Angespannte Lage am Donnerstag:

Radfahrer (80) vom Hochwasser eingeschlossen

Landkreis - Der Radausflug eines Rentners endete am Donnerstag in Kraiburg mit einer Bootsrettung durch die Freiwillige Feuerwehr. Der Ticker zur Hochwasserlage. *NEU: Video* 

UPDATE 12.24 Uhr

Wie das staatliche Bauamt gegenüber unserer Redaktion angab, wurde im Berchtesgadener Land vor allem die B305 bei Weinkaser stark in Mitleidenschaft gezogen. Hier wurde die Böschung weggespült. Im Landkreis Traunstein wurde südlich von Grabenstätt durch den Rotgraben mehrere Straßenbankette weggespült. Hier sollen die Reparaturarbeiten am Montag beginnen,l

UPDATE 11.01 Uhr: Radfahrer (80) mit Boot gerettet

Von einer Rettungsaktion am Donnerstagnachmittag berichtete uns die Polizeiinspektion Waldkraiburg. Gegen 16:25 Uhr, fuhr ein 80-Jähriger aus Kraiburg mit seinem Fahrrad am Innufers entlang.

Da dieser Bereich aufgrund de momentanen leichten Hochwasserlage teilweise überschwemmt ist, konnte er an einer bestimmen Stelle nicht mehr weiterfahren. Die Rückfahrt war aber mittlerweile auch nicht mehr möglich. 

Durch die hinzugezogene Freiwillige Feuerwehr wurde er mittels Boot gerettet. Die Feuerwehr Kraiburg am Inn war mit drei Mann, zwei Fahrzeugen und einem Boot im Einsatz.

UPDATE 10.08 Uhr: Wasserwacht am Königssee gefordert

Aufgrund des Starkregens am Mittwoch und Donnerstag war die BRK-Wasserwacht am Königssee bei gleich mehreren Unwetter-Einsätzen gefordert. Gegen 12.15 Uhr löste die Leitstelle Traunstein Alarm aus, da insgesamt 39 Wanderer vom Kärlingerhaus nicht mehr die vom Hang herabstürzenden Wassermassen am Eisbachufer passieren konnten und per Boot nach St. Bartholomä gebracht werden mussten. Der Eisbach selbst war unüberwindbar angestiegen und die Brücke weiter oben von den Fluten weggerissen worden.

Parallel dazu machten sich zwei Canyon-Retter mit Ausrüstung auf den 45-minütigen Weg zur Schrainbachalm, um dort drei Brücken mit Seilgeländern abzusichern. Alle Brücken waren überspült, teilweise 30 Zentimeter hoch und konnten wegen der starken Strömung nur mehr mit großem Risiko passiert werden. Die BRK-Wasserwacht war dort rund vier Stunden geforder. Gleichzeitig ging der Fischer in St. Bartholomä unter: Die Wasserretter mussten mit ihren zwei Booten Einsatzkräfte der Feuerwehr und Ausrüstung wie Pumpen, Nasssauger und Schläuche nach St. Bartholomä und zur Saletalm bringen. Außerdem drohte das Wasser die Kirche einzunehmen. Weitere Ehrenamtliche besetzten kurzerhand ein zweites Boot und unterstützten ihre Kollegen.

Mit den beiden Booten wurden im Pendelverkehr sehr viel Material und Einsatzkräfte nach St. Bartholomä und nach Salet und insgesamt 39 Wanderer vom Eisbach nach St. Bartholomä gebracht; da die Retter rasch ihre Kapazitätsgrenzen erreichten, riefen sie im Kärlinger Haus an, damit niemand mehr absteigt, was die Situation bald entspannte. Auch in der Bootshütte der BRK-Wasserwacht an der Seelände stieg das Wasser gefährlich hoch an, weshalb die Einsatzkräfte ihre Ausrüstung dort hochwassersicher umlagern mussten. „Der Königssee hatte am Donnerstag etwa 70 Zentimeter zugelegt und die Flächen vor St. Bartolomä und der Seelände waren überspült; auch die normal trockene Fläche in unserer Bootshütte ist rund 20 Zentimeter überschwemmt worden“, berichtet der Technische Leiter der BRK-Wasserwacht, Franz Kurz. Insgesamt waren elf Wasserwachtler teilweise bis 22.30 Uhr im Einsatz.

Hochwasser am Königssee

UPDATE 7.23 Uhr: Pegelstände im BGL normalisieren sich

Nach den heftigen und langanhaltenden Regenfällen von Donnerstag haben sich die Pegelstände im Berchtesgadener Land wieder normalisiert. Gestern erreichten einige Flüsse die Hochwassermeldestufe 3 von 4. So kam es zu Überschwemmungen im Bereich der Saalach bei Piding-Bichlbruck und auch für die Gemeinde Schönau am Königssee hatten die andauernden Regenfälle Folgen: Dort wurde die Seelände überflutet und die Königssee-Schifffahrt musste eingestellt werden. Für heute ist, aufgrund der Wettervorhersage, mit einer weiteren Entspannung der Lage zu rechnen.

