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Angenommener Gasaustritt im Gewerbegebiet

Landkreiseinheit „Messzug Süd“ probt in Traunstein den Ernstfall mit komplexem Szenario

Landkreiseinheit „Messzug Süd“ probt den Ernstfall mit komplexem Szenario
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Der Messzug Süd hat sich einer komplexen Übung gestellt. Bei einem angenommenen Gasaustritt trainierten die Mitglieder der Feuerwehren Kammer und Traunstein die Abläufe und übten mit spezieller Messtechnik den Einsatz mit einer größeren Schadstoffausbreitung auf die Umgebung

Betriebsunfall mit Gefahrstoffaustritt mitten im Gewerbegebiet – ein Schreckensszenario für Einsatzkräfte. Derartige Einsatzlagen erfordern viel Fachwissen und gut ausgebildete Helfer um sogenannte „ABC-Einsätze“ erfolgreich zu meistern. Mit den beiden Messzügen der Feuerwehren im des Landkreis Traunstein stehen Spezialisten zur Verfügung, die bei vielen Schadenslagen die Dimension der Ausbreitung bestimmen und der Einsatzleitung beratend zur Seite stehen. Der Messzug Süd hat nun in einer realitätsnahen Übung die Abläufe trainiert.

Traunstein - „Alarm für den Messzug Süd - Betriebsunfall im Gase-Center Pöppel an der Marwanger Straße in Traunstein. Austritt von 15.000 kg Kohlendioxid. Unklare Lage“, so lautete die Alarmmeldung am Vorabend von Christi Himmelfahrt kurz nach 19:00 Uhr. Diese angenommene Meldung bildete den Startschuss für eine rund zweistündige Übung, bei der die Abläufe trainiert wurden und spezielle Messtechnik zum Einsatz kam.

Rund 25 Einsatzkräfte der Feuerwehren Kammer und Traunstein bilden den sogenannten Messzug Süd. Ein weiterer Messzug ist bei der Feuerwehr Trostberg stationiert. Die Aktiven sind auf derartige Schadensereignisse spezialisiert und trainieren regelmäßig den Umgang mit der teils hochkomplexen Ausrüstung für den Messeinsatz mit atomaren, biologischen oder chemischen Substanzen. Einsatzübungen dienen insbesondere dazu, die einzelnen Arbeitsschritte zu verbinden und die Handlungsabläufe zu trainieren.

Bereits die Anfahrt „mit dem Wind“ musste beachtet werden, damit man Mensch und Technik nicht in Gefahr bringt indem man in die Schadstoffwolke hineinfährt. Am angenommenen Schadensort wurde der Einsatz durch den Messzugleiter Maximilian Schubert strukturiert und geplant, ehe die Einsatzkräfte mit den Arbeiten beginnen konnten. Der Messzugleiter betont, „gerade in der Anfangsphase ist es wichtig eine gute Einsatzplanung zu erstellen, bevor man mit den eigentlichen Messungen beginnt“.

Streng nach Protokoll und unter Einhaltung der geltenden Corona-Hygieneregeln für Einsatzkräfte wurde zunächst eine erste Erkundung an der Einsatzstelle durchgeführt. Parallel dazu bauten weitere Mitglieder die sogenannte Messleitung auf. Dort laufen sämtliche Messergebnisse und Informationen zusammen und werden zur weiteren Beurteilung aufbereitet. Anschließend wurden zwei Trupps, ausgerüstet mit schwerem Atemschutz, mit Spezialmessgeräten an definierte Punkte zur kontinuierlichen Überprüfung der Schadstoffkonzentrationen geschickt. Gleichzeitig startete ein sogenanntes Messfahrzeug mit entsprechender Ausrüstung, um die Schadstoffausbreitung in Richtung der Wohnsiedlung Unterhaid an mehreren Stellen zu überwachen.

Nach einer ersten Messrunde sowie einer Lagebesprechung, wurde eine zweite Kontrollrunde mit der gleichen sorgfältigen Systematik an den definierten Messpunkten vorgenommen. Im Ernstfall bilden diese Messdaten die Entscheidungsgrundlage für die Einsatzleitung, ob und welche Maßnahmen zum Schutz der umliegenden Bevölkerung ergriffen werden müssen. „Durch das hohe spezifische Gewicht verbreitet sich Kohlendoxid am Boden und im Ernstfall müssen wir jeden Kanaldeckel öffnen und die Gaskonzentration prüfen“ sagte der Messzugleiter Maximilian Schubert bei der Abschlussbesprechung und ergänzte, „der schwere Atemschutz ist dabei unsere Lebensversicherung“.

Von der Kreisbrandinspektion nahm Thomas Günthner als Fach-Kreisbrandmeister „Gefahrgut“ an der Übung teil. Seinen Worten nach „ist der Messzug für den Ernstfall gut vorbereitet und die Übung hat gezeigt, dass solche Schadenslagen professionell und fachlich korrekt abgearbeitet werden. Mit den erzielten Auswertungen hätte die Einsatzleitung eine fundierte Entscheidungsgrundlage zur Verfügung gehabt, um weitere Maßnahmen in die Wege zu leiten“, so Thomas Günthner.

Seitens der Stadt Traunstein war der Stadtrat und Feuerwehrreferent Andreas Kaiser vor Ort, um sich ein Bild vom Leistungsstand der Aktiven zu machen. Er dankte den Beteiligen für ihren Einsatz und freute sich, dass trotz der langen Übungspause die Abläufe sitzen und der „Übungserfolg“ hergestellt wurde. Darüber hinaus bedankte er sich bei der Firma Pöppel, die bereits zum wiederholten Male ihr Betriebsgelände für Übungen der Feuerwehr zur Verfügung gestellt hat.

hob

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