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Rosenheimerin soll im Schlaf von zwei Männern vergewaltigt worden sein

„Ich lag wie gelähmt in meinem Bett, aber konnte mich nicht wehren“

Rosenheim/Traunstein -Sie soll einen wahren Albtraum erlebt haben: In ihrer eigenen Wohnung sei eine Rosenheimerin von zwei Bekannten im Schlaf vergewaltigt worden. Nun müssen sich die beiden vor dem Landgericht verantworten.

Update, 16 Uhr - Angeklagte beide geständig und zahlen 25.000 Euro Schmerzensgeld

Weil die Angeklagten geständig sind, bleiben ihr genaue Nachfragen erspart, als Zeugin muss sie aber trotzdem erscheinen: Jetzt sagt die Geschädigte, 32 Jahre alt und aus Rosenheim, aus. Noch heute leidet sie wegen der Tat im August 2020 unter Schlafproblemen und ist in psychiatrischer Behandlung.

„Einen normalen Umgang wird es nicht mehr geben“, sagt die Frau in Richtung der beiden Angeklagten. Denn eigentlich waren sie befreundet. Die Erinnerungen an die Tat kamen ihr erst nach und nach zurück. Und anscheinend half ihr der 39-jährige Angeklagte aus Rosenheim dabei auf die Sprünge, vermutlich aus schlechtem Gewissen. Am Tag nach der Tat habe er ihr immer „etwas sagen“ wollen, ohne konkret zu werden. Nach seiner Frage, ob sie heute ohne Unterwäsche aufwachte, begann es der Rosenheimerin zu dämmern.
 
Einige Zeit später spionierte die Geschädigte am Computer eines der Angeklagten und entdeckte den Chat-Verlauf zwischen den beiden. Die Tat sei dort nicht direkt beschrieben gewesen, nur „dass etwas passiert ist, woran sie sich nicht mehr erinnern könne, was auch gut so sei“ und „dass sie beim nächsten Mal die Unterwäsche gleich weglassen könne“. Etwa drei Wochen nach der Tat ging die Rosenheimerin schließlich zur Polizei, die Durchsuchungsbeschlüsse bei den Angeklagten erwirkte.
 
„Ich lag wie gelähmt in meinem Bett, aber ich konnte mich nicht wehren“, beschrieb die 32-Jährige die Horror-Nacht bei der Polizei. Eine Beamtin sagt im Zeugenstand: „Sie gab an, dass sie während des Missbrauchs immer wieder in einen Schlafzustand verfallen sei.“ Für aussagekräftige Blut- oder Haaranalysen war es da schon zu spät - denn laut einem Gutachten können solche Blackouts nicht allein vom Alkohol herrühren.

Auch persönlich entschuldigen sich die beiden Angeklagten bei der 32-jährigen Rosenheimerin. „Es tut mir leid. Ich habe jeden Tag drüber nachgedacht. Ich habe dich eigentlich immer gern gemocht“, so der jüngere der beiden Angeklagten. „Ich weiß noch nicht, ob ich es schaffe, die Entschuldigung anzunehmen“, entgegnet die Frau. Ein Täter-Opfer-Ausgleich wurde inzwischen vereinbart. Die Geschädigte erhält 25.000 Euro Schmerzensgeld, von denen 20.000 bereits geflossen sind - und die Angeklagten verpflichten sich, keinen Kontakt mehr zu der Frau zu suchen.
 
Der Prozess wird am kommenden Dienstag (6. Juli) fortgesetzt. Dann werden die Plädoyers gehalten und das Urteil verkündet. Prozessbeginn ist um 9.30 Uhr.

Update, 12.41 Uhr - Planten die Angeklagten sogar eine Wiederholung?

Jetzt sind die Geständnisse da: Beide Männer räumen voll ein, dass sie die Frau im Schlaf sexuell missbraucht haben sollen. Die Erklärungen der beiden Männer - 39 Jahre alt und aus Rosenheim bzw. 51 Jahre alt und aus Kolbermoor - decken sich: Man sei erheblich betrunken gewesen. „Ich war komplett dicht“, so der 39-Jährige, der eigentlich ein guter Freund der Geschädigten war. Beide hätten mindestens acht Bier und dazu einiges an Whiskey-Cola getrunken.
 
