Breites Fachwissen und viel Einfühlungsvermögen

Kinderkrankenschwestern am Klinikum Traunstein: Viel Gespür für Kinder und Jugendliche

Julia Thalhammer (li.) und Johanna Droste zu Senden (re.) im Kinderspielzimmer mit einem ihrer Schützlinge.
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Julia Thalhammer (li.) und Johanna Droste zu Senden (re.) im Kinderspielzimmer mit einem ihrer Schützlinge.

Traunstein - Ein Bericht über die Station 3.3 in der Kinderklinik. Julia Thalhammer und Johanna Droste zu Senden erzählen von der innigen Arbeit mit den sechs bis 18-Jährigen, den täglich neuen Herausforderungen und von zukünftigen Wünschen.

Die Mitteilung von Ina Berwanger im Wortlaut:

„Manche möchten sogar noch ein wenig länger bleiben“, sagt Julia Thalhammer, Leiterin der Station 3.3 in der Kinderklinik am Klinikum Traunstein. Wenn die Kinderkrankenschwester und ihre junge Kollegin Johanna Droste zu Senden stellvertretend für ihr gesamtes Team von der Arbeit mit den jungen Patientinnen und Patienten berichten, wird dieser Wunsch verständlich. Die Pflegekräfte arbeiten mit Herz und Verstand.

Ob Baby oder Teenager: Auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen wird individuell eingegangen - und natürlich werden auch die besorgten Eltern nicht vergessen. Fingerspitzengefühl und ein breites medizinisches und pflegerisches Fachwissen sind also gefragt, wenn Mädchen und Buben mit ihren Eltern wegen körperlicher oder auch seelischer Symptome auf die Station 3.3 kommen.

Die Kinderkrankenschwestern müssen bei jeder Aufnahme nach sorgfältiger Befragung und Beobachtung eine pflegerische Ersteinschätzung geben, ob eine Akut-Situation vorliegt und mit welchen Schritten dem Kind oder Jugendlichen geholfen werden kann.

Dabei sei der Klassiker Blinddarmentzündung nur eine von sehr, sehr vielen Möglichkeiten in der Bandbreite der Erkrankungen, beschreibt Julia Thalhammer das benötige medizinische Wissen quer durch alle Fachrichtungen. Gerade jetzt im Herbst sehen sie und ihre Kolleginnen und Kollegen auch wieder viele junge akutpsychosomatische Patienten mit Depressionen und Essstörungen.

Auf Körper und Seele gleichermaßen einfühlsam einzugehen, ist für die Kinderkrankenschwester selbstverständlich. „Man fühlt die Bedürfnisse und Probleme der Kinder“, so Johanna Droste zu Senden. Die 25-Jährige arbeitet seit diesem Mai auf der Station 3.3 in der Kinderklinik im Klinikum Traunstein. Sie erzählt, dass sie in ihrer Ausbildung „viele Unterrichtseinheiten zu den Themen Beobachtung und zu nonverbaler Kommunikation“ absolviert habe.

Dies ist unerlässlich insbesondere für den Umgang mit den jüngsten Patienten, die noch keine Sprache haben, um ihre Schmerzen zu beschreiben, hilft aber auch allgemein, wenn es um die Einschätzung des Befindens der Patienten geht. Kinderkrankenschwestern müssen ja nicht nur die ärztlich angeordneten Maßnahmen zur Genesung umsetzen, sondern auch deren Wirkung beobachten und einschätzen.

Die Station hat insgesamt 16 Plätze für Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren. „Seit Corona sind wir die Infekt-Station, das heißt, dass Kinder ab den ersten Lebensmonaten mit Fieber und unklaren Krankheitssymptomen zunächst zu uns kommen und erst nach einer Abklärung verlegt werden.“

Täglich mit neuen Herausforderungen umzugehen, Planungen situativ kurzfristig anzupassen, immer ein Auge und ein offenes Ohr zu haben, ist für das Team der Station 3.3 Alltag eines Berufes, der auch Berufung ist. Julia Thalhammer und Johanna Droste zu Senden haben sich bewusst für ihn entschieden. Beide hatten schon immer einen guten Draht zu Kindern, haben schon früh gerne Fürsorge und Verantwortung für andere übernommen.

Empathie und Einfühlungsvermögen für ihre Schützlinge bringen Kinderkrankenschwestern auch im stressigsten Klinikalltag mit. „Wir sind hier ja auch ein kleines bisschen Mama- und Papa-Ersatz und Fürsprecher für die Kinder“, sagt Thalhammer. „Kinder sind einfach deutlich betreuungsintensiver als Erwachsene, Maßnahmen wie Blutabnahmen oder Verbandswechseln müssen wir in jeden Schritt erklären“, so die Stationsleiterin.

Die Kinderkrankenschwestern wünschen sich „ein kindgerechteres Abrechnungssystem“, das den hohen Aufwand besser berücksichtigt. Auch für die Eltern sind die Kinderkrankenschwestern die ersten Ansprechpartner. Die Personaldecke sei zwar nicht so dünn wie vielfach auf den Erwachsenenstationen, aber wenn es zeitlich eng würde, dann kämen als erstes die Gespräche zu kurz.

Auf jeden Fall werde versucht, Zeit zum Trösten und Vorlesen zu finden, wenn ein Kind nicht einschlafen kann. Mit dem Wunsch nach Nachtlichtern, die einem Kind helfen, wenn es nicht einschlafen kann, weil es so dunkel ist in der fremden Umgebung, sind Julia Thalhammer und Johanna Droste zu Senden auch schon ein wenig in der Zukunft. Sie freuen sich damit auch auf den Neubau der Kinderklinik und würden ihren Schützlingen, in den dann nur noch ein oder zwei Betten umfassenden Zimmern gern noch etwas mehr Wohlfühl-Atmosphäre bieten.

„Damit die Kinder und Jugendlichen ihre Zeit hier so angenehm wie möglich verbringen können, wären bedürfnisgerechte Räume sowie eine farblich, kindgerechte Gestaltung nötig. Ebenso wäre eine zeitgemäße Multimedia-Ausstattung auch eine tolle Sache“, sagen die Kinderkrankenschwestern.

Die Kinderkrankenschwestern wissen, dass nicht alles, was im Sinne ihrer jungen Patientinnen und Patienten auf ihrer Station an besonderer Ausstattung wünschenswert wäre, aus öffentlichen Mitteln finanziert werden kann. Aber sie wissen auch und sind sehr dankbar dafür, dass es immer wieder viele kleine und große Spender gibt, die den jungen Patienten die Zeit in der Kinderklinik etwas angenehmer machen und damit zugleich auch den höchst engagierten Pflegekräften für ihren Einsatz danken möchten.

Pressemitteilung Ina Berwanger

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