Hochzeits-Fiasko: Onanie statt Löffelspiel

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Traunstein/Rosenheim - Es gibt zwar die absurdesten Hochzeitsspiele, doch vor einer Freundin der Braut zu onanieren, gehört nicht dazu. Aber genau das wird einem 29-Jährigen vorgeworfen.

An seinem Hochzeitstag soll sich ein 29-jähriger Bauhelfer vor einer Freundin seiner Frau entblößt und onaniert haben. In einem ersten Verfahren vor dem Amtsgericht Rosenheim ist der Mann aus dem Landkreis Rosenheim bereits zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt worden. Doch sowohl die Staatsanwaltschaft, wie auch die Verteidigung, waren mit dem Urteil nicht einverstanden. Und so kam es an diesem Donnerstag zur Berufungsverhandlung in Traunstein.

Wie schon im ersten Verfahren beteuerte der 29-Jährige auch diesmal wieder seine Unschuld. Seiner Aussage zufolge habe er seinen Hochzeitsanzug im Wohnzimmer bereitgelegt und sei anschließend ins Bad gegangen, um sich zu rasieren. Als er zurück ins Wohnzimmer kam, um sich anzuziehen, sei plötzlich die 52-jährige Zeugin hinter ihm gestanden, während er noch im Adamskostüm war. "Ich habe mir dann meinen Anzug sofort genommen und bin ins Schlafzimmer verschwunden, um mich anzuziehen." Auf die Frage der vorsitzenden Richterin Heike Will, wie die Zeugin denn in die Wohnung kommen konnte, ohne zu klingeln, meinte der Angeklagte, dass die Tür immer offen stehe.

In den anschließenden Schilderungen der Geschädigten stellten sich die Ereignisse allerdings wesentlich dramatischer dar. Sie wollte den 29-Jährigen an seinem Hochzeitstag im Juni 2011 nur zum Juwelier fahren, damit er die Ringe abholen konnte. Doch bereits beim Betreten der Wohnung des Angeklagten sei dieser nackt und mit einem erigierten Penis vor ihr gestanden. "Er hat mich dann mehrmals gefragt, ob ich ihn schön finde." Währenddessen sei auf einem Computer im Wohnzimmer ein Pornofilm gelaufen. Sie habe dem Bräutigam dann gesagt, er solle aufhören sich selbst zu befriedigen und sich etwas anziehen. "Ich bin dann in die Küche gegangen und er ist kurz darauf wieder nackt aus dem Schlafzimmer gekommen und hat sich mit einem Küchenpapier den Penis abgewischt." Anschließend sei er wieder im Schlafzimmer verschwunden, um sich seinen weißen Hochzeitsanzug anzuziehen. Danach seien sie zusammen zum Juwelier gefahren.

Aus Scham und Angst vor den Konsequenzen für die Familie des Angeklagten habe die 52-Jährige, nach eigener Aussage, die Geschichte für sich behalten. Doch als sie von einem Kunden angesprochen wurde, ob sie nicht in einem anderen Verfahren gegen den 29-Jährigen aussagen könne - er soll damals ein jugendliches Mädchen sexuell belästigt haben - habe sie zugestimmt und Angaben zu ihrem Fall bei der Polizei gemacht. Und so kam der Stein ins Rollen.

Das Verfahren wird am 12. September vor dem Landgericht Traunstein fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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