Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Prozess gegen zwei Frauen wird noch weitere Wochen dauern

Giftmord in Töging? Gerichtsmedizinerin gibt Auskunft über tödliche Mixtur an Medikamenten

Zwei Frauen stehen wegen Mordes vor Gericht. Der Prozess am Landgericht Traunstein wird fortgesetzt.
+
Die 30-jährige Angeklagte mit Verteidigern am Traunsteiner Landgericht. Es geht um den mutmaßlichen Giftmord an einem 75-Jährigen aus Töging.

War es Selbstmord eines 75-Jährigen oder haben die Angeklagten, die Tochter und Enkelin des Rentners, ihn vielmehr vergiftet? Im Prozess um den mutmaßlichen Töginger Giftmord gab heute die Gerichtsmedizin Auskunft.

Traunstein/Töging - Der Prozess gegen zwei Frauen aus Töging wird sich doch noch um einige Wochen hinziehen. Am Montag (7. November) ging es noch nicht an die Plädoyers, denn der Verteidiger der 55-jährigen Angeklagten - Tochter des Verstorbenen - stellte elf neue Beweisanträge. Sie sollen dabei helfen, die Frau weiter zu entlasten und unter anderem beweisen, dass ihr Vater die tödlichen Medikamente über längere Zeit aufnahm und nicht auf einen Schlag. Verteidiger Georg Karl fordert dazu unter anderem weitere Sachverständigengutachten.

Das Traunsteiner Landgericht unter Vorsitz von Richter Volker Ziegler muss die Anträge nun prüfen. Allein deshalb ergibt sich für den Prozess eine Verzögerung. Die nächsten Verhandlungstage sind für den 14., 15., 28. und 29. November angesetzt.

Außerdem hat die 55-jährige Tochter des Angeklagten heute ihre ursprüngliche Aussage widerrufen: „Es stimmt nicht, dass ich meinem Vater die Medikamente zur Verfügung gestellt habe, damit er sich das Leben nehmen kann. Er hatte auch keinen Todeswunsch“, verlas Antwalt Karl für seine Mandantin. Außerdem habe sie ihm die Medikamente nicht ins Essen gemischt und auch nicht versucht, ihn zusätzlich mit einem Tuch zu ersticken. „Ich hatte auch kein Motiv dafür.“

Zentral am heutigen Prozesstag außerdem: die Gutachten der Rechtsmedizin. Sie bestätigten dem Gericht, dass der 75-Jährige an dem Beruhigungsmittel Diazepam, dem Schmerzmittel Hydromorphon und Quetiapin, einem Medikament gegen psychische Erkrankungen, starb. Vor allem das Beruhigungsmittel sei „hochdosiert“ aufgenommen worden, so Gerichtsmedizinerin Gabriele Roider.

Auch wenn die Leiche des Mannes erst acht Wochen nach dem Begräbnis untersucht wurde, konnte man die Medikamente im restlichen Venenblut nachweisen. „Wie trat der Tod mit der Kombination beim Verstorbenen dann ein?“, fragte Richter Ziegler. Die Gerichtsmedizinerin geht davon aus, dass zuerst Müdigkeit einsetzte, dann muss der Mann eingeschlafen sein, gefolgt von Bewusstlosigkeit, Kreislauf- und Atemstillstand.

Und: Man habe keine Hinweise gefunden, dass er regelmäßig das Beruhigungsmittel Diazepam eingenommen hätte. Auch das Medikament gegen psychische Erkrankungen habe er eigentlich nicht gebraucht und habe es eigentlich nie genommen. Die drei Medikamente konnten auch in den Haaren des 75-Jährigen nachgewiesen werden: „Und wir haben Hinweise, dass sie einmalig und hochdosiert vor dem Ableben aufgenommen wurden“, so die Gutachterin.

Doch wer dem Rentner die Medikamente verabreicht hat oder ob er sie freiwillig selbst genommen hat, diese Klärung ist und bleibt weiterhin Aufgabe des Gerichts.

Vorbericht: Giftmord in Töging?

Der im September gestartete Prozess um den mutmaßlichen Töginger Giftmord neigt sich dem Ende entgegen. Am Landgericht in Traunstein stehen am Montag (7. November) ab 9 Uhr zwei zentrale Gutachten auf dem Programm, von Gerichtsmedizin und Toxikologie. Auch die Plädoyers könnten bereits gehalten werden. Verhandelt wird wegen Mordes gegen die Tochter (55) und Enkelin (30) eines 75-jährigen Rentners.

Den beiden Frauen wird vorgeworfen, dem Rentner einen tödlichen Medikamentenmix von drei hochwirksamen Mitteln verabreicht zu haben. Die Motive laut Staatsanwaltschaft: ein Teilanspruch auf das Haus des Verstorbenen bei der Tochter und die Enkelin habe den Mann nicht mehr länger pflegen wollen. Der Mann habe den beiden außerdem auch nichts vererben wollen. Die Frauen selbst geben dagegen an, der 75-Jährige habe sich selbst vergiftet: „Er wollte es so. Er hat so gelitten.“

Der Töginger Rentner starb am 4. August 2021. Schon kurz nach der Beerdigung machten bei Familienmitgliedern und Bekannten Gerüchte die Runde, dass der 75-Jährige keines natürlichen Todes gestorben sei, womöglich sogar vergiftet worden sei. Nach einer Strafanzeige von Angehörigen wurde zwei Monate nach dem Tod sogar die Leiche exhumiert. Familienangehörige belasteten die Frauen teils schwer, eine Nachbarin gab an, dass Pflegezustand und Wohnverhältnisse beim Rentner schlimm gewesen sein sollen. „Seine Kleidung war über mehrere Tage hinweg voller Urin und Kot“, so die Zeugin zuletzt.

Angeklagt sind die beiden Frauen wegen gemeinschaftlichen Mordes. innsalzach24.de berichtet aktuell von der Verhandlung.

xe

Kommentare