Aufsehenerregende Aktion am Traunsteiner Stadtplatz

Bayerns Wirte machen mobil: „Wollen nichts vom Staat, sondern selber Geld verdienen“

DEHOGA-Aktion „Gedeckter Tisch“ am Stadtplatz in Traunstein.
+
DEHOGA-Aktion „Gedeckter Tisch“ am Stadtplatz in Traunstein. Viele Passanten blieben stehen, machten Fotos und erkundigten sich bei den Wirten nach den Hintergründen.

Eine ganze Reihe an Tischen, schön dekoriert wie vor der Corona-Pandemie - nur keiner darf Platz nehmen: 20 Traunsteiner Wirte beteiligten sich am Stadtplatz bei einer bayernweiten Aktion.

Traunstein - „Fünf vor Zwölf wars längst schon“, sagt Christian Noichl und schaut über den Traunsteiner Stadtplatz. Die 20 gedeckten Tische ergeben im Sonnenschein vor der historischen Kulisse ein schönes Bild, doch die Lage für die Gastronomie wird von Tag zu Tag düsterer. „Wir brauchen einfach eine Perspektive, wann und wie wir wieder aufsperren dürfen“, so Noichl im Gespräch mit chiemgau24.de. Er ist Wirt vom „Ayinger im Höllbräu“ und organisierte die Aktion in Traunstein.

DEHOGA-Aktion „Gedeckter Tisch“ am Stadtplatz in Traunstein.

DEHOGA-Aktion „Gedeckter Tisch“ in Traunstein

Mit der Aktion „Gedeckter Tisch“ macht der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) am Montag, 1. März deutschlandweit auf die Lage seiner Branche aufmerksam: gedeckte Tische als stiller Protest auf öffentlichen Plätzen. Jeder der 20 Wirte, die sich in Traunstein beteiligten, steuerte einen Tisch bei. „Die Tische sind genau so gedeckt wie vor Corona - mit Deko, richtigen Speisekarten, Gewürzen und nicht alles totdesinfiziert“, so Christian Noichl. Der gute Zusammenhalt der Traunsteiner Gastgeber habe sich auch bei dieser Aktion wieder gezeigt. „Wir wollen nichts vom Staat, sondern selber Geld verdienen!“

DEHOGA-Aktion „Gedeckter Tisch“ am Stadtplatz in Traunstein.

„Die Maßstäbe und Inzidenzwerte, die für Öffnungen in anderen Branchen gelten, wie zum Beispiel Einzelhandel oder Baumärkte, müssen auch für das Gastgewerbe gelten. Einen fortgesetzten Teil-Lockdown, also weitgehende Schließungen als ‚Dauerzustand‘, während andere öffnen dürfen, akzeptieren wir nicht“, äußerte sich auch Bayerns DEHOGA-Präsidentin Angela Inselkammer in einer Pressemitteilung. Die Betriebe hätten im vorigen Jahr längst bewiesen, dass die Hygienekonzepte funktionieren. „Wir sind keine Pandemietreiber!

Hygienemaßnahmen bei Gastro strenger als im Handel

Höllbräu-Wirt Noichl sieht vor allem auch Privatpartys und Schwarzgastronomie als Problem: „Das schadet uns Wirten und das Infektionsrisiko ist dort viel, viel höher.“ Auch Bayerns DEHOGA-Präsidentin Inselkammer verweist auf die weitreichenden Infektionsschutzkonzepte im Gastgewerbe, die noch strikter seien als im Handel: Mehr Abstand, durchgängige Gästeregistrierung, Maskenpflicht abseits des Tisches, Maßnahmen zur Luftreinigung und am Platz gelten schließlich auch die Regeln zur Kontaktbeschränkung zwischen Personengruppen.

DEHOGA-Aktion „Gedeckter Tisch“ am Stadtplatz in Traunstein.

xe

Kommentare