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Sie wollten von 17-Jährigem Drogengeld erpressen

„Äußerst brutal“: Männer aus Kreis Rosenheim wegen Raubüberfall in Marquartstein verurteilt

Marquarstein/Traunstein - Vier Männer aus dem Landkreis Rosenheim sollen versucht haben in Marquartstein vermeintliche Schulden aus Kokain-Geschäften zu erpressen - am Landgericht ist am Donnerstag (2. Juni) das Urteil gefallen.

Update, 11.41 Uhr -

Das Urteil gegen die vier Männer aus dem Kreis Rosenheim ist gefallen: Wegen einer räuberischen Erpressung Anfang Oktober 2020 in Marquartstein müssen zwei von ihnen ins Gefängnis, zwei bekommen Bewährungsstrafen. Vorsitzende Richterin Heike Will sprach von einer „äußerst brutalen Tat“, die am Ende aber nicht von Erfolg gekrönt gewesen sei.

Dem Opfer aus Marquartstein, damals erst 17 Jahre alt, sei „massiv gedroht“ worden, um dann mit „massiven Tätlichkeiten vermeintliche Geldforderungen durchzusetzen“, so die Richterin. Die ersten 50 Euro Schulden aus Drogengeschäften hätten den Angeklagten noch nicht gereicht. Der 22-jährige Hauptangeklagte aus Kolbermoor schlug dann zu, sein Kumpane, 33 Jahre alt und aus Prien, hielt ihn dabei fest.

Auch als sich das Geschehen dann in die Wohnung hinauf verlagerte, dasselbe Spiel: Schläge und Bedrohungen mit dem Messer durch den Kolbermoorer, der Priener fixierte den Geschädigten. Man wollte noch mehr Geld erpressen. Die beiden müssen für siebeneinhalb bzw. vier Jahre ins Gefängnis. Die beiden anderen Angeklagten kamen nur in die Wohnung nach und verhielten sich passiv. „Aber sie haben alles mitbekommen und billigend in Kauf genommen“, so Richterin Will.
  
Die beiden Mitangeklagten kommen mit Bewährungsstrafen in Höhe von 22 bzw. 20 Monaten davon. Es handelt sich um einen 20-jährigen Priener und einen 23-jährigen Rosenheimer. Das Opfer konnte während des Überfalls über Umwege die Polizei verständigen, lotste die Gruppe dann mit Aussicht auf mehr Geld wieder hinaus auf die Straße, bald darauf kamen die Beamten.
  
Die Straftatbestände lauten auf versuchte besonders schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung und versuchte Nötigung bzw. Beihilfe dazu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Vorbericht:

Welche Strafen hagelt es für vier Männer aus dem Landkreis Rosenheim wegen einer schweren räuberischen Erpressung in Marquartstein? Oder gibt es sogar Freisprüche? Am Donnerstag (2. Juni) wird das Landgericht Traunstein unter Vorsitz von Richterin Heike Will über den Fall entscheiden. Der Urteilsspruch wird gegen 9.30 Uhr erwartet.

Vom damals erst 17 Jahre alten, vorrangigen Opfer soll das Quartett Anfang Oktober 2020 zuerst nur 50 Euro gefordert haben. Im Laufe der Auseinandersetzungen verlagerte sich das Geschehen aus dem Freien hinein in die Marquartsteiner Wohnung. Dort habe der 22-jährige Hauptangeklagte aus Kolbermoor dann die „Schulden“ aus den Kokain-Geschäften aber auf über 3000 Euro erhöht. Dem Geschädigten sei ein Messer an den Hals gedrückt worden, auch Schläge habe es gesetzt. Laut Staatsanwaltschaft habe ein 33-jähriger Angeklagter aus Prien den Teenager dabei auch noch festgehalten.

Drogengelder: Heute Urteil wegen Überfall in Marquartstein

Die Plädoyers gingen weit auseinander. Den 22-jährigen „Hauptaggressor“ will der Staatsanwalt neun Jahre im Gefängnis sehen, die Verteidigung dagegen sechs Jahre und vier Monate, einen Teil davon in einer Drogenentzugsklinik. Der 33-Jährige aus Prien soll nach dem Staatsanwalt sechs Jahre ins Gefängnis, sein Anwalt sieht eine maximal zweijährige Bewährungsstrafe als ausreichend, weil die Tat nicht erwiesen sei. Ihre beiden Begleiter sollen freigesprochen werden, forderten deren Verteidiger. Die Staatsanwaltschaft fordert dagegen jeweils drei Jahre Haft.

Die Angeklagten müssen sich wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung verantworten. Drei der vier Angeklagten schwiegen, vom Hauptangeklagten aus Kolbermoor kam ein Teilgeständnis. Er und sein 33-jähriger Mitangeklagter aus Prien, beide sind vielfach vorbestraft. Die anderen beiden Angeklagten haben dagegen „weiße Westen“. chiemgau24.de wird aktuell vom Urteil berichten.

xe

Rubriklistenbild: © Montage pa/dpa

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