Mio auf dem Weg zum Tischtennis-Star

Trotz Handicap zum Senkrechtstarter

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Trotz Handicap zum Erfolg: der neunjährige Mio lebt seinen Traum. 

Deutschland - Mit Handicap wird das Leben nicht unbedingt einfacher, aber auch nicht unmöglich. Der neunjährige Mio träumt davon Tischtennis-Profi zu werden und ist trotz Behinderung auf dem besten Weg dazu:

Eine Radiusaplasie am rechten Unterarm, eine spaltförmige Fehlbildung (Dysmelie) an der rechten Hand und eine Radiushypoplasie am linken Arm. Das sind die Handicaps von Mio aus Schleswig-Holstein. Sie sind nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für eine Tischtennis-Karriere. Doch schaut man sich den Jungen heute an, kann man anderes behaupten.

Mio macht sein Handicap zum Vorteil

Bereits im Alter von sechs Jahren begann Mio seine Tischtennislaufbahn beim Krummesser SV. Dazu gebracht hat ihn sein älterer Bruder, welcher selbst auch aktiv den Sport betreibt. Aber eben ohne Handicap. Mio hingegen fehlt an der rechten Hand der Daumen und dieser ist notwendig um den sogenannten Pinzettengriff auszuüben, welcher auch beim Halten eines Tischtennisschlägers benötigt wird. Auch Schreiben, Greifen und Schleife binden sind mit dieser Behinderung unmöglich. Gezwungenermaßen musste Mio also lernen, all dies mit seiner linken Hand zu machen. Das erfordert hartes Training und geht auch nicht von heute auf morgen. Beim Tischtennis hat er jedoch sein Handicap zum Vorteil geschaffen, denn als Linkshänder und mit seiner starken Vorhand kann er seine Gegner schnell unter Druck setzten und viele Partien für sich entscheiden. 

Talentsichtung bringt ihn zum Behinderten-Tischtennis

Entsprechender Trainingsfleiß und die fachmännische Anleitung seines Trainers brachten Mio auf das nächst höhere Karrierelevel. Er schaffte es nach einigen erfolgreichen Turnieren, sich für eine Talentsichtung bei den Jugend-Landestrainern in Schleswig-Holstein zu empfehlen. Für ihn ein wichtiger und großer Schritt, denn dort wurde er für das Behinderten-Tischtennis entdeckt und hatte anschließend die Chance sogar bei den deutschen Meisterschaften teilzunehmen. 

Deutsche Meisterschaften sind sein Karriere-Höhepunkt

Blickt Mio zu diesem Zeitpunkt auf den Verlauf seiner bisherigen Tischtennislaufbahn zurück, kann er ziemlich stolz auf sich sein. Doch bei den deutschen Meisterschaften in Alveslohe setzt er noch einen drauf und kann sich ein weiteres Mal für seinen Trainingsfleiß belohnen. Aus ganz Deutschland kommen bei diesem Wettbewerb die besten jugendlichen Athleten zusammen, um in verschiedenen Behinderungsklassen die deutschen Jugendmeister zu ermitteln. Ob in Rollstühlen, mit Prothesen, Dysmelien oder koordinativen Behinderungen, hier wird trotz Handicap Tischtennis auf Spitzenniveau gespielt. Mio kann im Wettbewerb gut mithalten und sich letztendlich über einen sensationellen vierten Platz freuen. 

Behindertensport war anfangs nicht sein Ziel

Ursprünglich hatte der Neunjährige den Behindertensport gar nicht im Blick, doch jetzt ist er froh, dass er diese tolle Möglichkeit bekommen hat. Das junge Ausnahmetalent hat herzliche und sehr engagierte Menschen kennengelernt und durfte feststellen, dass im Sport mit Willen und Training höchste Leistungen „trotz“ Handicap möglich sind.

Mio gehört zu den besten Tischtennisspielern seiner Altersklasse

Im Behinderten-Tischtennis konnte Mio bereits einige Erfolge erzielen, doch auch in den regulären Wettkämpfen ist er ein starker Gegner. Im Juni 2017 erkämpfte er sich im Turnier der 24 besten deutschen Nachwuchsspieler des Jahrgangs 2007, den 11. Platz. Wenn man bedenkt, dass er augenscheinlich das einzige Kind mit einer Behinderung war, ist das umso bemerkenswerter.

Sein größter Traum steht noch offen

Wer im Tischtennis so erfolgreich ist wie Mio, träumt natürlich davon eines Tages auf den Weltbesten zu treffen. Am liebsten würde er nach China reisen um
den aktuellen Weltmeister Ma Long in einer Partie herauszufordern. Aber auch dem 13-jährige Ausnahmetalent Tomokazu Harimoto aus Japan würde er liebend gerne einmal über den Weg laufen. Sein sportliches Ziel ist es, selbst einmal,
einer der zehn besten Tischtennisspieler der Welt zu werden.
2024 könnte er einen großen Schritt in diese Richtung machen, denn da darf er zum ersten Mal bei den Paralympics teilnehmen.

Durch eine Lenkhilfe von wird auch Radfahren interessant

Durch die Lenkhilfe von Pohlig ist Mio auch mit dem Fahrrad viel unterwegs.

Tischtennis steht natürlich bei Mio ganz weit oben. Doch auch für andere Sportarten lässt er sich begeistern. Seitdem er seine Lenkhilfe von Pohlig hat, kann er sich sehr gut selbständig und sicher mit dem Fahrrad bewegen. Längere Strecken sind zwar noch etwas anstrengend, aber kleine Touren mit der Familie oder den Weg zum Tischtennistraining kann er bereits sehr gut bewältigen. 

 

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