Eindrücke aus Marktschellenberg:

Hohe Pegelstände in Marktschellenberg

Quelle: Bayernwelle SüdOst

UPDATE Freitag, 7.11 Uhr: Hochwasser auch in Unter- und Oberwössen

Ergiebiger Dauerregen verwandelte in Unter- und Oberwössen die Gewässer in reißende Ströme. Bäche flossen aus den Bergen, die es zuvor nicht einmal als Rinnsal gab. Die Feuerwehren in Oberwössen und Unterwössen waren mit jeweils gut 15 Wehrleuten im Einsatz. Sie hatten die Situation allzeit im Griff. Für den Nachmittag wurde allgemein trockenes Wetter und damit eine Entspannung der Situation erwartet.

Nach Regen an den Vortagen waren Wiesen und Wälder im Achental längst feucht, als der Deutsche Wetterdienst nach stark Regenwarnungen zuvor am Mittwochmittag vor Dauerregen mit Niederschlagsmengen von 30 bis 45 Litern/Quadratmetern warnte, der letztlich bis Donnerstagmittag anhalten sollte. So kam es und entsprechend stiegen die Gewässer über den Mittwoch und die Nacht kontinuierlich an. Die Feuerwehren unternahmen Kontrollfahrten und gestern, Donnerstag, gegen 8 Uhr in Oberwössen und kurz vor 9 Uhr in Unterwössen setzten sie den Alarm ab.

In Oberwössen drängte am Vormittag der zusätzlich vom Schlierbach und Rossstallgraben gefütterte Moosbach mit Mühe unter der Brücke an der Taubenseestraße und bildete im weiteren Verlauf Seen in den angrenzenden Wiesen. In Brem wurden die niederen Teile des Campingplatzes Litzelau vom aus den Bergen fließenden Wasser mehrere Zentimeter hoch überflutet. Die Feuerwehr pumpte an verschiedenen Stellen in Oberwössen rechtzeitig Keller aus, größere Schäden zu verhindern.

Die in das Dorf Unterwössen über den Wössner Bach drängenden Wassermassen stauten sich am Vormittag am Streichwehr des Hochwasserausleitungsbauwerkes am Mühlwiesenweg/Fehlbachweg. Das Stauwasser überflutete den Süllbord und große Wassermengen flossen in Richtung Flugplatz ab. Dort wuchsen bis Mittag die Seen im nördlichen Teil um die Flugplatzwinde. Die Wiesen im Unterwössner Norden wurden überflutet. Die Bundesstraße B305 wurde punktuell überflutet, teils in den niederen Lagen, teils weil einfach Hangwasser Laub und Gesträuch mitriss, und die Straßengullis verstopfte. Die Feuerwehr hatte ein waches Auge darauf und arbeitete die Kanalgitter immer wieder frei.

Sorgen machte der Unterwössner Feuerwehr, dass kurz vor Mittag der Wössner See kräftig überlief. Das Wasser begann, einen tiefer gelegenen Holzlagerplatz des dortigen Sägewerkes zu überfluten. Auch hier griff die Feuerwehr rechtzeitig mit Sicherungsmaßnahmen ein.

Unserer Rücksprache mit den Feuerwehrkomandaten in Oberwössen Walter Bauer und Stefan Wimmer in Unterwössen zeigte, dass die Wehleute die Situation überall im Griff behielten. Gegen Mittag hob der Deutsche Wetterdienst seine Warnung auf. Der Himmel wurde lichter und das Regenradar zeigte abziehenden oder sich auflösenden Regen.

Im Gespräch mit chiemgau24 lenkte der zweite Bürgermeister Barthl Irlinger dem Blick darauf, die Hochwasserschutzmaßnahmen in Oberwössen nicht zu vernachlässigen. Wäre das Wasser 30 cm weiter gestiegen, wäre die Wohnbebauung erfasst worden. Einen ersten Schritt zur Entspannung der Situation sind Irlinger darin, das Bachbett des Moosbaches vom Überwuchs zu befreien.

Hochwasser in Unterwössen und Oberwössen

Fotos unserer Leser:

User-Bilder vom Hochwasser

UPDATE 18.45 Uhr: Größere Überflutungen blieben aus

Die Regenfälle der vergangenen 24 Stunden haben in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land zum Teil auch zu überschwemmten Straßen geführt. Größere Überflutungen blieben aber aus. Mittlerweile gehen die Pegel der Flüsse und Bäche wieder zurück. Die Verantwortlichen bitten trotzdem um erhöhte Vorsicht. Es wird vor allem davon abgeraten, in unmittelbarer Nähe von Flüssen und Bächen spazieren zu gehen.

UPDATE 15.40 Uhr: Lage in Wasserburg

Der Pegel am Inn in der Stadt Wasserburg ist bislang noch nicht besorgniserregend. Immer wieder werden die Wasserstände kontrolliert.

Doch wie entwickelt es sich weiter? Der Inn ist auch in der Stadt Wasserburg und dem Umland mit großem Respekt zu betrachten. Aktuell wird auch das Wasser des Inns mehr. Von der Flussmeisterei in Wasserburg kam jetzt der Hinweis, sich über regelmäßig gemessene Pegelstände zu informieren. Auch über die Seite des Hochwassernachrichtendienst könnten die stetigen Veränderungen eingesehen werden.

