Kosovaren wegen Einbruchserie im Landkreis verurteilt

Einbrecher müssen jahrelang ins Gefängnis

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Traunstein - Eine ganze Reihe Wirtshäuser, Getränkemärkte und Tankstellen quer durch den Landkreis wurden im vorigen Jahr Opfer von Einbrüchen. Am Dienstag standen deshalb zwei Männer vor dem Landgericht.

Update, 14.10 Uhr: Das Urteil

"Das war Ihre Einnahmequelle Nummer Eins, Sie waren Berufseinbrecher", sagt Richter Zenkel in der Urteilsbegründung zu den beiden Angeklagten.

Der 34-jährige Kosovare muss wegen ausländerrechtlichen Delikten, Urkundenfälschung, Diebstahl und Sachbeschädigung in zwölf Fällen für vier Jahre und acht Monate ins Gefängnis.

Sein 37-jähriger Kumpane muss wegen der gleichen Delikte in fünf Fällen für vier Jahre ins Gefängnis. Außerdem müssen die beiden den Schaden zurückzahlen: 66.400 Euro im ersten Fall, 34.800 Euro im zweiten Fall.

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Update, 13.40 Uhr: Staatsanwalt fordert Haftstrafen

Es liegen Geständnisse vor, kein all zu komplizierter Fall für den Staatsanwalt: "Wir haben hier Berufseinbrecher", sagt der Staatsanwaltschaft in seinem Plädoyer. Er fordert für die beiden Männer Haftstrafen wegen der ausländerrechtlichen Delikte und der Urkundenfälschung - hinzu kommen zwölf Fälle von Einbruch und Diebstahl beim 34-jährigen Angeklagten und fünf dieser Fälle beim 37-jährigen Angeklagten: Vier Jahre und acht Monate beziehungsweise vier Jahre Haft fordert die Staatsanwaltschaft also.

Die Verteidigung fordert naturgemäß niedrigere Strafen: Der Anwalt des 37-Jährigen fordert für die fünf Einbrüche drei Jahre und sechs Monate Haft. Der Anwalt des 34-Jährigen führt ins Feld: "Mein Mandant meinte, dass er das erbeutete Geld zum Teil eh wieder in die Spielautomaten der Opfer geworfen hat. Das Geld blieb so gesehen ja im Kreislauf." Für die zwölf Einbrüche fordert sein Anwalt vier Jahre Haft.

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Update, 11.45 Uhr: Urteil noch heute erwartet

Die Verhandlung wird nach einer Mittagspause fortgesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich noch heute fallen.

Update, 11.35 Uhr: Auch zweiter Angeklagter geständig

Jetzt gesteht auch der Ältere der beiden Angeklagten eine Reihe von Einbrüchen - aber nicht alle. Das Gericht stellt ihm eine Gefängnisstrafe von drei bis vier Jahren in Aussicht. Der jüngere Angeklagte, der alle Einbrüche gestand, kann laut Richter Zenkel mit einer Haftstrafe von bis zu vier Jahren und acht Monaten rechnen.

"Warum haben Sie das überhaupt gemacht?", fragt der Richter den älteren Angeklagten. Denn dieser ist - ebenfalls wegen Einbruchs - bereits in Deutschland und der Schweiz vorbestraft: "Ich bin regelmäßig in Spielcasinos, verliere dort oft sehr viel Geld", sagt der Angeklagte. In der Schweiz saß der Kosovare deshalb zweieinhalb Jahre im Gefängnis. Auch sein mutmaßlicher Kumpane nennt den selben Grund. Das erbeutete Geld sei inzwischen verspielt.

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Update, 10.10 Uhr: Ein Angeklagter geständig

So viel steht fest: Der Jüngere der beiden Angeklagten ist geständig. Sowohl die ausländerrechtlichen Delikte, als auch die Einbrüche gibt er zu. Nur: Sein mutmaßlicher Kumpane, der zweite Angeklagte, soll angeblich nicht dabei gewesen sein. Er leugnete bislang die Einbrüche.