„Wir wollen nicht alles auf die Alkoholisierung schieben, aber sonst wäre die Tat sicher nicht passiert“, so Maximilian Pauls, Verteidiger des Rosenheimer Angeklagten. Dieser habe ohnehin versucht, dem anderen Angeklagten während der Vergewaltigung klarzumachen, „dass er das nicht machen könne“.

Beide geben an, die Tat sei „eine spontane Idee“ gewesen. 

Eine Sache stößt der Vorsitzenden Richterin Heike Will aber anscheinend besonders sauer auf. Dem Landgericht liegt ein Chat-Protokoll der beiden vor. Demnach hätten sich die Angeklagten nach der Tat wohl darüber unterhalten, das Ganze zu wiederholen. „Das war nur blödes Dahergerede“, so Markus Frank, der Anwalt des Kolbermoorers - „und vielleicht auch eine Art, die Tat wegen des schlechten Gewissens zu verdrängen“.

Als nächstes wird die Geschädigte als Zeugin geladen. 

Update, 10.55 Uhr - „Angebot“ seines Bekannten: „Möchtest Du auch einmal?“

Was geschah in jener Nacht auf den 22. August 2020 in Rosenheim? Der Vergewaltigungsprozess gegen die beiden Männer hat jetzt am Landgericht begonnen. Angeklagt ist ein 39-Jähriger aus Rosenheim und ein 51-Jähriger aus Kolbermoor. Durch die Verlesung der Anklage durch die Staatsanwaltschaft werden jetzt mehr Details bekannt.

Das Trio soll am Abend in Rosenheim ausgegangen sein und viel getrunken haben. Die Drei kannten sich, laut Staatsanwaltschaft sei es in der Vergangenheit aber nie zu Intimitäten gekommen. Später sei man in die Wohnung der mutmaßlich Geschädigten gefahren um weiterzutrinken. Auch dort seien die beiden Männer nicht zum ersten Mal gewesen.
 
Als die Frau dann aber bald ins Bett ging, soll das Martyrium begonnen haben - denn die Frau wähnte sich allein, weil sich der Rosenheimer zuvor schon bei ihr verabschiedet habe. Dann hätten die beiden die Frau teils ausgezogen und der 51-Jährige führte einen Finger in sie ein. Laut Staatsanwaltschaft habe sie das Geschehene teils nur im Halbschlaf, teils gar nicht mitbekommen. Der jüngere der beiden Angeklagten habe bei der Geschädigten dann auch den Oralverkehr ausführen wollen.
 
Später habe sich der 51-jährige Kolbermoorer dann auch selbst ausgezogen und die Frau vergewaltigt. Der 39-jährige Angeklagte habe da wohl schon seine Skepsis zum Ausdruck gebracht und auch das „Angebot“ seines Bekannten abgelehnt, das Opfer ebenfalls zu vergewaltigen. „Möchtest du auch einmal?“, habe er ihn laut Staatsanwaltschaft gefragt.
Nun darf man gespannt sein, wie sich die beiden Männer äußern. Mit einem vollen Geständnis könnten sie der Frau eine detaillierte Aussage ersparen

Erstmeldung:

Wegen Vergewaltigung stehen am heutigen Dienstag (29. Juni) zwei Männer vor dem Landgericht in Traunstein: Ein 51-jähriger Rosenheimer und ein 39-Jähriger aus Kolbermoor. In der Nacht auf 22. August 2020 sollen sie eine Bekannte in deren Wohnung in Rosenheim vergewaltigt haben während sie schlief.

Frau aus Rosenheim im Schlaf vergewaltigt? Prozess am Landgericht Traunstein

Laut Staatsanwaltschaft seien sie zuvor fortgegangen, viel Alkohol war im Spiel. Bei der mutmaßlichen Geschädigten zuhause ging es schließlich weiter, bis sie sich schlafen legte. Dann hätten die beiden die Frau teils ausgezogen. Während es der 39-Jährige laut Staatsanwaltschaft dabei beließ, Oralverkehr an der Frau auszuführen, hätte der 51-Jährige auch Sex mit ihr gehabt. Beide sitzen seit Ende September 2020 in Untersuchungshaft.

Die Verhandlung beginnt um 9.30 Uhr. Ein weiterer Prozesstag ist für den 6. Juli vorgesehen. chiemgau24.de wird aktuell aus dem Landgericht berichten.

xe

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand

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