Pressemitteilung SPD Traunstein

Traunstein - eine Touristenstadt?

Traunstein - "I bin life dabei - I ziag an Stecker aus dem Internet - I schmeiß an Fernseher auf den Müll ...." mit diesen Songs zur Gitarre eröffnete der Musiker, Kabarettist und Stadtrat Robert Sattler das Bürgergespräch der Traunsteiner SPD im Alpengasthof Hochberg.

Damit lobte er die Gäste, die sich nicht nur online informieren, sondern persönlich anwesend waren und mit dem Oberbürgermeister und den Stadtratskandidaten über das Thema Tourismus und Freizeit sprechen wollten.


"Oft wird der Tourismus nicht direkt mit Traunstein in Verbindung gebracht, weil in der Umgebung so bekannte Fremdenverkehrsorte wie Ruhpolding, Inzell, Reit im Winkl oder Waging am See angesiedelt sind", sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. "Dennoch ist der Tourismus auch für Traunstein ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, im Sommer wie im Winter. Ein besonderer Ort dafür ist der Hochberg, darum sind wir heute ganz bewusst hierher gekommen. Weit über die Region hinaus bekannt ist die "Tobias-Angerer-Loipe", das weitläufige Langlaufgebiet mit einem herrlichen Ausblick über die Alpen und den Chiemsee bis ins Salzachtal. Weitere Loipen sind in Kammer, in Haslach und in Wolkersdorf, und alle pflegt die Stadt jetzt mit einem eigenen Loipenspurgerät."

Mit einem Rückblick erinnerte der Oberbürgermeister daran, dass es bis 1985 eine Skipiste mit eigenem Skilift am Hochberg gab, wo viele Traunsteiner Kinder das Skifahren erlernt haben, und etwas weiter unten die Bürgerwaldschanze - der Schanzenrekord stand bei 61 Meter. Aber auch im Sommer sei Traunstein ein beliebtes Ausflugsziel als Wander- und Radlgebiet, welches an vielen überörtlichen Wander- und Fernradwegen liegt, wie etwa dem Salzalpensteig, dem Bodensee-Königssee-Radweg oder dem Salinenradweg. Deshalb seien die Themen Tourismus und Freizeit auch in der Stadtverwaltung mit einem eigenen Sachgebiet vertreten, in dem auch ausgebildet wird, und einer Tourist-Information im Rathaus.


Zuletzt wurde eine Neukonzeption und -beschilderung der Wanderwege durchgeführt und in Zusammenarbeit mit dem Chiemgau-Tourismus eine einheitliche Beschilderung der Radwege realisiert. Herausgegeben wurden zudem neue Stadtpläne und Wanderkarten. Außerdem gebe es in Traunstein Stadtführungen mit thematischem Schwerpunkt, z. B. das Thema Salz, Papst Benedikt, Thomas Bernhard sowie kulinarische und Naturspaziergänge. Wie viele Touristen in Traunstein und Umgebung sind, werde besonders deutlich bei Regenwetter, da sei die Einkaufsstadt Traunstein gefragt. Erst recht bei gutem Wetter biete sich für Touristen und Einheimische ein Besuch den neuen Salinenparks an sowie das Erlebniswarmbad als eine der wichtigsten Freizeiteinrichtungen der Stadt. Dort werde die Stadt jetzt 3,8 Millionen Euro investieren, um das Schwimmbad auch in Zukunft erhalten zu können. Für Kunst und Kultur stehen die städtischen Einrichtungen Bücherei, Galerie und Musikschule zur Verfügung, für den Sport der Schaumaier-Sportpark, die Brunner-Anlage und die neue Sporthalle des Annette-Kolb-Gymnasiums, die mit vielen Millionen von der Stadt unterstützt werden. Dazu komme noch die Förderung der Stadt an den Stadtverband der Sportvereine mit etwa 45000 Euro und die allgemeine Jugendförderung für Nichtsportvereine.