Fünf bis sechs Jahre könnte der geständige Angeklagte ins Gefängnis wandern, stellte die Staatsanwaltschaft bereits vor der Verhandlung in Aussicht. "Wer zum Einbrechen nach Deutschland kommt, bleibt länger, als er will", unterstrich auch der vorsitzende Richter Zenkel.

Der Richter will nun auch Druck auf den zweiten, älteren Angeklagten machen: "Wenn Sie etwas Gutes tun wollen, dann lassen Sie heute die Hose runter. Sonst laden wir alle 50 Zeugen und dann dauert das bis November." Zenkel ließ bereits durchblicken, dass auch vom zweiten Angeklagten Schuhabdrücke und DNA-Spuren an einem der Tatorte gefunden wurden - und die beiden Angeklagten stammen laut Richter aus dem selben Dorf im Kosovo. Ob das noch alles ein Zufall sein kann?

Anwälte und Angeklagte haben sich nun zu einem Gespräch zurückgezogen. Ob es danach ein umfassendes Geständnis gibt?

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Vorbericht

Die beiden Männer, die sich vor dem Landgericht Traunstein verantworten müssen, sind 37 und 34 Jahre alt und stammen aus dem Kosovo. Zusätzlich zu zwölf Einbrüchen zwischen August und November 2016 wirft ihnen die Staatsanwaltschaft vor, sich unter falscher Identität in Deutschland aufgehalten zu haben.

Eigentlich wurden die beiden aus Deutschland ausgewiesen, doch blieben laut Staatsanwaltschaft mit gefälschtem kroatischen bzw. griechischem Pass im Land. Unter den falschen Identitäten wurde dann angeblich der Wohnsitz gemeldet, das Bankkonto eröffnet, eine Autoversicherung abgeschlossen, ein Auto angemeldet und eine Wohnung gemietet. 

Eingebrochen haben die beiden laut Staatsanwaltschaft in der Nacht auf

  • 9. August 2016 in ein Wirtshaus in Inzell, über 6000 Euro wurden geklaut.
  • 10. August in eine Dönerbude in Tacherting, über 1400 Euro wurden geklaut.
  • 12. August in einen Getränkemarkt in Traunstein, Zigaretten im Wert von 3900 Euro wurden geklaut.
  • 13. August in eine Pizzeria in Taching, über 1600 Euro wurden geklaut.
  • 23. August in ein Lokal in Ruhpolding, 4100 Euro wurden geklaut.
  • 28. August in einen Getränkemarkt in Traunstein, Zigaretten im Wert von 1500 Euro wurden geklaut.
  • 11. September in einen Edeka-Markt in Obing, Zigaretten im Wert von knapp 13.500 Euro wurden geklaut.
  • 12. September in eine Tankstelle in Tittmoning, Zigaretten und Bargeld im Wert von 11.800 Euro wurden geklaut.
  • 13. Oktober in einen Getränkemarkt in Traunstein, Zigaretten im Wert von knapp 4000 Euro wurden geklaut.
  • 15. Oktober in einen Getränkemarkt in Siegsdorf, Zigaretten, Bargeld und Getränke im Wert von 5600 Euro wurden geklaut.
  • 30. Oktober in eine Tankstelle in Waging, Zigaretten im Wert von 13.000 Euro wurden geklaut.
  • 10. November in Transportfirma in Ruhpolding, 30 kroatische Kuna wurden geklaut, ein Tresor-Aufbruch misslang.

Insgesamt wurden also Bargeld und Zigaretten im Wert von 66.400 Euro erbeutet, der Sachschaden durch die Einbrüche beläuft sich auf insgesamt knapp 39.000 Euro. Angeklagt sind die beiden Kosovaren wegen unerlaubter Einreise, unerlaubtem Aufenthalt, Urkundenfälschung, Diebstahl und Sachbeschädigung.

Der Prozess beginnt um 9 Uhr im Traunsteiner Landgericht.

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Rubriklistenbild: © Fotomontage pa

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