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Freund und Arbeitskollege war „nur knapp vom Tod entfernt“

Urteil zu Messerstichen in Mehring: Mann (31) muss für Jahre ins Gefängnis

Die Sachlage scheint bisher klar: Ein 31-Jähriger aus Mehring (Landkreis Altötting) soll heuer im März einen Arbeitskollegen und guten Freund im Rausch niedergestochen haben - heute könnte schon das Urteil fallen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein 31 Jahre alter Mann aus Mehring steht in Traunstein vor Gericht
  • Er soll seinen Freund niedergestochen haben
  • Das Opfer überlebte nur knapp
  • Weitere Zeugen werden gehört
  • Dem Angeklagten drohen nun viele Jahre Haft
  • Das Urteil ist gefallen

Update, 12 Uhr - Urteil zu Messerstichen in Mehring gefallen

Das Urteil ist gefallen: Der Angeklagte aus Mehring (Landkreis Altötting), 31 Jahre alt, muss für vier Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Das Traunsteiner Landgericht erkennt in den Messerstichen vom 11. März einen versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Das Opfer war ein Arbeitskollege und langjähriger Freund des Angeklagten.
 
„Zu einzelnen Details waren die Zeugenaussagen so widersprüchlich, wir haben uns deswegen aufs Kerngeschehen konzentriert“, so Volker Ziegler, der Vorsitzende Richter. An einem Wohnheim saßen am Nachmittag des 11. März einige Arbeitskollegen zusammen und tranken. Zwischen dem Angeklagten und dem späteren Opfer kam es zu kleineren Provokationen und Streits, die sich dann aber wieder legten.
 
Plötzlich holte der schwer alkoholisierte Angeklagte ein Küchenmesser und griff seinen Freund unvermittelt an. Der erste Messerstich drang bis in die Lunge vor - noch etwas tiefer und das Opfer hätte sein Leben verloren. „Dann ging der Kampf am Boden weiter, bei denen der Angeklagte seine Kampfhandlungen fortsetzte“, so Ziegler. Sechs weitere Male landete das Messer dann im Rücken des 43-jährigen Geschädigten.
 
Der Angeklagte habe es billigend in Kauf genommen, dass er seinen Arbeitskollegen tötet: „Er war nur knapp vom Tode entfernt“, so der Richter. Eine Unterbringung in eine Entzugsanstalt lehnt das Gericht ab. Die Alkoholprobleme des 31-Jährigen sind unbestritten, aber der Angeklagte spreche zu schlecht Deutsch und habe in Deutschland auch kein soziales Netz, das ihn nach der Haft wieder aufnehme. 

Update, 11.03 Uhr - Dem Angeklagten drohen viele Jahre im Gefängnis

Nun werden schon die Plädoyers gehalten - und sie verheißen für den Angeklagten nichts gutes. Sechseinhalb Jahre Haft wegen versuchtem Totschlag fordert Staatsanwalt Langwieder für den 31-jährigen Rumänen. Zwar sei der Mann weitgehend geständig gewesen und habe sich wiederholt entschuldigt, aber bei den schweren Verletzungen an Lunge und Niere des Opfers hätte es „zeitnah zum Tod kommen können“. Außerdem bestehen Vorstrafen in Rumänien wegen Bedrohung und Körperverletzung.

Auch Verteidigerin Anita Süßenguth sieht den groben Ablauf der Tat am 11. März gleich. Sie betont aber, dass den Messerstichen durchaus Beleidigungen und Ohrfeigen des Geschädigten vorausgegangen wären - und das trotz der jahrelangen Freundschaft der beiden Männer. Auch die Alkoholisierung von maximal 2,7 Promille führt sie beim Angeklagten ins Feld. Ihr Antrag: Vier Jahre Haft und eine Therapie wegen der Alkoholsucht ihres Mandanten.
 
Nun fehlt lediglich noch das Urteil des Traunsteiner Landgerichts unter Vorsitz von Volker Ziegler und die Messerattacke am 11. März in Mehring (Landkreis Altötting) gilt als aufgeklärt. 

