"In Traunstein hofft man immer, dass es nicht so viel regnet"

Klappe, die zweite: "quer" berichtet wieder über die Daxerau

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Auf dem Areal des früheren Tennis-Centers nahe der Traun sollen Wohnungen gebaut werden. Doch das Gebiet galt bis vor kurzem noch als Überschwemmungsgebiet bei einem hundertjährigen Hochwasser. 
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Traunstein - Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate berichtete "quer" im Bayerischen Fernsehen am Donnerstag über die geplante Bebauung der Daxerau. 120 Wohnungen sollen dort entstehen - werden sie mitten ins Hochwassergebiet gebaut?

"In Traunstein hofft man immer, dass es nicht ganz so viel regnet", moderierte Christoph Süß den Beitrag an: Wie groß ist die Hochwassergefahr in der Daxerau? Wie schon im Mai sprach der BR mit Anwohnern des geplanten Wohnbauprojektes auf dem Grund des früheren Tennis-Centers Vogl. Und wie schon im Mai wurden die Gutachten der Stadt in Zweifel gezogen

Anwohner und Bürgermeister traunabwärts in Sorge

Bei einem "Extremhochwasser" wäre nicht nur die Daxerau, sondern die gesamte untere Stadt betroffen, wie die Karte zeigt.

"Wenn diese Fläche (des Tennis-Centers, Anm.) nicht mehr überschwemmt werden kann, hab ich das Wasser nicht mehr drei Meter vor der Haustür, sondern dann hab ich's im Haus", so Nachbar Alexander Callegari. Wegen der nahen Traun und dem Röthelbach wurde das Gebiet lange als Überschwemmungsgebiet bei einem hundertjährigen Hochwasser klassifiziert. Aus dieser Kategorie wurde der Bereich von Seiten des Wasserwirtschaftsamtes 2017 aber herausgenommen. Nur noch bei einem "Extremhochwasser" wäre das Gebiet betroffen.

- Lesen Sie außerdem: Diese großen Wohnbauprojekte stehen in Traunstein demnächst an

Die Sendung "quer" berief sich auf ein Gutachten der Anwohner, das einen lehmigen Boden feststellt, in dem Wasser kaum versickert. Das Gutachten der Stadt erkannte dagegen einen Boden aus Sand und Kies. Auch die Bürgermeister der Anliegerkommunen traunabwärts sprachen ihre Sorgen an: verstärktes Hochwasser, häufigeres Hochwasser, schnellere Fließgeschwindigkeiten. "Ich verstehe diese Beschlüsse nicht. Man muss auch mal an die Menschen denken, nicht nur an die Investoren", so Nußdorfs Bürgermeister Hans Gnadl.

Stadt schließt "nachteilige Auswirkungen" aus

Zuletzt war das Wohngebiet in der Daxerau im Juni Thema im Stadtrat: Es habe "keine nachteiligen Auswirkungen auf Dritte und die umliegenden Flächen. Nachteilige Auswirkungen durch ein verändertes Fließverhalten der Traun auf Ober-, Unter- und Seitenanlieger können ausgeschlossen werden. Das gilt auch für Flächen im Gebiet der Gemeinde Nußdorf", hieß es von Seiten der Stadtverwaltung dagegen klar und deutlich.

Auf dem Areal des früheren Tennis-Centers Vogl sind rund 120 Wohnungen in 13 Häusern geplant. Details wird der Bebauungsplan festlegen. Auch für den Straßenverkehr soll sich dort einiges ändern: Angedacht ist, dass zum besseren Verkehrsfluss von der Daxerau und dem Schwimmbad auf die B306 eine Ampel an der Abzweigung gebaut werden soll.

Hier können Sie die Sendung "quer" noch einmal online anschauen. Der Beitrag aus Traunstein beginnt bei Minute 26.

xe

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