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Ziel weit übertroffen

Erfolgreiche Crowdfunding-Aktion in Ettendorf: Kulturpreisträger Robert Schlegel kann Instrumente anschaffen

Crowdfunding-Scheckübergabe vor der 350 Jahre alten Ettendorfer Kirchenorgel
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Crowdfunding-Scheckübergabe vor der 350 Jahre alten Ettendorfer Kirchenorgel mit (von links) St. Oswald Kirchenmusiker Manfred Müller, Aktionsinitiator Robert Schlegl, Kulturpreisträger aus Bad Reichenhall, Elke Küblböck, Verwaltungsleiterin der Stadtkirche Traunstein-St. Oswald, Josef Babl, Marktbereichsleiter in Traunstein, und Katharina Moderegger, Vertriebsservice Marketing, beide von der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG.

Nach einer mehr als ergiebigen Crowdfunding-Aktion steht der Anschaffung neuer Instrumente nichts mehr im Wege.

Bad Reichenhall / Traunstein - Ziel erreicht: Der aktuelle Kulturpreisträger der Stadt Bad Reichenhall, Robert Schlegl, ist glücklich, seine Crowdfunding-Aktion (wir berichteten) ist von Erfolg gekrönt. Er kann sogar ein Instrument mehr anschaffen, insgesamt also fünf, weil das Spendenziel um ein paar tausend Euro übertroffen wurde. Instrumentenbauer Ewald Meinl aus Geretsried ist bereits beauftragt und damit beschäftigt, eine Alt-, eine Tenor- und eine Bass-Posaune in der historischen Bauart des 17. Jahrhunderts herzustellen – passend zur Entstehungszeit der Kirchenorgel in Ettendorf bei Traunstein. Ein Zink ist bereits eingetroffen, ein anderer aus Paris auf dem Weg. Sie alle sollen im Sommer gemeinsam mit der 350 Jahre alten Orgel in Traunstein erklingen.

Die Kosten für die ursprünglich vier geplanten Instrumente kalkulierte Robert Schlegl vorab auf 16.454 Euro. Zusammen kamen 19.570 Euro. „Überwältigend“, sagt er zum Beginn des Gesprächs mit der Heimatzeitung begeistert und euphorisch: „Denn das ist jetzt für das Programm im Ettendorfer Kircherl – sowohl für St. Oswald-Kirchenmusiker Manfred Müller als auch für mich – Motivation, Ansporn und ein gewisses Maß an Verpflichtung, das Instrumentarium einzusetzen und möglichst breit bekannt zu machen. Wir wollen Musik-Profis genauso wie Laien und Musik-Schülerinnen und -Schüler mit einbinden.“ Jetzt gehe es darum, das Projekt mit Leben zu füllen, so der 44-Jährige.

Erfolgreiche Crowdfunding-Aktion: Kulturpreisträger Robert Schlegel kann Instrumente anschaffen

Robert Schlegl mit dem ersten Sopran-Zink, den er aus Spanien erhielt – er ist aus
Maisstärke angefertigt und wurde mittels 3-D-Drucker hergestellt. Nur wenige Menschen
weltweit können dieses außergewöhnliche Instrument in mittelalterlicher Bauart tatsächlich
exzellent spielen.
Robert Schlegl mit dem ersten Sopran-Zink, den er aus Spanien erhielt – er ist aus Maisstärke angefertigt und wurde mittels 3-D-Drucker hergestellt. Nur wenige Menschen weltweit können dieses außergewöhnliche Instrument in mittelalterlicher Bauart tatsächlich exzellent spielen. © Hans-Joachim Bittner
Robert Schlegl mit dem ersten Sopran-Zink, den er aus Spanien erhielt – er ist aus
Maisstärke angefertigt und wurde mittels 3-D-Drucker hergestellt. Nur wenige Menschen
weltweit können dieses außergewöhnliche Instrument in mittelalterlicher Bauart tatsächlich
exzellent spielen.
Robert Schlegl mit dem ersten Sopran-Zink, den er aus Spanien erhielt – er ist aus Maisstärke angefertigt und wurde mittels 3-D-Drucker hergestellt. Nur wenige Menschen weltweit können dieses außergewöhnliche Instrument in mittelalterlicher Bauart tatsächlich exzellent spielen. © Hans-Joachim Bittner
Robert Schlegl mit dem ersten Sopran-Zink, den er aus Spanien erhielt – er ist aus
Maisstärke angefertigt und wurde mittels 3-D-Drucker hergestellt. Nur wenige Menschen
weltweit können dieses außergewöhnliche Instrument in mittelalterlicher Bauart tatsächlich
exzellent spielen.
Robert Schlegl mit dem ersten Sopran-Zink, den er aus Spanien erhielt – er ist aus Maisstärke angefertigt und wurde mittels 3-D-Drucker hergestellt. Nur wenige Menschen weltweit können dieses außergewöhnliche Instrument in mittelalterlicher Bauart tatsächlich exzellent spielen. © Hans-Joachim Bittner
Robert Schlegl mit dem ersten Sopran-Zink, den er aus Spanien erhielt – er ist aus
Maisstärke angefertigt und wurde mittels 3-D-Drucker hergestellt. Nur wenige Menschen
weltweit können dieses außergewöhnliche Instrument in mittelalterlicher Bauart tatsächlich
exzellent spielen.
Robert Schlegl mit dem ersten Sopran-Zink, den er aus Spanien erhielt – er ist aus Maisstärke angefertigt und wurde mittels 3-D-Drucker hergestellt. Nur wenige Menschen weltweit können dieses außergewöhnliche Instrument in mittelalterlicher Bauart tatsächlich exzellent spielen. © Hans-Joachim Bittner
Robert Schlegl mit dem ersten Sopran-Zink, den er aus Spanien erhielt – er ist aus Maisstärke angefertigt und wurde mittels 3-D-Drucker hergestellt. Nur wenige Menschen weltweit können dieses außergewöhnliche Instrument in mittelalterlicher Bauart tatsächlich exzellent spielen.
Robert Schlegl mit dem ersten Sopran-Zink, den er aus Spanien erhielt – er ist aus Maisstärke angefertigt und wurde mittels 3-D-Drucker hergestellt. Nur wenige Menschen weltweit können dieses außergewöhnliche Instrument in mittelalterlicher Bauart tatsächlich exzellent spielen. © Hans-Joachim Bittner