Update, 10.06 Uhr - Opfer überlebte wohl nur haarscharf

„Wir versuchen ein Puzzle zusammenzusetzen, aber es wird schwierig“, fasste es der Vorsitzende Richter Volker Ziegler zusammen, nachdem die ersten zwei Zeugen gehört wurden. Auch wenn niemand anzweifelt, dass mit dem 31-Jährigen der Richtige auf der Anklagebank sitzt, bleiben viele Fragen offen. Und heute soll schließlich auch noch ein Urteil fallen.
 
Unklar ist bisher beispielsweise das Motiv für den lebensbedrohlichen Messerstich. Und wie genau der Rumäne das Messer hielt und auf seinen Arbeitskollegen und Freund einstach, ist auch noch nicht ganz geklärt. Was es umso schwieriger macht: Bis auf einen waren alle Beteiligten, die an jenem 11. März in Mehring beieinandersaßen, betrunken. „Es wurde da den ganzen Tag ziemlich viel Alkohol getrunken“, so ein Mühldorfer Kriminalpolizist im Zeugenstand.
 
Bei der Befragung am Tatort meinte einer, vor dem Streit habe der Angeklagte dem Geschädigten gesagt, er habe vor seiner Zeit mit seiner Freundin Sex gehabt. Nur: Vor Gericht wollte das keiner der Zeugen so bestätigen. „Vielleicht wurde es vor Ort auch falsch übersetzt, das kann ich nicht sagen“, so der Polizist. Die Zeugen am ersten Prozesstag gaben an, der Streit habe sich um Schlafmöglichkeiten im Wohnheim entzündet.
 
Fest steht, dass der erste Stich des Angeklagten auf seinen 43-jährigen Arbeitskollegen der heftigste war. Acht Zentimeter tief drang die Messerspitze ein, erwischte auch die Lunge. „Nur etwas tiefer und die Lunge wäre ganz zusammengefallen. Der Geschädigte wäre dann verstorben“, so der Kriminalpolizist. Verhängnisvoll war zusätzlich, dass die weiteren Arbeitskollegen den Mann dann selbst ins Neuöttinger Krankenhaus fahren wollten, jedoch den Weg nicht fanden. Hinzugerufene Passanten holten dann einen Notarzt - „das war auch höchste Eisenbahn“, so der Polizist.

Auch die Plädoyers sollen heute noch gehalten werden und mit dem Urteil wird gerechnet

Vorbericht

Traunstein/Mehring - Ein „wuchtiger Stich“ zehn bis 15 Zentimeter in die Brust bis in die Lunge, danach noch weitere Stiche in den Rücken - ein 43-jähriger Mann aus Mehring (Landkreis Altötting) überlebte einen Angriff am Nachmittag des 11. März nur durch Zufall und wegen der schnellen medizinischen Hilfe, so die Staatsanwaltschaft. Auch der Täter scheint bereits festzustehen: Der Angeklagte (31), ein Arbeitskollege und guter Freund des Opfers, war betrunken und will sich nicht mehr erinnern können. Aber er wehrte sich zu Prozessbeginn auch nicht gegen die Vorwürfe.

Am Dienstag (8. November) wird der Prozess gegen den Mann am Traunsteiner Landgericht fortgesetzt. Angesichts der Tat, die ihm vorgeworfen wird, zeigte sich der Rumäne vor Gericht immer wieder bestürzt und reuig. Opfer und Täter stehen in relativ engem Verhältnis: „Ich hätte nie mit sowas gerechnet. Ich habe ihn früher als Jungen sogar großgezogen und auf ihn aufgepasst”, so der Geschädigte zuletzt vor Gericht. Der Angeklagte ist schwerer Alkoholiker. Etwas unklar ist noch, warum der Streit entbrannte. Laut Staatsanwaltschaft spielte Eifersucht eine Rolle, doch laut der Zeugen ging es wohl eher um die Schlafmöglichkeiten im Wohnheim.

Womöglich könnte am Dienstag bereits das Urteil fallen. Auch die Plädoyers wurden noch nicht gehalten. Dem 31-Jährigen werden versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Verhandlung beginnt um 8.30 Uhr, innsalzach24.de berichtet aktuell aus dem Gerichtssaal.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / Peter Kneffel/dpa | Peter Kneffel

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