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Drei Monate nach Prozessbeginn gegen Waldkraiburger Busfahrer

Freispruch oder etliche Jahre Haft? Plädoyers im Prozess um mutmaßlich vergewaltigte Buben

Der Prozess gegen einen 56-jährigen Busfahrer aus Waldkraiburg neigt sich dem Ende entgegen. Er soll drei Buben aus dem Landkreis Rosenheim vergewaltigt haben. Nun wurden am Landgericht die Plädoyers gehalten.

Traunstein/Waldkraiburg/Landkreis Rosenheim - Nach drei Monaten Verhandlung neigt sich der Prozess gegen einen 56-jährigen Busfahrer nun dem Ende entgegen. Jetzt wurden vor dem Traunsteiner Landgericht die Plädoyers gehalten. Der Waldkraiburger soll zwischen 2019 und 2021 immer wieder drei Buben vergewaltigt haben. Zwei waren damals 13 Jahre alt, einer erst neun. Der Mann lernte die Kinder im Rahmen seiner Arbeit als Busfahrer im Landkreis Rosenheim kennen.

Die Plädoyers liegen nun himmelweit auseinander. Die Staatsanwaltschaft forderte 13 Jahre Haft für den Mann - wegen 21 Fällen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Verteidiger Andreas Knoll plädierte dagegen auf Freispruch. Sein Mandant vertrat vom Prozessbeginn an die Meinung, dass eine „Falle“ der beteiligten Eltern hinter den Vorwürfen stecke: „Ich bin nur meiner Arbeit nachgegangen und habe keine Kinder angefasst“, so der Waldkraiburger. Die Vorwürfe bezeichnete er als „Lüge“. Die Plädoyers wurden vor dem Landgericht nichtöffentlich gehalten.

Das Urteil wird am Mittwoch, den 25. Januar, gesprochen. Die Staatsanwaltschaft ist dagegen der Meinung, dass der 56-Jährige sich die Buben sogar mit Drohungen, Geld und Zigaretten gefügig gemacht habe. „Auch forderte der Angeklagte das Kind fortwährend auf, die WhatsApp-Chats auf seinem Handy zu löschen, um seine Taten zu verdecken“, hieß es in der Anklage. Einer der damals 13-jährigen Buben übernachtete an vielen Wochenenden auch beim Angeklagten und seiner Frau zuhause - das gab er auch selbst zu. Angeblich, weil das Kind seine Tochter besuchen und von seinem eigenen Elternhaus weg wollte.

Weil der Angeklagte bei seinem hartnäckigen „Nein“ blieb, mussten auch die betroffenen Kinder vor Gericht bereits zweimal vernommen werden. Für Aufsehen sorgte außerdem der Prozesstag am 23. November vorigen Jahres: Der Waldkraiburger musste zwischenzeitlich aus der Untersuchungshaft entlassen werden und war deswegen nur noch mit elektronischer Fußfessel unterwegs. Doch an jenem Verhandlungstag wurde er im Gerichtssaal erneut von der Polizei festgenommen und inhaftiert: Es lag ein neuer Haftbefehl gegen den Mann vor - wieder wegen schweren sexuellen Missbrauchs.

xe

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

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