Prominente Stadträtin kandidiert in Traunstein nicht mehr

Mit diesen Zielen will Kegel wieder Oberbürgermeister werden

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Der amtierende Oberbürgermeister Christian Kegel wird 2020 wieder antreten. Bisher hat er offiziell zwei Gegenkandidaten: Burgi Mörtl-Körner (Grüne) und Christian Hümmer (CSU/UW).

Traunstein - 2014 rechnete er nicht mit seiner Wahl, doch jetzt will Christian Kegel seinen Posten als Oberbürgermeister verteidigen - die SPD nominierte nun auch ihre Stadtratskandidaten. 

Der amtierende Oberbürgermeister von Traunstein, Christian Kegel, wird am 15. März 2020 wieder zur Wahl antreten. Am Freitagabend wurde Kegel mit großer Mehrheit als Kandidat seiner SPD im "Sailer Keller" aufgestellt. Er erhielt 26 von 27 Stimmen. Die Sozialdemokraten nominierten außerdem ihre Liste für die Stadtratswahl (siehe Liste unten). Von den bisherigen SPD-Stadträten kandidiert Traudl Wiesholler-Niederlöhner, bisher 3. Bürgermeisterin, nicht mehr.


Weniger Parkplätze in der Innenstadt, dafür neue Tiefgarage

Erster Punkt in Kegels Bewerbungsrede war der soziale Wohnbau: Das kommunale Wohnhaus in Haidforst könne nur der Anfang sein, "wir müssen die Zahl städtischer Wohnungen erhöhen". Die Devise der Sozialpolitik laute: "Die Stärkeren müssen den Schwächeren helfen, auch in der Stadt." Für einheimische Familien habe man "zigtausende Quadratmeter" an Bauland angeboten. An ökologischen Projekten hob der Oberbürgermeister die Renaturierung der Pechschnait, die Einstellung des Klimamanagers und eine Verbesserung des ÖPNV und des Fahrradverkehrs hervor.

Er nannte ihn ein "Idol": Christian Kegel (links) und Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl.

Den größten Teil nahm bei Christian Kegel aber die Verkehrssituation ein: "Wir haben zu viel Parksuchverkehr. Mir schwebt ein großer Parkplatz, vielleicht auch ein Parkhaus, am Festplatz vor. Dazu eine Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz und ein Parkstreifen weniger in der Marienstraße, der Maxstraße und der Bahnhofstraße." Auch Stadtplatz, Taubenmarkt und Schaumburger Straße könne sich Kegel gut ohne Parkplätze vorstellen. "Das braucht Mut, würde Traunstein und den Umsätzen der Geschäfte aber einen großen Schub bringen."

Kegel spricht von "verletzenden Situationen"

"Die Arbeits- und Ausbildungsplätze müssen hier bleiben, auch um die freiwilligen Ausgaben der Stadt zu finanzieren", so der Oberbürgermeister zur wirtschaftlichen Situation. Kegel merkte aber auch die Versiegelung an: "In den letzten Jahren ging zu viel Fläche verloren, aber in Traunstein brauchen wir uns deshalb nicht schimpfen lassen - im Gegensatz zu den umliegenden Gemeinden." 

Kegel gab aber auch einen Einblick in sein Innerstes. 2014 habe er nicht daran geglaubt, zum Oberbürgermeister gewählt zu werden: "Dadurch hat sich mein Leben schlagartig verändert", so der ehemalige Gymnasiallehrer. "Ich wollte immer berechenbar, freundlich, zurückhaltend und authentisch bleiben. Aber es gibt auch viele verletzende Situationen, wo man sich fragt, warum man das macht, mit entwürdigenden Attacken in den sozialen Netzwerken."

Konstanze Reichert-Kegel, die Ehefrau von Christian Kegel, wurde auf Platz 8 der SPD-Stadtratsliste gewählt. Sie übernahm immer wieder die Schirmherrschaft über Aktionen von "Die im Dunkeln sieht man nicht". 

Ein prominenter Name fehlt aber auf der Liste der SPD für die Stadtratswahl 2020: Traudl Wiesholler-Niederlöhner tritt nicht mehr an. Alle anderen amtierenden Stadträte - Monika Stockinger, Peter Forster, Robert Sattler und Sepp Hinterschnaiter - erhielten wieder aussichtsreiche Plätze. Über Rang 8 will auch auch Konstanze Reichert-Kegel, seit 26 Jahren mit Christian Kegel verheiratet, in den Stadtrat. Hervor tat sich außerdem Kandidat Florian Himmelstoß: Er war auf Platz 13 gesetzt und wollte Robert Sattler seinen siebten Platz streitig machen, scheiterte jedoch knapp an den Stimmberechtigten. Gegen Christian Mayer, eigentlich auf Platz 11 gesetzt, versuchte er es wieder und gewann die Abstimmung.

Als weitere OB-Kandidaten für die Wahl am 15. März 2020 sind bisher Christian Hümmer für CSU und UW, sowie Burgi Mörtl-Körner für die Grünen bekannt. CSU und Grüne haben auch schon ihre Stadtratskandidaten aufgestellt. Am Samstag, den 16. November, nominiert die Linke ihre Listenkandidaten, am Mittwoch dann die UW. 

Die Stadtratsliste der SPD Traunstein für die Kommunalwahl 2020

Der Großteil der SPD-Stadtratskandidaten für die Kommunalwahl in Traunstein 2020 konnte am Freitagabend auch zur Aufstellungsversammlung in den Sailer Keller kommen. 
  1. Christian Kegel, 55 - Oberbürgermeister
  2. Monika Stockinger, 56 - Stadtratsreferentin für Soziales
  3. Peter Forster, 61 - Seniorenreferent im Stadtrat
  4. Christine Frese, 49 - Lebensmitteltechnologin
  5. Nils Bödeker, 39 - Gymnasiallehrer
  6. Julia Sattler-Mader, 33 - Steuerfachangestellte
  7. Robert Sattler, 67 - Studienrat a.D. 
  8. Konstanze Reichert-Kegel, 58 - Studiendirektorin
  9. Josef Hinterschnaiter, 59 - Schlosser
  10. Edith Teichreber, 65 - Schulleiterin
  11. Florian Himmelstoß, 38 - IT-Fachmann
  12. Silvia Bauer, 58 - Sonderschulrektorin
  13. Christian Mayer, 45 - Oberstudienrat
  14. Silvia Nett-Kleyboldt, 66 - Soziologin
  15. Gerhard Hübner, 64 - Technischer Angestellter
  16. Christine Kaltenhauser, 59 - Telekom-Beamtin
  17. Manfred Dandl, 62 - Kaufmännischer Angestellter
  18. Roswitha Weinen, 63 - Medizinisch-technische Angestellte
  19. Florian Forster, 33 - Technischer Betriebswirt
  20. Johanna Marchfelder, 23 - Studentin
  21. Simon Kaltenhauser, 31 - Inbetriebnahme-Ingenieur
  22. Bernhard Ostermayer, 53 - Rettungsassistent
  23. Heinz Hammer, 77 - Fliesenleger
  24. Armin Brunner, 57 - Post-Betriebsinspektor
  25. Michael Nitschke, 40 - IT-Systemelektroniker
  26. Georg Eisenberger, 63 - Sozialpädagoge
  27. Ernst Schropp, 79 - Rentner
  28. Samuel Weinen, 31 - Soziologe
  29. Alexander Zopf, 50 - Polizeibeamter
  30. Johannes Kern, 58 - Facharzt

Ersatz: Otto Blaß (78, Gewerkschaftssekretär) und Peter Wiesnet (65, Kfz-Mechatroniker).

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