Dealerei in Asylunterkünften Raubling, Rohrdorf und Neubeuern?

Kronzeuge verstrickt sich in Widersprüche

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Sieben Pakistani wird vorgeworfen mit Drogen zu dealen. Sie stehen seit November vor Gericht.
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Traunstein/Rohrdorf/Neubeuern/Raubling - Seit Mitte November müssen sich sieben pakistanische Staatsangehörige vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Ihnen wird schwunghafter Handel mit Haschisch vorgeworfen. Der Zwischenstand nach vier Verhandlungstagen:

Bereits im April diesen Jahres durchsuchte die Polizei mehrere Asylunterkünfte im südlichen Landkreis Rosenheim. Ziel war die Sicherstellung von Drogen sowie die Festnahme mehrerer Personen.

Aufgrund polizeilicher Ermittlungen wurde bekannt, dass in Asylbewerberunterkünften in Raubling, Neubeuern und Rohrdorf mehrere Bewohner im Zusammenhang mit Betäubungsmitteldelikten stehen sollen.

Anklage wegen Handels mit Betäubungsmitteln

Die Staatsanwaltschaft hat in diesem Zusammenhang Anklage gegen sieben Pakistanische Staatsangehörige erhoben. Sie müssen sich nun wegen unerlaubten bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten.

>>Lesen Sie hier den Verlauf des ersten Prozesstages<<

Kronzeuge wurde zwei Tage lang vernommen

Rechtsanwalt Harald Baumgärtl vertritt einen der Angeklagten Pakistani

Wie Harald Baumgärtl, Verteidiger einer der Angeklagten, nun im Gespräch mit rosenheim24.de mitteilte, sei der Hauptbelastungszeuge, auch ein Bewohner der Asylunterkunft, über zwei Verhandlungstage hinweg vernommen worden. Er sei ebenfalls Beschuldigter in einem Körperverletzungsdelikt in einer der Unterkünfte gewesen. Als man ihn dann gefragt habe, was er in diesem Haus gewollt habe, habe er ausgesagt, dass dort mit Drogen gedealt werde.

Aussagen widersprüchlich

Wie Baumgärtl weiter berichtete, wichen die Aussagen des Kronzeugen vor Gericht erheblich von seinen Aussagen, die er bei der Polizei machte, ab. "Es ist alles sehr undurchsichtig", sagt Baumgärtl.

Eine weitere Zeugin, eine Asylhelferin, die mit einem der Angeklagten ein Verhältnis hatte, habe ausgesagt, nichts von einer Dealerei mitbekommen zu haben. Eine andere Zeugin hingegen habe bei ihrer Aussage angegeben, bei den Angeklagten kleine Mengen Drogen eingekauft zu haben. "Inzwischen sind wir in einem 100 Gramm Bereich, nicht wie in der Anklage im Kilogrammbereich", so Baumgärtl.

Am Freitag sollen der Hauptsachbearbeiter der Polizei und ein weiterer Polizeibeamte vernommen werden.

Insgesamt zehn Verhandlungstage setzte das Gericht für den Prozess an, sechs stehen noch aus:

8.12.2017, 9 Uhr
15.12.2017, 9 Uhr
29.12.2017, 9 Uhr
5.1.2018, 9 Uhr
10.1.2018, 9 Uhr
12.1.2018, 9 Uhr

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