„Club Kafka“ wird im Gegenzug schließen

Enorme Ausbaupläne: Der „Sailer Keller“ will Traunsteins größtes Hotel werden

Sailer Keller Traunstein
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Für den Sailer Keller in Traunstein gibt es große Ausbaupläne. Das Bild zeigt von links Wirt und Hotelier Rudi Zeif, Alex Wolff von Monta Music sowie Bräu und Bauherr in spe Maximilian Sailer.

Traunstein - Für den Sailer Keller liegen enorme Pläne in der Schublade: Das Hotel soll ausgebaut und aufgestockt werden, die Zahl der Zimmer wird sich versechsfachen. Wir haben alle Details.

Der Sailer Keller will zu Traunsteins Hotel Nummer 1 werden. Wenn die Pläne des Hofbräuhaus Traunstein umgesetzt sind, wäre das Hotel an der Herzog-Wilhelm-Straße künftig das größte der Stadt. Aktuell hat man neun Gästezimmer, 56 sollen es werden - es wäre genau ein Zimmer mehr, als das renommierte Parkhotel vorzuweisen hat. Am Mittwoch, 18. Dezember, wurden die Pläne im Bauausschuss erstmals öffentlich.

Sailer Keller will mit Ausbau Traunsteins größtes Hotel werden

„Die steigende Nachfrage durch Urlauber und Geschäftsreisende ist schon lange nicht mehr zu befriedigen, das Ausweichen auf die umliegenden Orte für die Große Kreisstadt auf Dauer keine Option“, so Maximilian Sailer vom Hofbräuhaus gegenüber chiemgau24.de. Ganz ähnlich sieht es auch die Kommunalpolitik. Oberbürgermeister Christian Hummer spricht von einem „grundsätzlichen Bedarf“ an Hotelzimmern in Traunstein und CSU-Fraktionsvorsitzender Konrad Baur meint: „Darauf haben wir lange gewartet.“

Für die Erweiterung wird der Sailer Keller deutlich wachsen - auch in die Höhe: Im östlichen Gebäudeteil über dem Wirtshaus wird ein Stockwerk für zehn Zimmer aufgesattelt. Der mittlere Gebäudeteil, dort wo jetzt noch der „Club Kafka“ untergebracht ist, wird um zwei Geschoße aufgestockt. Rezeption, Frühstücksraum und sieben Zimmer sind dort geplant. Das Foyer des „Kafka“ wird abgebrochen. Dort und auf dem direkt angrenzenden Parkplatz ist ein dreigeschoßiger Neubau für Stellplätze und 24 Zimmer geplant. Insgesamt 112 Betten soll es im Sailer Keller nach dem Umbau geben.

„Club Kafka“ bleibt bis zum Baubeginn

Laut Hofbräuhaus Traunstein bleibt die Führung von Hotel und Wirtschaft in den Händen von Petra und Rudi Zeif. Wenn die Baugenehmigung erteilt ist, rechnet man mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr. Im Bauausschuss wurde am Mittwoch lediglich ein „Antrag auf Vorbescheid“ behandelt - also der allererste Schritt im Genehmigungsverfahren. Alex Wolff, Betreiber des „Club Kafka“, rechnete im Gespräch mit chiemgau24.de damit, dass 2023 gebaut wird. Dann wird er die Disco schließen - später, als er es eigentlich vor hatte.

Um die jüngere Generation mache ich mir etwas Sorgen“, gab OB Hümmer im Bauausschuss mit Blick auf die Disco-Schließung zu. Er hoffe aber, dass mit dem „Campus Chiemgau“ auch wieder mehr Angebote für Junge und Junggebliebene in Traunstein entstehen werden. Geklärt werden muss im weiteren Genehmigungsverfahren auch noch die Frage nach den Stellplätzen für die zusätzlichen Hotelgäste. Hümmer ließ durchblicken, dass das Hofbräuhaus als Eigentümer auch das Zugriffsrecht auf die Parkplätze an der Verbindung zur Theresienstraße hinter dem „Kaufland“ hat.

Sind andere Hotel-Pläne für Traunstein damit passé?

Pläne und Spekulationen, wo in Traunstein ein neues Hotel entstehen könnte, gab es in den vergangenen Jahren viele. In Frage gekommen wäre die Fläche der inzwischen abgebrochenen Turnhallen in der Au. Die Stadt entschied sich dann aber dafür, dort den Salinenpark zu errichten. Auch die Grundeigentümer des Bahnhofsareal-West planten auf ihrem Gelände ein Hotel anzusiedeln, bis man sich mit dem Landkreis einigte, der dort den „Campus Chiemgau“ bauen wird. Ein Hotel hätten sich auch die Investoren für den geplanten Neubau auf dem ehemaligen Post-Grundstück am Bahnhof vorstellen können.

Durch die Pläne des Sailer Kellers könnte der Bedarf an Gästezimmern für Traunstein schließlich aber gedeckt sein.

xe

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