Im Traunsteiner Norden

Industriegebiet soll sich verdoppeln

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Die Einfahrt zur Traunsteiner Industriestraße.
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Traunstein - Die Stadt will ihre Betriebe halten, auch die Nachfrage nach Neuansiedlungen ist groß: Jetzt sollen die ersten Schritte zu einer großen Erweiterung des Industriegebiets eingeleitet werden. 

"Ich will nicht, dass unsere potenten Betriebe nach Nußdorf oder an die Autobahn nach Bergen abwandern. Wir sollten uns also klar zu dieser Erweiterung bekennen", so Oberbürgermeister Kegel in der Planungsausschusssitzung am Dienstag. Es geht um das Industriegebiet im Traunsteiner Norden rund um Leimer, Kreiller und Schaumaier. Die Flächen, die die Stadt dabei im Auge hat, sind in etwa so groß wie das gesamte, schon bestehende Gebiet an der Kotzinger- und Industriestraße.

"Keine Heuschrecken und Discounter"

Schon 2010 gab der Stadtrat an die Traunsteiner Betriebe das Versprechen, sich im Norden des Industriegebiets erweitern zu können. Nun scheint man an die Umsetzung zu gehen: "Ein mutiger Schritt vom Oberbürgermeister, dass das jetzt angepackt wird", so Wirtschaftsreferent Christian Hümmer. Stimmt kommenden Donnerstag der Stadtrat zu, wird im nächsten Schritt mit einem Bauleitverfahren begonnen.

Die Erweiterung des Industriegebiets könnte sich entlang der Wasserburger Straße über die B304 bis an die Nußdorfer Gemeindegrenze ziehen.

Man ist sich weitgehend einig, welche Betriebe sich ansiedeln dürfen und welche nicht: Heimische Handwerksbetriebe und Mittelstandsgewerbe sollen kommen, die bestehenden Betriebe sich erweitern - großflächiger Einzelhandel mit Innenstadtrelevanz und Discounter sollen dagegen ausgeschlossen werden. Die Flächen sind im Besitz der Stadt, also kann sie auch über Vergabe und Ansiedlung entscheiden. 

Erschließung über neue Anbindung an B304

Auch an der Hochstraße entsteht momentan ein neues Gewerbegebiet.

Burgi Mörtl-Körner, die als einzige gegen diese Resolution stimmte, zweifelte an der Nachfrage und vermutete, dass auch die Grundstücke im neuen Gewerbegebiet südlich von Haslach noch nicht alle vergeben seien. "Der Bedarf ist riesig, es gibt listenweise Anfragen. Außerdem stimmt es nicht, dass es in Traunstein noch so viele freie Gewerbeflächen gäbe", entgegnete Christian Hümmer: "Es geht hier auch nicht um Heuschrecken und Discounter, sondern um die regionale Wirtschaft."

Die Erweiterung des Industriegebiets würde bis ans Nußdorfer Gemeindegebiet reichen. Weil auch Nußdorf das Aiginger Gewerbegebiet erweitern will sprach sich Kegel gleich für ein interkommunales Gewerbegebiet aus. Das Industriegebiet im Traunsteiner Norden soll dann außerdem eine neue Anbindung an die B304 erhalten - der Schwerverkehr müsste dann nicht mehr das Bahngleis überqueren, was immer wieder zu gefährlichen Situationen führt

"Keiner ist Fan vom Abholzen..."

Jedoch müsste ein großes Waldareal abgeholzt werden: "Keiner von uns ist ein Fan davon, dass einfach abgeholzt wird. Aber auch Bäume haben ein Lebensalter und müssen mal gefällt werden. Das mag Bauchschmerzen verursachen, aber die wären noch größer, wenn Arbeitsplätze in Traunstein verloren gehen."

xe

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