Pressemitteilung SPD Traunstein

Arbeiten in Traunstein jetzt und in Zukunft

Traunstein - Beim Bürgergespräch im Angerbauerhof gab Oberbürgermeister Christian Kegel zunächst einen Überblick über die Situation der Betriebe und der Arbeitenden in Traunstein.

Er freute sich berichten zu können, dass es in Traunstein bei 21000 Einwohnern über 15000 Arbeitsplätze gibt, womit Traunstein im Vergleich mit anderen Städten, gerade auch im Landkreis, sehr gut dasteht. Die meisten Arbeitsplätze seien im Dienstleistungsbereich, sagte der OB. "Unser größter Arbeitgeber ist das Klinikum mit über 2000 Arbeitsplätzen. Im Übrigen ist Traunstein eine Dienstleistungsstadt mit sicheren Arbeitsplätzen bei Ämtern und Behörden z.B. dem Landratsamt und dem Gesundheitsamt, an unseren Schulen als Lehrer und Verwaltungsangestellte sowie im Gerichtswesen am Amtsgericht und am Landgericht mit der kompletten Palette an Anwaltskanzleien. Der Landgerichtsbezirk reicht vom Berchtesgadener Land bis fast an die Stadtgrenzen von München, das ist für eine Stadt unserer Größe schon etwas Besonderes", betonte der Oberbürgermeister. Außerdem sei Traunstein eine traditionelle Schulstadt mit insgesamt dreißig Schulen, von den Grund- und Mittelschulen, über Berufsschulen, Real- und Fachschulen bis hin zu zwei Gymnasien und schon jetzt einer privaten Hochschule der Bayerischen Wirtschaft. Da sei der geplante Campus Chiemgau nicht nur eine perfekte Ergänzung der Schullandschaft, sondern eine Riesenchance für Traunstein als Hochschulstadt. Die Verzahnung von beruflicher mit akademischer Bildung wird hier eine für Traunstein völlig neue Entwicklung in Gang setzen.


Aber es gebe natürlich auch Finanzdienstleister mit Banken und Sparkassen als Arbeitgeber sowie ein stark ausgeprägtes Handwerk und eine Gastronomie, die sich sehen lassen kann. "Das ist ganz wichtig, denn der Mittelstand ist das Rückgrat einer jeden Gesellschaft" erklärte Kegel. Insbesondere der Einzelhandel sei sehr gut aufgestellt. Laut Auskunft der Stadtmarketing GmbH habe Traunstein eine Zentralitätsziffer von 260, das heißt. Die Stadt kann 2,6mal mehr Menschen versorgen, als sie Einwohner hat, weil auch viele Besucher aus dem Umland kommen, um hier einzukaufen.  

Auch dieses Jahr sei die Einkommenssteuer mit 14 Millionen Euro höher als die Gewerbesteuer mit 12 Millionen. Das habe allerdings den Vorteil, dass die Einnahmen regelmäßig und zuverlässig sind, was bei der Großindustrie nicht immer der Fall sei. Traunstein sei keine Industriestadt, die Große Kreisstadt beheimate nur einen Industriebetrieb, freilich sei dieser alteingesessen und weltweit agierend.  


"Um die Traunsteiner Betriebe nicht zu verlieren, muss die Stadt maßvoll Raum dazugewinnen. Dem haben alle Fraktionen auch per Stadtratsbeschluss zugestimmt, und zwar einstimmig. Eine zweite Erschließungsstraße im Gewerbegebiet Nord ist schon aus Sicherheitsgründen notwendig, die Zufahrt ist derzeit gleichzeitig auch die Ausfahrt, der Begegnungsverkehr schwierig, ebenso das Abbiegen der immer größeren Laster in die Wasserburger Straße. Eine Erschließungsstraße in Verlängerung der Industriestraße am bestehenden Wertstoffhof vorbei, die dann in einem Knick nach Osten an die bestehende Ortsverbindungsstraße angebunden wird, wäre die Lösung. Natürlich gilt der sparsame Flächenverbrauch, ebenso die Einhaltung der naturschutzrechtlichen Vorgaben",  betonte Kegel.  "Die Stadt hat 60 Hektar Wald, das gesamte Stadtgebiet beträgt dagegen nur 48 Hektar. Unsere Betriebe bieten nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Ausbildungsplätze für unsere Jugend. Auf die Einnahmen der Gewerbebetriebe kann die Stadt nicht verzichten, es gilt, viele freiwillige Leistungen zu erhalten, wie beispielsweise das Schwimmbad, die Musikschule und die Bücherei", gab der Oberbürgermeister zu bedenken.

Schließlich kam noch das Thema Digitalisierung zur Sprache. Auch darin sah Kegel eine große Chance für bestehende und zukünftige Arbeitsplätze. Dass solche Betriebe auch in freiem Wohnraum in den Innenstadtstraßen Platz finden können, hielt Stadtratskandidat Florian Himmelstoß für eine gute Perspektive. "Sie brauchen nicht viel Platz und verursachen keinen Lärm, würden auch in ein ehemaliges Geschäft mit Schaufenster gehen und dahinter ihr Büro installieren", war er sich sicher. Es könne so in Traunstein ein digitales Netzwerk für start-ups entstehen und schon bestehende könnten weiterentwickelt werden. "Aus dem Bildungscampus Chiemgau kommen Ideen für start-ups von alleine", hielt er für wahrscheinlich. Natürlich sei Digitalisierung auch jetzt schon überall, zum Beispiel auch in den Handwerksbetrieben oder ganz besonders im Klinikum. Dort könnte sie viele Arbeitsplätze angenehmer und Abläufe schneller machen, ergänzte Stadtratskandidat Christian Mayer. Dass der Breitbandausbau immer wichtiger werde, damit auch Betriebe auf dem Land von der Digitalisierung profitieren, das war Stadtratskandidat Simon Kaltenhauser ein Anliegen. Johann Wimmer sah einen großen Vorteil darin, dass etwa Röntgenbilder an eine zentrale Stelle geschickt werden können, wo sie dann ausgewertet werden. Die Digitalisierung könnte das Überleben kleiner Krankenhäuser auf dem Lande sichern, indem man auch von dort auf Spezialisten zugreifen könne, erläuterte Fraktionsvorsitzender Peter Forster.

Über Digitalisierung in der Schule berichtete Stadtratskandidat Nils Bödeker, Lehrer am CHG. Er selbst unterrichte auch in sogenannten "Tablet-Klassen" und sehe darin durchaus Vorteile für die Schülerinnen und Schüler. Sie könnten Sachverhalte selbst recherchieren und so an Informationen kommen. Außerdem bekämen sie bei der Lösung von Aufgaben eine gute und wertfreie Rückmeldung, könnten mit anderen Teilnehmern virtuell zusammenarbeiten. So könnten viele Arbeitsprozesse anders gestaltet werden, berichtete er.

"Wir müssen die Digitalisierung in Traunstein als Chance begreifen und für uns alle nutzen", damit beendete Oberbürgermeister Kegel das äußerst informative Bürgergespräch.

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