Schon seine Ex-Freundin warnte ihn

„Es war wie eine Droge“: Grassauer wegen tausender Kinderpornos verurteilt

Grassau/Traunstein - Kinderporno-Fotos und -Videos der übelsten Sorte: Ein ehemaliger Grassauer wurde dafür nun verurteilt - zu einer Bewährungsstrafe und umfassenden Auflagen.

Schon seine Ex-Freundin warnte ihn, nachdem sie ihm übers Handy auf die Schliche kam („Du musst was machen dagegen“). Doch nach der Trennung war es zu spät. „Mitte 2018 hatte ich eine schlimme Zeit, habe mich zurückgezogen und diesen Mist gemacht“, so der 43-Jährige am Montag, 26. Oktober, vor dem Traunsteiner Amtsgericht. Wegen Kinderpornos wurde der Mann, der bis 2019 in Grassau wohnte, zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Urteil: Bewährungsstrafe für Grassauer wegen Kinderpornos

„Pädophile haben es im Gefängnis schwer“, warnte ihn Richter Thilo Schmidt. Gleichzeitig wurden dem 43-Jährigen umfassende Bewährungsauflagen gemacht: Er wird vier Jahre lang einem Bewährungshelfer unterstellt, darf sich auf 100 Metern keinen Kinderbetreuungseinrichtungen mehr nähern und sich nicht allein mit Kindern im gleichen Raum oder in einem Auto aufhalten. Außerdem muss der ehemalige Grassauer eine sexualtherapeutische Fachambulanz besuchen.

Eine weitere Auflage des Gerichts: Der Mann darf im Internet nicht mehr unter Alias-Namen auftreten. Denn in Chats gab er sich als 14-jähriges, bisexuelles Mädchen aus, um an das Material zu kommen. Tausende digitale Fotos und auch Videos waren es, die die Polizei bei ihm zuhause Ende 2018 fand. „Die Fotos zeigen echten Missbrauch von Kindern. Wer sowas versendet, unterstützt auch diejenigen, die solche Fotos produzieren. Ich hoffe, das haben Sie jetzt verstanden“, so die Staatsanwältin.

Angeklagter: „Es war wie eine Droge“

Der Angeklagte, der inzwischen in Nordbayern wohnt, war vor Gericht voll geständig und zeigte sich einsichtig. „Ich weiß, dass das verkehrt war und gestehe meinen Fehler ein. Ich verstehe es immer noch nicht. Es war wie eine Droge“, so der Mann. Verurteilt wurde der 43-Jährige nun wegen Besitz, Verbreitung und Drittbesitzverschaffung kinderpornografischer Schriften - denn er schickte einen Teil des Materials auch per Whatsapp weiter.

xe

Rubriklistenbild: © Peter Förster

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion