31-Jähriger aus Kreis Traunstein soll Kinder missbraucht haben

Was die Mädchen ihrer Mutter erzählten, lässt einen zusammenzucken

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Traunstein - Die Mädchen waren zwischen sechs und zwölf Jahren alt, als sie den Stiefsohn des Angeklagten zum Spielen besuchten - der 31-Jährige soll sich dann an den Mädchen vergangen haben. Wir berichten aktuell aus dem Gerichtssaal:

Update, 13 Uhr: Was die Mädchen ihrer Mutter erzählten lässt einen zusammenzucken

"Ich hatte einen Verdacht, weil die Kinder erzählt haben, dass bei manchen Spielchen ein Erwachsener dabei gewesen sei", erzählt die Mutter von zwei der betroffenen Mädchen jetzt vor Gericht. Eines der Mädchen habe der Mutter gar gesagt, sie sei vom Angeklagten "gefickt" worden - doch genaueres wollte das Kind der Mutter dann nicht mehr erzählen. Doch das war natürlich Grund genug, dass bei ihr die Alarmglocken schrillten und sie sich an die Polizei wandte.

Auch ihre zweite Tochter, die ebenfalls oft beim Stiefsohn des Angeklagten zu Besuch war, sagte der Mutter, dass "er das mit ihr auch gemacht habe". Kurz bevor die Frau mit ihrer Aussage fertig ist, schickt sie noch einen Satz in Richtung der Anklagebank: "Ich würde Ihnen am liebsten an die Gurgel gehen." Der 31-Jährige erwidert: "Das kann ich verstehen." Auch die Mutter des dritten Mädchens wird als Zeugin vernommen, doch sie bekam von ihrer Tochter nichts erzählt und auch sonst wäre ihr nichts aufgefallen.

Die Befragung durch die Polizei verlief bei zwei der drei jungen Mädchen schwierig, nur bei der Befragung der dritten erhärtete sich der Verdacht gegen den Angeklagten dann eindeutig. Zu dem Zeitpunkt lag auch schon ein Teilgeständnis des 31-Jährigen vor. Der vorsitzende Richter Klaus Weidmann verliest noch einen Brief des Angeklagten ans Gericht: Er sei selbst vor seinen Neigungen erschrocken und meint, er sei therapiebedürftig.

Der Prozess wird für heute beendet und am Mittwoch ab 12 Uhr fortgesetzt. Dann werden die Plädoyers gehalten und auch das Urteil soll fallen.

Update, 11.14 Uhr: "Springen Sie ins kalte Wasser und setzen sie dem jetzt ein Ende"

Ist der Angeklagte geständig? Gibt er die Taten zu? Sein Anwalt Michael Vogel gibt gleich bekannt, dass er die kinderpornografischen Delikte einräumt. "Und der Rest, stimmt das?", fragt das Gericht. "Es stimmt schon. Es waren aber sozusagen nur Berührungen, zu einem Eindringen ist es in keiner Form gekommen", so der Angeklagte. Auch sein Verteidiger spricht "nur" von "oberflächlichen Berührungen mit der Zunge und der Hand".

Es waren Freundinnen des damaligen Stiefsohns, sie waren fast täglich zu Besuch. Oft seien es auch überraschende Kontakte gewesen, zwischen ihm und den Kindern, "aber ich habe die Nähe nicht gesucht." Sie hätten auch nie ihr Missfallen ausgedrückt, "Nein" oder "Halt" gesagt.

Wie kam es dazu? Der Angeklagte druckst herum, spricht davon, dass er die Kinder zufällig im Bad oder beim Händewaschen getroffen hätte. Wie es dann weiterging, kann oder will er aber nicht sagen. "Springen Sie ins kalte Wasser und setzen sie dem jetzt ein Ende", will ihn der Staatsanwalt zu einer Aussage drängen. Doch der Angeklagte bleibt wortkarg.

Nun wird die Mutter von zwei der Mädchen als Zeugin vernommen.

Update, 10.40 Uhr: Widerwärtige Details vor Traunsteiner Landgericht

Es sind widerwärtige Details, die der Staatsanwalt aus der Anklageschrift verliest: Zwischen September 2017 und Juli 2018 soll der Angeklagte sich in einer Wohnung im nordwestlichen Landkreis Traunstein an drei Mädchen vergangen haben, die heute sieben, acht und zwölf Jahre alt sind. Die Mädchen waren Freundinnen des Stiefsohns des Angeklagten und wollten eigentlich nur zum Spielen bei dem Buben vorbeikommen.

Die Beschreibung der kinderpornografischen Fotos und Videos, die er ins Internet hochgeladen haben soll, ist nochmal abstoßender. Auch Tiere und Gegenstände waren hier im Spiel. Details wollen wir an dieser Stelle aussparen. Der 31-Jährige sitzt bei der Verlesung der Anklageschrift mit gesenktem Kopf da. Er ist angeklagt wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in fünf Fällen und der öffentlichen Zugänglichmachung von Kinderpornos.

Der Angeklagte will sich selbst zu den Vorwürfen äußern. Wird er geständig sein?

Erstmeldung:

Ein Mann aus dem nordwestlichen Landkreis Traunstein muss sich am Dienstag ab 9 Uhr vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten: Er ist angeklagt wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in fünf Fällen und der öffentlichen Zugänglichmachung von Kinderpornos

Als es passiert sein soll waren die drei Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren alt. Sie besuchten den damaligen Stiefsohn des Angeklagten daheim zum Spielen. Laut Staatsanwaltschaft soll sich der Mann in fünf Fällen, die sich 2018 abspielten, an den Mädchen daheim im Bad und im Schlafzimmer vergangen haben. Der 31-Jährige soll von allen Mädchen das Alter gewusst haben. 

Als die Polizei Ende Juli 2018 dann die Wohnung des Mannes im nordwestlichen Landkreis Traunstein durchsuchte, kam sie außerdem an sein Handy. Via "Dropbox" waren dort Links zu Kinderpornos abgespeichert, außerdem soll der Angeklagte auch selbst Kinderpornos im Internet hochgeladen haben. 

chiemgau24.de wird aktuell aus dem Traunsteiner Landgericht berichten.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / Patrick Pleul

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