahlen sie normal im Monat. Auf das Geld will die Stadt heuer komplett verzichten. Betroffen sind 30 Gasthäuser und Bars, die im vorigen Jahr insgesamt 33.000 Euro zahlten. Die Freischankflächen sollen außerdem "großzügig erweitert" werden können, um die Abstandsregeln einhalten zu können. 

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"Nach Corona", also im Herbst oder vermutlich im nächsten Jahr, soll es darüber hinaus ein großes Bürgerfest geben. "Kein Festival, aber was Gemütliches, wo man zusammensitzen kann, ohne Maske", so OB Hümmer. Wirtschaft, Vereine und andere Gruppen sollen in die Vorbereitungen involviert werden. Eine Veränderung wird es dagegen schon bald geben: Am 8. Juni soll das Schwimmbad wieder eröffnen, so Christian Hümmer. Aktuell warte man noch auf genaue Vorschriften der Staatsregierung. 

Zur Debatte stand außerdem ein einmaliger Zuschuss von 30.000 Euro für die Stadtmarketing GmbH. Das Geld hätte in eine "besondere Imagekampagne" fließen sollen, um Traunsteins Einzelhandel und Dienstleister zu unterstützen. Hier äußerten sich viele Stadträte skeptisch. Die Idee soll noch reifen und im Juni erneut diskutiert werden. 

xe

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