"Gerne besuchen die Feriengäste auch unsere Veranstaltungen wie das Frühlingsfest, die Rosentage, das Weinfest, die Traunsteiner Sommerkonzerte und den Christkindlmarkt. Ein großer Anziehungspunkt war im vergangenen Jahr das Salinenjubiläum. Für besondere Veranstaltungen steht das Kulturforum Klosterkirche zur Verfügung, wo schon jetzt alle Veranstaltungen ausverkauft waren. Dazu gelebtes Brauchtum wie der Georgiritt und das Lindlsingen - Traunstein hat wirklich etwas zu bieten", schloss der Oberbürgermeister.

In der Diskussion wurde nach Übernachtungszahlen gefragt. Es gebe gewerblich 160 Betten in sechs Unterkünften und 160 Betten bei privaten Anbietern, die im Jahr 7500 Übernachtungen verbuchen, so der OB. Ein Hotel hätte natürlich weitere Kapazitäten, und bei den zahlreichen geplanten Baumaßnahmen in der Stadt sei vielleicht auch ein Hotel im Bereich des Möglichen - aber der heutige Salinenparkwäre definitiv nicht der richtige Ort dafür gewesen.

Hans Einsiedel hatte Fragen als Privatvermieter an alle Anwesenden, weil er neuerdings zusätzliche Zahlungen, auch an die GEMA, leisten soll. Ob ihm das jemand erklären könne. Da das aber so aus dem Handgelenk niemand konnte, riet ihm Christian Kegel, sich an die Stadtverwaltung zu wenden. Zum Ansiedlungsmodell wollte Alois Zeilinger wissen, warum das manchmal so lange dauert. Kegel erläuterte noch einmal die Sachlage in Traunstorf, wo das Hauptproblem das Niederschlagswasser sei, das wegen geänderter wasserrechtlicher Vorgaben nicht einfach durch die Deckschicht abfließen dürfe. Leider wurde das auch von Seiten einiger Stadträte lange nicht akzeptiert, so dass durch deren Einwirken zusätzliche Verzögerungen in den Verhandlungen mit anderen Behörden entstanden.

Stadtratskandidat Robert Sattler lobte das neue Kulturforum Klosterkirche als Alleinstellungsmerkmal für Traunstein. Dann erinnerte er noch an das Heimathaus, wo im Heimatmuseum Traunsteiner Geschichte wieder lebendig wird,im Archiv wichtige Dokumente aufbewahrt werden und in der Zieglerwirtsstube Brauchtum und Geschichte gepflegt werden als Heimstätte des Historischen Vereins. Er lobte die vorausschauende Politik des Oberbürgermeisters, der sich für den Ankauf des benachbarten Mayerhauses eingesetzt hatte, womit dem Heimathaus eine Möglichkeit zur Erweiterung eröffnet werde.

Zum Fremdenverkehr hielt Stadtratskandidatin Christine Kaltenhauser einen Stellplatz für Wohnmobile, möglichst im Zentrum, für sehr wichtig. Kegel unterstützte dies und konnte sich vorstellen, dass das am Festplatz denkbar wäre. Günter Miedaner vom Freundschaftsclub Haywards Heath schlug vor, dass für Radtouristen auch Zeltplätze gefragt sind, auch eine Jugendherberge wäre wichtig, meinte er. Die sei ja ursprünglich im Bahnhofsgelände angedacht gewesen, aber der Landkreis plane wohl außer seinem Wohnheim für Schüler und Auszubildende nichts in der Art, erklärte der Oberbürgermeister. Dass wir so eine herrliche Kulturlandschaft rund um Traunstein haben, das sei auch unseren Landwirten zu verdanken, betonte Stadtratskandidat Gerhard Hübner. Er als Vorsitzender des Eine-Welt-Ladens spreche sich deshalb sehr für regionales Einkaufen aus.Angesichts des Klimawandels setze er auf Anreize für den "Urlaub daheim". Er schlug deshalb eine Chiemgau-Card auch für Einheimische vor. Auch für Kinder gebe es beim Traunsteiner Ferienprogramm tolle Angebote, vom Tennistraining bis zum Jugendtheater. Das unterstützte Stadtratskandidatin Dr. Christine Frese, die sich für mehr Angebote für Jugendliche einsetzte und dafür, dass der Jugendtreff weiter unterstützt wird.

Im Hinblick auf so manches Wahlkampfgetöse beendete Robert Sattler die Veranstaltung mit seinem Song: "Ja, derf denn des sei....?"

Pressemitteilung SPD Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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