Stadt will fünf Millionen Euro für Umbau zum Kunst- und Kulturzentrum ausgeben

Klosterkirche erhitzt die Gemüter

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Die Klosterkirche und die Galerie will der Stadtrat zum "Kultur- und Kunstzentrum" aufwerten.

Traunstein - Rund 5 Millionen Euro soll die Aufwertung und Sanierung des denkmalgeschützten und sanierungsbedürftigen Klosterkirchenensembles zum Kultur- und Kunstzentrum kosten.

Die "stadtbildprägende ehemalige Klosterkirche des Kapuzinerklosters von 1690 an der Ecke Ludwig- und Klosterstraße soll zu einem Kultur- und Kunstzentrum von überregionaler Bedeutung ausgebaut werden", heißt es in einer Bekanntmachung.

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Die Aufwertung des mit Freiflächen rund 1700 Quadratmeter großen Areals solle auf das städtische Umfeld "impulsgebend" wirken. Zwischenzeitlich wurde ein Regensburger Architekturbüro mit der Betreuung der Maßnahme beauftragt. In ihrer jüngsten Sitzung stimmten die Stadträte nun über den geplanten Architektenwettbewerb ab, der bis zum Herbst dieses Jahres laufen soll und Kosten von 90000 Euro verursachen wird.

Bereits Mitte vergangenen Jahres hatte der Stadtrat beschlossen, den Plan der Aufwertung des Ensembles weiterzuverfolgen, war sich aber schon damals nicht einig. Auch in den Kommentaren zum Haushalt 2012 sowie den Planzahlen für die Folgejahre kam zum Teil deutliche Kritik zu dem Projekt. Insbesondere die CSU-Fraktion mochte sich mit der weiteren Vorgehensweise nicht anfreunden. Sepp Häusler betonte, dass man "kein kultureller Neinsager" sei. Man sei für notwendige Reparaturmaßnahmen, aber nicht für eine Investition in diesem Umfang. Befürchtete Folgekosten seien eine nicht mehr zu vertretende Belastung für die Bürger.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke erinnerte im Gegenzug daran, dass noch bei der Kommunalwahl 2008 ein Neubau einer Stadthalle am Karl-Theodor-Platz im Wahlprogramm der CSU gestanden habe. Zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU) konterte, dass die UW ja auch Pläne für einen Parkplatz auf dem FC-Gelände gehabt habe. "Davon hört man jetzt auch nichts mehr."

Wilfried Schott (Grüne) monierte, dass ein Vertreter seiner Fraktion nur als Berater ohne Stimmrecht im Preisgericht für den Architektenwettbewerb vorgesehen sei: "Wir fühlen uns ausgeschlossen." Simon Steiner (Traunsteiner Liste) sagte, dass ihm vorab die Vorlage eines Nutzungskonzeptes fehle. Nach dem Wettbewerb gäbe es für ihn dann keine Ausstiegsmöglichkeit mehr: "Die Maschinerie ist dann nicht mehr zu stoppen." Dabei dürfe auch das Argument von hohen öffentlichen Zuschüssen nicht herhalten. "Diese zahlen letztlich auch die Bürger."

CSU-Fraktionschef Wolfgang Osenstätter schloss sich Steiners Argumenten an. Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner betonte, dass die SPD in den Arbeitsgruppen-Sitzungen immer vertreten gewesen sei. "Das Einzige, was uns jetzt passieren könnte, ist, dass wir Geld in den Sand setzen", betonte sie vor dem Hintergrund der Kosten des Architektenwettbewerbs.

Ursula Lay (UW) sagte, sie könne den CSU-Vorschlag, der einen Umbau der landkreiseigenen Berufsschul-Aula an der Wasserburger Straße ins Spiel brachte, nicht verstehen. Man würde hier Geld in ein Objekt investieren, das einen anderen Eigentümer habe.

Den Vorwurf fehlender Informationen, der insbesondere von Steiner geäußert worden war, wollte der Oberbürgermeister nicht gelten lassen. Es habe eine Arbeitsgruppe gegeben, zu der alle Fraktionen des Stadtrats eingeladen gewesen seien. Er könne das Zuwarten, nach mehreren Beschlüssen, Informationsveranstaltungen und dem Einsetzen der fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe nicht verstehen. "Ich finde es eine Frechheit, sich heute hinzustellen und zu sagen: Wir wissen von nichts", schimpfte das Stadtoberhaupt.

Die Abstimmung ergab, dass das Projekt ohne die Stimmen der CSU und der Traunsteiner Liste weiter voran getrieben wird.

wz/Chiemgau-Zeitung

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