Die Plattform für das Crowdfunding stellte die VR-Bank Berchtesgadener Land: „Wir unterstützten die Projektleiter sehr gerne und freuen uns über den Erfolg der Aktion“, sagt Katharina Moderegger aus dem Vertriebsservice Marketing der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG.

Wir haben mit Kulturpreisträger Robert Schlegl über das herausragende Spenden-Ergebnis gesprochen.

Herr Schlegl, Ziel nicht nur erreicht, sondern sogar ein gutes Stück übertroffen – haben Sie wirklich damit gerechnet?

Robert Schlegl: Ganz ehrlich? Nein. Freilich hatte ich gehofft, dass wir vielleicht mit Ach und Krach und viel Geduld die Ziellinie erreichen. Das, was wirklich dabei herausgekommen ist, ist überwältigend.

Es kamen über 3000 Euro mehr zusammen als ursprünglich anvisiert und benötigt. Sie können deshalb nun sogar ein Instrument mehr anschaffen.

Schlegl: Die Freude darüber ist genauso groß wie die Vorfreude auf die Instrumente selbst. Geplant waren vier, jetzt können wir fünf anschaffen. Ein Zink ist bereits da, einer kommt aus Frankreich. Beide besitzen Grifflöcher wie eine Flöte und ein Mundstück ähnlich einer Trompete. Die drei Barock-Posaunen werden wir vielleicht schon Mitte Juni erhalten – ich werde sie mit großer Freude persönlich abholen und dann reinigen, einspielen, also in „optima forma“ bringen.

Wie bewerten Sie das Ergebnis insgesamt?

Schlegl: Es ist zunächst ein großer Vertrauensvorschuss aller Spender. Ich freue mich natürlich sehr, dass die Menschen das Konzept in dieser Art und Weise begrüßen. Es ist gleichzeitig die Verpflichtung für uns, jetzt tatsächlich etwas nachhaltig Werthaltiges auf die Beine zu stellen.

Die VR-Bank steuerte einen Zuschuss bei, stockte das Crowdfunding sozusagen auf.

Schlegl: Für jeden Euro spendete sie 25 Cent, gedeckelt bis zum ursprünglichen Crowdfunding-Ziel. Dabei kamen 3290 Euro an Unterstützung heraus.

Der Überschuss liegt bei etwa 20 Prozent des ursprünglichen Aktionsziels. Was damit zu geschehen hat, wurde im Crowdfunding vorab exakt festgelegt.

Schlegl: Das stimmt. Mit dem Überschuss soll ein Übergabekonzert organisiert werden, möglicherweise eine CD-Produktion. Die Herstellung des zweiten Zinks fällt hier ebenfalls mit rein, um eine noch größere musikalische Bandbreite an Kompositionen abdecken zu können. Wir haben somit zwei Sopran-Instrumente und drei tiefe Blech-Posaunen – Alt, Tenor, Bass – und können damit fünfstimmige Instrumentalmusik spielen. Das eröffnet uns zusätzlich recht breit aufgestellte Möglichkeiten.

Mit dem zweiten Zink aus Spanien hat es etwas ganz Besonderes auf sich.

Schlegl: Diesen habe ich bereits bekommen. Die Besonderheit ist, dass er aus dem 3-D-Drucker stammt, aus Maisstärke hergestellt und mit Leder ummantelt ist. Gebhard David, ein Nürnberger, der mittlerweile in Spanien lebt, baut Zinken – 3-D-gedruckte genauso wie traditionelle. Er ist mit der bekannten Sopranistin Núria Rial verheiratet. Der Zink aus Paris, gebaut von Serge Delmas, wird zunächst zum Ölen, Einspielen und Abstimmen zu einer Zinkenistin nach Aurich geschickt. Sie wird diesen konzertant vorstellen.

Sie sind Profi-Musiker auf Barock-Posaunen. Diesen Zink können Sie nicht spielen?

Schlegl: Nein, keine Chance. Das ist sehr speziell und extrem schwer, da das Mundstück so klein ist. Es können weltweit überhaupt nicht sehr viele Musiker wirklich darauf spielen.

Würden Sie es gern können?

Schlegl: Viele, die Zink spielen können, kommen von der Flöte. Ich bin Posaunist. Das ist etwas ganz anderes. Der Zink ist ein tolles Instrument, aber ich bin und bleibe gern bei der Posaune.

Wann soll das erste Konzert mit den im historischen Stil nachgebauten Instrumenten im Ettendorfer Kircherl über die Bühne gehen?

Schlegl: Am Samstag, 10. Juli. Freilich ist in diesen Zeiten alles ungewiss und unter Vorbehalt zu behandeln. Möglicherweise werden es – der Pandemie geschuldet – zwei oder drei Konzerte mit jeweils reduzierter Spieldauer, beginnend am späten Nachmittag. Mit den entsprechenden Abständen können gegebenenfalls jeweils 30 Besucher live in der Kirche mit dabei sein.

Hans-Joachim Bittner

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