Prozess am Landgericht Traunstein

200.000 Euro ergaunert? "Falsche Polizisten" vor Gericht

Traunstein - Mit einer perfiden Betrugsmasche sollen sich zwei Männer rund 200.000 Euro ergaunert haben. Sie müssen sich dafür vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten.

Am 3. März beginnt um 9 Uhr vor der 6. Strafkammer des Traunsteiner Landgerichts ein Prozess gegen zwei Männer, die sich als "falsche Polizisten" von zwei Damen einen erheblichen Geldbetrag von rund 200.000 Euro ergaunert haben sollen.


Sie sollen im April und Juni 2019 die Geschädigten telefonisch kontaktiert haben und sich als Polizeibeamte der Kripo Traunstein ausgegeben haben. Mittels falscher Legende sollen die Angeschuldigten ein Vertrauensverhältnis zu den Opfern aufgebaut haben und sie schließlich zur Geldzahlung und Übergabe überredet haben. 

Bis zu zehn Jahre Haft

Die Männer sind daher wegen gewerbsmäßigem Bandenbetrug angeklagt. Das Gesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren vor. In § 263 Absatz 1 heißt es: 


"Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

In Absatz 5:

"Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer den Betrug als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht."

"Falsche Polizisten" auch in der Region tätig

Die Masche "Falsche Polizeibeamten" ist nicht neu. Erst im Januar diesen Jahres gab das Polizeipräsidium Oberbayern Süd eine Pressemitteilung heraus, in der sie vor Betrugsversuchen durch sogenannte "falsche Polizeibeamte" warnte

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang:

  • Setzen Sie bitte Familienangehörige und Nachbarn über diese Masche in Kenntnis! 
  • Reden Sie offen in der Familie, insbesondere mit älteren, möglicherweise alleinstehenden Angehörigen, über dieses Phänomen! 
  • Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über persönliche Verhältnisse! 
  • Staatliche Stellen fordern niemals auf diese Art und Weise Bargeld! 
  • Rufen Sie Ihre örtliche Polizei zurück und erkundigen sie sich! 
  • Verwenden Sie hierfür niemals die im Display angezeigte Rufnummer, sondern die Ihnen bekannte. 
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110. Haben Sie keine Angst anzurufen!

jb

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Kommentare