Momentan seien die Wassermengen des Inns noch im akzeptablen Bereich. Auch für die nächsten Tage sind Regenfälle vorausgesagt. Inwieweit sich die Pegelstände dann in gefährlichere Bereiche bewegen, bleibt abzuwarten. Auch die Feuerwehren bleiben wachsam.

UPDATE 15 Uhr:

Die Hochwassersituation in der Stadt Traunstein entspannt sich allmählich, nachdem der Pegel der Traun im Bereich Hochberg am späten Vormittag kurzzeitig die 2,50-Meter-Marke (Meldestufe 3) überschritten hatte. Derzeit beträgt der Pegel Traun / Hochberg 1,98 Meter (Stand 31. Juli, 15 Uhr).

Dank der Hochwasserschutzmaßnahmen sind größere Überschwemmungen in Traunstein ausgeblieben. Überflutungen gibt es lediglich südlich der Stadt nahe der Traun auf landwirtschaftlichen Flächen sowie in Empfing im Bereich der ehemaligen Bundeswehr-Sportplätze gegenüber der Kläranlage.

Die Bevölkerung wird im Bereich der Traun dennoch weiterhin um besondere Vorsicht gebeten. Insbesondere die Traundämme und -wege dürfen aus Sicherheitsgründen noch nicht wieder betreten werden.

Pressemitteilung der Stadt Traunstein

Lage in Stadt und Landkreis Rosenheim:

Aus Stadt und Landkreis Rosenheim kann Entwarnung vermeldet werden: Wie Radio Charivari soeben berichtet, gehen nach den anhaltenden Regenfällen in der Region die Wasserstände an Inn und Mangfall seit dem Mittag wieder zurück. Nach Angaben des Wasserwirtschaftsamtes ist in Tirol der Abfluss besonders der rechtseitigen Innzuflüsse deutlich angestiegen.

Daher wurde an den Innpegeln Oberaudorf, Rosenheim und Wasserburg Meldestufe 2 vor kurzem überschritten. An der Mangfall werden voraussichtlich keine Meldestufen überschritten.

Lage in Stadt und Landkreis Traunstein:

SERVICE:

Pegelstände

Die Stadt Traunstein hat aufgrund des ansteigenden Pegels der Traun ein Hochwassermeldezentrum im Rathaus eingerichtet. Mitarbeiter der Stadt haben einen Krisenstab gebildet und sind als Dammwachen unterwegs, um die Situation entlang des Flusses zu beobachten. Der derzeitige Pegelstand im Bereich Hochberg beträgt derzeit 2,51 Meter (Stand 31.07.2014, 11.30 Uhr). Damit ist die Meldestufe 3 überschritten. Innerhalb des Traunsteiner Stadtgebietes sind aufgrund der umfangreichen Hochwasserschutzmaßnahmen bisher kaum Überflutungen aufgetreten.

Zum Vergößern aufs Bild klicken!

Im Süden im Bereich Lohhäusl gibt es auf landwirtschaftlichen Flächen kleinere Überschwemmungen. Im Stadtgebiet entlang der Traun wurden aus Sicherheitsgründen von den Mitarbeitern des Städtischen Bauhofes einige Wege gesperrt. Eine Entwarnung kann aufgrund der Wettervorhersage noch nicht gegeben werden, da laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes bis in die Nachmittagsstunden weitere Niederschläge in Traunstein zu erwarten sind.

Straßensperrungen auch im Landkreis

SERVICE:

Verkehr

Die Straße zwischen Bernhaupten und Bergen wurde bereits gesperrt. Informationen von vor Ort zufolge, steht das Wasser dort etwa 40 Zentimeter hoch. Ebenso ist die Keisstraße zwischen Staudach und Marquartstein wegen Überflutung in beiden Richtungen gesperrt. Auch die B307 ist wegen Überflutung zwischen Marquartstein und Kössen gesperrt.

INFO:

Hochwasserwarnung für den Landkreis Traunstein

In Staudach selbst sind Einsatzkräfte dabei, eine Brücke zu sichern. Auch in Unterwössen, drohte eine Brücke durch die Wassermassen im Kaltenbach einzureißen. Einsatzkräfte sicherten die Konstruktion im Bereich des Hochgernweges. Zwischen Bergen und Staudach ereignete sich ein Murenabgang.

Fotos vom Muren-Abgang in Bergen:

Muren-Abgang in Bergen

Unwetter im Chiemgau führt zu Überflutungen

Unwetter im Chiemgau: Überflutungen

St2096 zwischen Grabenstätt und Übersee gesperrt

Hochwasser in Übersee: St2096 komplett gesperrt

Unwetterwarnung mittlerweile aufgehoben

Der deutsche Wetterdienst hob die Unwetterwarnung wegen ergiebigen Dauerregens mittlerweile auf. Mit Regen wird zwar weiterhin gerechnet, allerdings mit deutlich weniger Niederschlagsmenge.

Pressemitteilung Stadt Traunstein/redch24/Bayernwelle Südost/Polizeiinspektion Waldkraiburg

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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