86-Jährige in Trostberg überrollt

"Fahrlässige Tötung": Müllwagenfahrer schuldig

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Traunstein/Trostberg - Er rollte nur an, doch direkt vor seinem Mülllaster lag eine 86-Jährige am Boden, die kurz zuvor hinfiel - die Frau wurde überrollt. Dem 30-jährigen Fahrer wurde am Mittwoch der Prozess gemacht.

Update 16.15 Uhr: Das Urteil

Nach dreistündiger Verhandlung mit Zeugen und Sachverständigen zog der Angeklagte, ehemaliger Müllwagenfahrer, den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück. Eine Geldstrafe von 2100 Euro wegen fahrlässiger Tötung wurde daraufhin rechtskräftig. 

"Ich weiß bis heute nicht, wo die Frau herkam", beteuerte der 31-Jährige in der Verhandlung. Obwohl die dunkel gekleidete Frau schon am Boden lag, als der Lkw losfuhr, hätte er zumindest einen Teil des Körpers im sogenannten Fußgängerspiegel im Führerhaus sehen können, meinte ein Gutachter. Der Angeklagte arbeitet inzwischen im Fernverkehr, ist aber noch immer in therapeutischer Behandlung.

Unser Artikel vom Mittwochmorgen:

Es war eine Verkettung vieler unglücklicher Umstände: Am 19. Dezember 2016 wollte eine 86-jährige Frau die Tittmoninger Straße in Trostberg überqueren. Am Straßenrand stand gerade ein Mülllaster, die Tonnen wurden geleert. Langsam und vorsichtig ging die Frau direkt an der Fahrzeugfront entlang, hielt sich noch am Laster fest - dann stürzte sie aus. Genau in jenem Moment, wo die Frau noch auf der Straße lag - sie trug einen grauen Mantel - fuhr der Mülllaster an und überrollte sie. Die 86-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle. 

Gegen den 30-jährigen Fahrer des Lasters liegt nun ein Strafbefehl des Amtsgerichtes Traunstein vor. Der Vorwurf: Fahrlässige Tötung. Die Staatsanwaltschaft ist der Meinung, dass der Mann die am Boden liegende Dame hätte sehen müssen, denn im Lkw befindet sich an der Frontscheibe eigens ein Fußgängerspiegel - dort hätte er hineinschauen müssen, allein schon deshalb, weil innerorts immer mit Leuten zu rechnen sei, die die Straße überqueren. 

Der 30-jährige Fahrer des Müllwagens legte mit seinem Anwalt im Februar Einspruch gegen den Strafbefehl des Amtsgerichts ein. Außerdem forderte der Verteidiger ein zusätzliches Unfallgutachten. Am heutigen Mittwoch um 9 Uhr beginnt die Verhandlung

xe

Rubriklistenbild: © Fotomontage dpa

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