OB-Kandidat Kegel diskutiert über Stadtplatz

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SPD Dämmerschoppen mit OB-Kandidat Christian Kegel

Traunstein - Beim Dämmerschoppen der SPD konnten die Bürger mit OB-Kandidat Kegel über brisante Themen diskutieren, wie z. B. die weitere Planungen rund um den Stadtplatz.

Was bleiben soll, muss sich wandeln“, mit diesem weisen Spruch, den er vor Jahren am Niedermünster in Regensburg entdeckt hat, kennzeichnete Altoberbürgermeister Fritz Stahl die Situation in der Kommunalpolitik. Dieser Satz sei immer sein Leitgedanke gewesen, und das treffe auch genau auf den Wahlspruch „Traunstein weiterentwickeln“ von OB-Kandidat Christian Kegel zu, sagte Stahl.

„Auf dem Bestehenden aufbauen, neue Ideen zusammen mit den Bürgern entwickeln, so sehe ich meine Aufgabe als Oberbürgermeister“, das erklärte Christian Kegel vor zahlreichen Gästen beim Dämmerschoppen im Brauhaus Wochinger. Sein Leitmotiv „Einer für Alle“ solle genau das aussagen, dass ihm Transparenz ganz wichtig sei und er für alle Bürger erreichbar sein wolle. Im Übrigen habe er sich immer schon mehr für das interessiert, was geht, klage aber nicht ständig darüber, wenn etwas nicht geht, das sei seine Lebensauffassung.

Mittelständisches produzierendes Gewerbe, neue Ansiedlungen oder Umsiedlung, um den Betrieb zu erweitern, könne er sich am Güterbahnhof oder im Süden Traunsteins vorstellen, dort auch wegen der Anbindung an die Autobahn, um den Verkehr nicht in die Stadt hinein zu ziehen. Dabei wolle er besonders darauf schauen, welche Arbeitsplätze entstehen – keine mit Leih- und Zeitarbeit, betonte Kegel. Natürlich brauche Traunstein Einnahmen aus der Gewerbesteuer ebenso wie die Einkommenssteuer – beides hänge nicht so stark von der Konjunktur ab wie bei Betrieben der Großindustrie, deshalb seien die Steuereinnahmen der Stadt meist relativ stabil. Nur so könne Traunstein seine vielfältigen Aufgaben bewältigen, z. B. die freiwilligen kulturellen Leistungen wie Musikschule, Galerie, Schule der Phantasie, Stadtbücherei, die so wichtig für das „Wir-Gefühl“ in einer Stadt sind. Einen Jugendtreff in der sanierten Güterhalle würde er begrüßen. Die Einrichtung eines Jugendbeirats könne der auch unter Jugendlichen verbreiteten Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit vorbeugen.

Wohnen ist in den letzten zehn Jahren wieder zurück in die Innenstadt gebracht worden“, sagte Christian Kegel weiter. „Mehrere neue Wohngebäude sind entstanden, so beim Höllbräu, beim ehemaligen Stadtbauamt, andere wurden aufwändig saniert. Das entspricht dem Grundsatz des flächensparenden Bauens im Zentrum und macht die Innenstadt attraktiv“, so Kegel. Dass die Bürger der „unteren Stadt“ von allen Seiten den Stadtplatz mit Aufzügen erreichen könnten, das ist praktische Sozialpolitik, sagte der Kandidat.

Diskussion um Stadtplatz

Zum Thema „Stadtplatz“ entwickelte sich dann eine lebhafte Diskussion. Kritisiert wurde das stark beschädigte Pflaster, besonders auf Höhe des Heimathauses, das dringend ausgebessert oder erneuert werden müsse. Einkaufen z.B. von Lebensmitteln am und um den Stadtplatz herum müsse auch in Zukunft möglich sein, hieß es. Gerda Bartlechner meinte dazu, dass die Kunden dann eben auch in diesen Geschäften einkaufen müssten. Astrid Thamm schlug vor, die Aufenthaltsqualität am Stadtplatz weiter zu verbessern, indem wenigstens an bestimmten Samstagen Autos vom Heimathaus bis zum Jacklturm nicht durchfahren dürfen. Das wäre wirklich fußgängerfreundlich, und Einheimische und Gäste könnten ungestört in den Gaststätten und Straßencafes sitzen, ohne dass Autoabgase und Fahrgeräusche stören. Die Zufahrt vom Auberg her bliebe dabei natürlich offen, sagte Thamm. Ernst Holl ergänzte, dass die Diskussion um einen autofreien Stadtplatz schon vor fast zwanzig Jahren geführt wurde, damals mit der „Bürgerinitiative Fußgängerzone“. Eine zeitweilige Sperrung der Durchfahrt an Samstagen könne ein Gewinn für die vielen Menschen sein, für die der Stadtplatz ein beliebter Treffpunkt ist. Auch Familien mit Kindern und ältere Leute könnten auf diese Weise viel entspannter einkaufen.

Erweiterungsbedarf für die Ludwig-Thoma-Grundschule sah Kerstin Wolfertstetter. Wenn weitere Ganztagsklassen eingerichtet werden, würden auch weitere Räume gebraucht, vor allem für die Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung. Deshalb müsse die Schule erweitert werden. Dann könne auch der Container für die Mittagsbetreuung im Schulhof wieder abgebaut werden, sagte sie.

Peter Huber fand die einhellige Zustimmung der Anwesenden mit seiner Meinung, dass man trotz der Schwierigkeiten in einer historischen Stadt mit engen Straßen das Thema „Radfahren“ immer wieder auf die Tagesordnung setzen müsse. Christian Kegel sah das ebenfalls so, gab aber auch zu bedenken, dass bei mehr gegenseitiger Rücksichtnahme im Straßenverkehr so manche gefährliche Situation entschärft werden könnte. Er halte es auch für zumutbar, als Radfahrer statt der Hauptstraße einmal einen Umweg durch eine wenig befahrene Straße zu nehmen. Sein Fazit: „Manche Dinge brauchen eben etwas länger, die Entwicklung jedoch schreitet voran. Auf jeden Fall ist Kommunalpolitik das Bohren ganz dicker Bretter – aber ich bin hartnäckig“, betonte Kegel.

Pressemitteilung SPD Traunstein

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