Die Igel sind unterwegs

„Je vielfältiger der Garten gestaltet ist, umso wohler fühlen sich die stacheligen Mitbewohner“

Igel im eigenen Garten
+
Igel im eigenen Garten

Der Kreisverband Traunstein für Gartenkultur und Landespflege e.V. informiert, wie sich Igel im heimischen Garten am wohlsten fühlen.

Pressemitteilung im Wortlaut

Traunstein - Mit steigenden Temperaturen sind auch die Igel aufgewacht und vielerorts im Landkreis unterwegs. „Dass ein so stacheliges Tier so gerne im Garten gesehen wird, ist eigentlich erstaunlich“, so Kreisfachberater Markus Breier. Verwunderlich aber sei es nicht, denn der Igel ist als Nützling bekannt. Er frisst allerhand Insekten und Kleintiere. Dazu zählen auch Engerlinge im Rasen, meist die Larven von Gartenlaubkäfer, Junikäfer und selten dem Maikäfer. Derzeit berichten dem Fachmann einige Gartenbesitzer von merkwürdigen 10 Zentimeter großen Löchern im Rasen. „Hier gräbt nachts der Igel!“ Am einfachsten seien die Rasenstücke wieder einzulegen und festzutreten. Das sei zwar aufwändig, erspare aber die komplette Neuanlage der Grünfläche und dem Igel hilft das eiweißreiche Futter nach der langen Winterruhe.

„Die ursprüngliche und beste Nahrung sind Insekten aller Art“, so Jennifer Kirchberger von der Wildtierhilfe Amerang e.V. Wenn zu wenig Insektenvielfalt da ist, fressen Igel übermäßig viele Schnecken, was sie krank macht. Die Wildtierhilfe Amerang kümmert sich ganzjährig um betreuungsbedürftige Igel – egal ob mit Mähverletzungen im Sommer oder um abgemagerte Jungtiere im Herbst. Letztere werden nach intensiver Fütterung kontrolliert überwintert und im April in naturnahen Gärten ausgesetzt. Hierfür sucht der Verein alljährlich Igel-Patenfamilien im ganzen Landkreis, die die Igel im Garten auswildern.

„Wer Igel im Garten unterstützt, kann gelassen gärtnern“, verspricht Kreisvorsitzender Florian Seestaller. Denn ruhige Ecken mit altem Laub und Totholz oder eine artenreiche Hecke aus heimischen Blütensträuchern sind bester Rückzugsort für die nachtaktiven Gartenbewohner. Je vielfältiger der Garten gestaltet ist und je mehr insektenfreundliche Pflanzen darin stehen, umso wohler fühlen sich die stacheligen Mitbewohner. Auf einen 15x15cm großen Durchschlupf bei Zäunen ist zu achten und gefährliche Kellerschächte und Gruben sollten abgedeckt werden. Igelfreundliches Garteln deckt sich daher mit der Auszeichnung „Naturgarten – Bayern blüht“, die auch heuer an engagierte Gartenbesitzer nach Prüfung vergeben wird. Ein Kernelement ist dabei die Förderung der biologischen Vielfalt im Garten (= Biodiversität).

Dankbar sind Igel immer für Futter-Unterstützung. „Am einfachsten sind Katzenfutter und Wasser“, weiß Kirchberger. Das sei keine Konkurrenz zu natürlicher Nahrung, helfe aber in kalten Phasen und bei der Aufzucht der Jungen. Die Igel fressen nur so viel, wie sie wirklich ergänzend brauchen. Trockenfutter ist bei warmen Temperaturen vorzuziehen, weil es nicht so rasch verdirbt. Wird Wasser extra angeboten, muss es täglich frisch gereinigt werden, sonst reicht der vorhandene Garteneich. Milch ist tabu und kann sogar zum Tode führen. Auch sollte sogenanntes „Igelfutter“ aus dem Handel wegen des hohen Getreideanteils und schwerverdaulicher Fette nicht verfüttert werden, wie Kirchberger betont, denn Igel sind Fleischfresser. Vor anderen Mitfressern lässt sich das Futter sogar in speziellen Igel-Futterhäuschen schützen.

Ansprechpartner für die Igelhilfe sind auf der Internetseite der Wildtierhilfe Amerang aufgeführt. Umfangreiche Informationen zum igelfreundlichen Garten und zur Naturgarten-Auszeichnung bieten Kreisfachberater und Kreisverband unter www.garten-traunstein.de

Pressemitteilung des Kreisverbandes Traunstein für Gartenkultur und Landespflege e.V. im Wortlaut

Kommentare